Universität Wien FIND

Kehren Sie für das Sommersemester 2022 nach Wien zurück. Wir planen Lehre überwiegend vor Ort, um den persönlichen Austausch zu fördern. Digitale und gemischte Lehrveranstaltungen haben wir für Sie in u:find gekennzeichnet.

Es kann COVID-19-bedingt kurzfristig zu Änderungen kommen (z.B. einzelne Termine digital). Informieren Sie sich laufend in u:find und checken Sie regelmäßig Ihre E-Mails.

Lesen Sie bitte die Informationen auf https://studieren.univie.ac.at/info.

010097 SE Formte das Christentum das Recht in Europa? (2021S)

Ein Streifzug durch die Geschichte und Quellen des Kanonischen Rechts

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 1 - Katholische Theologie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung
DIGITAL

Die Lehrveranstaltung erfolgt in deutscher Sprache.

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Update (19.01.2021):
Diese Lehrveranstaltung findet bis zumindest Mitte April 2021 ausschließlich digital synchron via moodle statt. Sollte sich am gegenwärtigen Planungsstand etwas ändern, finden Studierende aktualisierte Informationen hier.

UPDATE 13. 04.
Aufgrund der anhaltenden Pandemie findet das gesamte Seminar digital statt.

Mittwoch 05.05. 13:15 - 16:30 Hybride Lehre
Seminarraum 7 Hauptgebäude, Tiefparterre Stiege 9 Hof 5
Mittwoch 12.05. 13:15 - 16:30 Hybride Lehre
Seminarraum 7 Hauptgebäude, Tiefparterre Stiege 9 Hof 5
Mittwoch 19.05. 13:15 - 16:30 Hybride Lehre
Seminarraum 7 Hauptgebäude, Tiefparterre Stiege 9 Hof 5
Mittwoch 26.05. 13:15 - 16:30 Hybride Lehre
Seminarraum 7 Hauptgebäude, Tiefparterre Stiege 9 Hof 5
Mittwoch 02.06. 13:15 - 16:30 Hybride Lehre
Seminarraum 7 Hauptgebäude, Tiefparterre Stiege 9 Hof 5
Mittwoch 09.06. 13:15 - 16:30 Hybride Lehre
Mittwoch 16.06. 13:15 - 16:30 Hybride Lehre
Mittwoch 23.06. 13:15 - 16:30 Hybride Lehre
Mittwoch 30.06. 13:15 - 16:30 Hybride Lehre

