Universität Wien

210072 SE BAK10 SE Spezialisierungsseminar: Transnationalisierung sozialer Ungleichheit (2012S)

6.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 21 - Politikwissenschaft
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

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Details

max. 50 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Montag 19.03. 18:30 - 20:00 Hörsaal 30 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
Montag 26.03. 18:30 - 20:00 Hörsaal 30 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
Montag 16.04. 18:30 - 20:00 Hörsaal 30 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
Montag 23.04. 18:30 - 20:00 Hörsaal 30 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
Montag 30.04. 18:30 - 20:00 Hörsaal 30 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
Montag 07.05. 18:30 - 20:00 Hörsaal 30 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
Montag 14.05. 18:30 - 20:00 Hörsaal 30 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
Montag 21.05. 18:30 - 20:00 Hörsaal 30 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
Montag 04.06. 16:30 - 18:00 (ehem. Hörsaal 48 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 8)
Montag 04.06. 18:30 - 20:00 Hörsaal 30 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
Montag 11.06. 18:30 - 20:00 Hörsaal 30 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
Montag 18.06. 18:30 - 20:00 Hörsaal 30 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
Montag 25.06. 18:30 - 20:00 Hörsaal 30 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Die Lehrveranstaltung wird sich mit Aspekten sozialer Ungleichheit unter den Bedingungen einer globalen und transnationalen politischen Ökonomie auseinandersetzen, die die Sozialwissenschaft auch methodologisch vor neue grenzüberschreitende Herausforderungen stellt.

Der erste Teil der LV wird sich theoretischen Ansätzen widmen, die den transnationalen Charakter der politischen Ökonomie schon vor geraumer Zeit analysierten: einerseits wird auf Immanuel Wallersteins Weltsystemtheorie und deren Weiterentwicklung durch Giovanni Arrighi, andererseits auf David Harveys Theorie der ungleichen Entwicklung rekurriert und ihre Bedeutung für die Theoretisierung der Herausbildung transnationaler Räume der Neoliberalisierung besprochen. Darüberhinaus soll erörtert werden, unter welchen theoretischen und methodischen Bedingungen sich ein „methodologischer Kosmopolitismus“ (Ulrich Beck) entfalten kann, der dem grenzüberschreitenden Charakter der transnationalen politischen Ökonomie gerecht wird.

Im zweiten Teil der LV wird empirisch herausgearbeitet, welche Dimensionen globale soziale Ungleichheit angenommen hat – sowohl in quantitativer Hinsicht als auch in qualitativer Hinsicht. Ludger Pries spricht in diesem Zusammenhang von einer neuen Unübersichtlichkeit hinsichtlich der räumlichen, zeitlichen und (mehr)dimensionalen Ausdifferenzierungen sozialer Ungleichheiten.

Im dritten Teil der LV wird auf einen wesentlichen Aspekt der Transnationalisierung sozialer Ungleichheit eingegangen: nämlich der Dynamik zwischen Migrationsbewegungen, nationaler sowie supranationaler Migrationspolitik und Migrationskontrollen, der Herausbildung informalisierter Arbeitsbeziehungen und der ambivalenten Rolle von Remittances für Wohlfahrtssteigerungen im Herkunftskontext. Hierbei muss insbesondere Geschlecht als Strukturkategorie innerhalb globaler (Arbeits-)Migration berücksichtigt werden.

Der vierte Teil der LV wird sich einerseits mit den Auswirkungen transnationaler sozialer Ungleichheit auf die Inklusion und Exklusion bestimmter Personengruppen in den/ aus dem (nationalen) Wohlfahrtsstaat auseinandersetzen und andererseits die vielfältigen theoretischen wie politisch-praktischen Antworten auf diese neuen Herausforderungen sozialer Sicherheit behandeln.

Im letzten Teil der LV wird die Frage nach „Globaler Gerechtigkeit“ im Mittelpunkt stehen. In dieser Auseinandersetzung sollen zwei theoretische Stränge gegenübergestellt werden: einerseits Nancy Frasers dreidimensionaler Gerechtigkeits- und Gleichheitsbegriff, der sich um Umverteilung, Anerkennung und Repräsentation dreht; andererseits Amartya Sens „Capability Approach“, in dem Gleichheit hinsichtlich der Lebenschancen und deren Realisierung unter bestimmten ökonomischen, kulturellen und institutionellen Rahmenbedingungen in den Mittelpunkt des Erkenntnisinteresses rückt.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Literaturstudium und Textbearbeitung
Referat und Ausarbeitung des Referats

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Die TeilnehmerInnen sollen einen Einblick in theoretische und methodische Zugänge zur Erfassung transnationaler sozialer Ungleichheit bekommen, Auswirkungen des transnationalen Charakters globaler sozialer Ungleichheit auf individueller und institutioneller Ebene analysieren können, sowie politische als auch moralphilosophische Herausforderungen für „globale Gerechtigkeit“ diskutieren.

Prüfungsstoff

Die Lehrveranstaltung wird als Literaturseminar konzipiert. Für jede Einheit werden relevante Grundlagentexte von allen TeilnehmerInnen vorzubereiten, zusammenzufassen sowie kritisch zu kommentieren sein. Darüber hinaus soll in jedem Lehrveranstaltungsblock eine vertiefende Auseinandersetzung mit weiterführenden Texten stattfinden, die von den TeilnehmerInnen in Referaten präsentiert werden.

Literatur

wird in der 1. Einheit bekannt gegeben

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:38