Universität Wien FIND

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030393 SE Eichmann in Wien und Jerusalem: Judenverfolgung, Vernichtungslager, Nachkriegsjustiz (2021W)

Seminar für DiplomandInnen und DissertantInnen

4.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 3 - Rechtswissenschaften
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung
DIGITAL
Di 14.12. 09:00-12:00 Digital

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Der erste Termin (Vorbesprechung am 12.10.) findet in Präsenz im Hörsaal 6, Oskar-Morgenstern-Platz 1, 1.Stock statt.

Dienstag 12.10. 09:00 - 11:00 Digital (Vorbesprechung)
Dienstag 19.10. 09:00 - 12:00 Digital
Dienstag 16.11. 09:00 - 12:00 Digital
Dienstag 30.11. 09:00 - 12:00 Digital
Montag 17.01. 09:00 - 13:00 Digital
Dienstag 18.01. 09:00 - 13:00 Digital

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

In Zusammenarbeit mit Frau Univ.-Prof. Dr. Kerstin von Lingen, M.A., Institut für Zeitgeschichte, Universität Wien.

In Jerusalem, Frankfurt und Wien kam es seit 1961 zu Verfahren wegen der Verbrechen im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz. Die Holocaustüberlebenden Hermann Langbein und Simon Wiesenthal hatten sich nach 1945 – nicht nur in Österreich – vehement für die Ahndung von NS-TäterInnen eingesetzt, der Ahndungskomplex um das Vernichtungslager Auschwitz war letztlich diesen Bemühungen, Beweise und Zeugenaussagen zu sammeln und der Staatsanwaltschaft zuzuleiten, zu verdanken. Trotz der Bemühungen war die Bilanz erschütternd: Langbein und Wiesenthal hatten Material gegen insgesamt 70 österreichische Auschwitz-TäterInnen gesammelt, von denen 4 vor Gericht kamen und keiner verurteilt wurde.
Im Zusammenhang mit den Verbrechen in Auschwitz spielte Adolf Eichmann eine Schlüsselrolle. Der Chef der Wiener „Zentralstelle für jüdische Auswanderung“ hatte einen für die nationalsozialistische Judenverfolgung beispielhaft effizienten Weg ersonnen, Zehntausende jüdischer Opfer zu entrechten, zu vertreiben, auszuplündern, in die Lager zu deportieren und dort töten zu lassen. Eichmanns bürokratischer Eifer, von Hannah Arendt mit dem plakativen Begriff „Banalität des Bösen“ treffend umschrieben, nahm seinen Ausgang in Wien, und verbreitete das „Modell“ dann überall im besetzten Europa.
Im Seminar sollen, ausgehend von Eichmann und wichtigen Handlangern sowie Ihren Prozessen vor Gericht, die Ahndung von NS-Verbrechen an einem Wien-betreffenden Themenkomplex (Judenvertreibung, Arisierung und Deportation) erforscht und anhand von Akten zu den Nachkriegsprozessen reflektiert werden. Zudem befinden sich im Archiv des Wiener Wiesenthal Instituts, VWI, Unterlagen der Israelitischen Kultusgemeinde, IKG Wien , welche die Verfolgung, Vertreibung und Deportation der Jüdinnen und Juden dokumentieren. Darunter sind auch die Falldossiers des „Nazijägers“ Simon Wiesenthal, die belegen, wie schwierig es war, in Österreich ein Holocaustverfahren zu eröffnen.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Die benotete Leistung besteht aus einer Seminararbeit (25–30 Seiten, 50 000 Zeichen nur Text, inklusive Fußnoten und Leerzeichen), der mündlichen Teilnahme und Präsentation eines Themas während des Blockseminars. In dieser Sitzung soll mit einem Thesenpapier (ca. 7 S.) und ggf. einem Quellenauszug das Ergebnis der eigenen Arbeit präsentiert und zur Diskussion gestellt werden. Abzugeben ist die endgültige Fassung Ihrer Seminararbeit digital auf der Lernplattform Moodle und in zweifacher Ausführung im Sekretariat des Inistituts für Rechts- und Verfassungsgeschichte.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

ACHTUNG: Die Anmeldung erfolgt zusätzlich per E-Mail. Wir bitten Sie gemeinsam mit Ihrer Anmeldung in u:space ein kurzes Motivationsschreiben zu übermitteln, in dem Sie ausführen, was Ihre inhaltlichen Beweggründe für die Teilnahme und Ihre Erwartungen an das Seminar sind. Bitte schreiben Sie an nicole.schnalzer@univie.ac.at

Prüfungsstoff

Literatur

Wird in der Vorbesprechung bekanntgegeben.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mi 29.09.2021 08:28