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Evangelium und Gesetz geben dem Menschen vor, wie er Leben soll als Christ. Mit Gratians Decretum im 12. Jahrhundert wurde eine bedeutende Klärung des Kirchenrechts erreicht. Die Entstehung eines Rechts in der Kirche ist der Ausdruck des organisierten Gemeinschaftslebens, des Lebens der sichtbaren Kirche, das auf das engste verbunden ist mit den Glaubenswahrheiten, ja in den Glauben selbst hineinragt. Lebensformen und Lebensschicksale der Kirche, wie etwa der inneren und äußeren Organisationsformen, der Disziplin, des öffentlichen Kultes, der Schwierigkeiten und Kämpfe und Spaltungen, der Verfallserscheinungen und Reformbewegungen sind wesentlicher Teil der Betrachtung unseres Seminars. Der starke rechtliche Anteil an diesen Erscheinungen verlangt Kenntnis und Verständnis des Rechts und der Rechtsentwicklung der Kirche. Aber auch die Beziehungen der Kirche zur Umwelt (politische Institutionen, soziales Zusammenleben) sind wichtig, da man nur einen Blick in die Sammlungen der kirchlichen Normen zu werfen braucht, um sich von dem weitgespannten Einflussgebiet des Rechts der Kirche zu überzeugen. Denn das Christentum hat das europäische Recht auf vielfältige Weise geformt.
Einerseits haben das Gebot der Nächstenliebe und das Gewaltverbot ihren Niederschlag gefunden, andererseits aber auch die Glaubensgewissheit und religiöse Intoleranz deutliche Spuren hinterlassen. Bezüglich der Sachbereiche-die vereinzelt auch im Seminarverlauf angesprochen werden- zeigt sich dieser Einfluss in all seiner Ambivalenz bei der Erörterung des Rechtsbegriffs und in der Verhältnisbestimmung von Recht und Freiheit bzw. Recht und Gnade; in der europäischen Verfassungsgeschichte im Spannungsfeld von imperium und sacerdotium; im Amtsbegriff und Verwaltungsverfahren; in der Grundlegung des europäischen Völkerrechts; im Personenrecht in der Entfaltung des Personenbegriffs und der Ausbildung der juristischen Person; in der umfassenden Ausgestaltung von Ehe und Familie; im Einfluss auf Eigentumsbegriff und Vertragsrecht; in den grundlegenden Diskursen zu Schuld und Sühne im Strafrecht; in der Verwaltung von Gerechtigkeit im Verfahrensrecht…
Ziel des Seminars in Geschichte des Kirchenrechts ist es, den langen Weg, der das kirchliche Rechtssystem von seinen Ursprüngen (ius antiquum) über die Idee des einheitlichen Organismus in der klassischen Zeit des kanonischen Rechts (ius novum) über das Konzil zu Trient (ius novissimum) hin bis zur ersten Kodifizierung im CIC 1917 und jüngst hin zum CIC 1983 und CCEO 1990 (ius Codicis) in einem ständigen und ununterbrochenen Dialog mit den weltlichen Rechten geführt hat, zum Wissen und Verständnis zu öffnen. Drei Sachgebiete werden uns dabei auch im Blick auf den Einfluss der Kanonistik auf die europäische Rechtskultur begleiten: die Geschichte der Quellen und Gesetzessammlungen, die Geschichte der kanonistischen Wissenschaft, die Geschichte einzelner Rechtsinstitute (Papsttum, Päpstliche Diplomatie, Konzil, Bischof, Klerus, Ordensleute und Laien).

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Regelmäßige Teilnahme (entschuldigtes Fehlen bis zu einer Doppeleinheit ist möglich); regelmäßige Mitarbeit; soweit möglich Übernahme eines Referats samt Präsentation und diskussionsleitenden Fragen; Seminararbeit - Abgabetermin für die Seminararbeit ist der 30.9.2021.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Mitarbeit: 25 %
Referat, Handout und Diskussionsleitung: 25 %
Seminararbeit: 50 %
Jeder einzelne Punkt muss positiv beurteilt sein. Für die Seminararbeit gelten die formalen Anforderungen des Instituts für Kirchenrecht und Religionsrecht. Abgabetermin für die Seminararbeit ist der 30.9.2021.

Prüfungsstoff

Literatur

Hans Erich FEINE, Kirchliche Rechtsgeschichte. Die Katholische Kirche, 5. Auflage 1972, Nachdruck, Darmstadt 2019.

Carlo FANTAPPIÈ, Storia del diritto canonico e delle istituzioni della Chiesa, Bologna 2011.

Jean GAUDEMET, Église et Cité. Histoire du droit canonique, Paris 1994.

Paolo GROSSI, Das Recht in der Europäischen Geschichte, München 2010.

R. H. HELMHOLTZ, Kanonisches Recht und europäische Rechtskultur, Tübingen 2013.

Willibald M. PLÖCHL, Geschichte des Kirchenrechts, Wien/München 1959-1969.

Mathias SCHMOECKEL, Kanonisches Recht. Geschichte und Inhalt des Corpus iuris canonici, München 2020.

Constant VAN DE WIEL, History of Canon Law (=Louvain Theological&Pastoral Monographs 5), Louvain 1990.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

für 011 (15W) FTH 17 oder FTH 26, 198 418 BA UF RK 16, 199 518 MA UF RK 02 oder RK 05, 033 195 (17W) BRP 18krp, BRP 18ktb, auslaufende Studienpläne: für 011 (11W) D31 oder DAM

Letzte Änderung: Di 14.12.2021 13:47