Universität Wien
Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

060011 SE Antisemitismus von Rechts (2026W)

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung
DIGITAL
Mi 14.10. 19:00-21:00 Digital

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 50 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

  • Mittwoch 21.10. 19:00 - 21:00 Digital
  • Mittwoch 28.10. 19:00 - 21:00 Digital
  • Mittwoch 04.11. 19:00 - 21:00 Digital
  • Mittwoch 11.11. 19:00 - 21:00 Digital
  • Mittwoch 18.11. 19:00 - 21:00 Digital
  • Mittwoch 25.11. 19:00 - 21:00 Digital
  • Mittwoch 02.12. 19:00 - 21:00 Digital
  • Mittwoch 09.12. 19:00 - 21:00 Digital
  • Mittwoch 16.12. 19:00 - 21:00 Digital
  • Mittwoch 20.01. 19:00 - 21:00 Digital
  • Mittwoch 27.01. 19:00 - 21:00 Digital

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Am 27. Oktober 2018 erschoss der rechtsradikale Anhänger der White Supremacy Ideologie Robert Bowers in einer Synagoge von Pittsburgh während eines Sabbatgottesdienstes elf Menschen und verwundete sechs weitere Personen. Am 9. Oktober 2019 versuchte der deutschen Neo-Nazi Stephan Balliet die Synagoge von Halle während eine Jom Kippur-Feier ein ähnliches Attentat. Dies sind nur zwei Beispiele für Antisemitismus und antisemitische Gewalt von rechts außen. Wegen solcher und ähnlicher Vorfälle wird Antisemitismus gerne als ein rechtsradikales oder rechtsextremes Phänomen verstanden. Diese ausschließliche Zuweisung des Judenhasses an den rechten Rand des politischen Spektrums ist grundfalsch. Antisemitismus findet sich in allen Teilen der modernen Gesellschaften unserer Welt und er ist deutlich älter als die Unterteilung des politischen Spektrums der modernen Gesellschaften in Rechts, Links und Mitte. Rechte, rechtsradikale und rechtsextreme Gruppen haben jedoch seit dem Aufkommen dieser Einteilung während der französischen Revolution immer wieder eine große Rolle in der Verfolgungen jüdischer Menschen gespielt und den Antisemitismus zu einem zentralen Teil ihrer Ideologie gemacht. Der Antisemitismus von Rechts hat mit der Nazizeit und der Schoah zwar einen traurigen Höhepunkt erreicht, ist aber mit dem Ende der Schoah keinesfalls an sein Ende gekommen, sondern findet sich auch heute noch in großem Ausmaß. Dieses Seminar will die Geschichte des Antisemitismus von rechts erforschen und in seine unterschiedlichen Erscheinungsformen einführen.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Projektarbeit, die mündlich und schriftlich vorgestellt wird.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Regelmäßige Teilnahme, Schreiben einer Projektarbeit, welche Studierende während und außerhalb des Seminars in Arbeitsgruppen erstellen und welche im Seminar in einem Gruppenreferat vorgestellt wird, bevor sie schriftlich eingereicht wird. Studierende, die drei oder mehr Sitzungen fehlen können das Seminar nicht erfolgreich abschließen.

Prüfungsstoff

Studierende sollen die Fähigkeit demonstrieren, antisemitische Narrative aus der politischen Rechten zu erkennen, kritisch zu hinterfragen und historisch einzuordnen.

Literatur

Dieses Literaturverzeichnis wird laufen erweitert.

Stephen E. Atkins, Encyclopedia of Right-Wing Extremism in Modern American History (Santa Barbara: ABC-CLIO, 2011).
Uwe Backes und Patrick Moreau (eds), The Extreme Right in Europe: Current Trends and Perspectives (Schriften des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung 46; Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2012)
Wolfgang Benz, Geschichte des Dritten Reiches (München: C.H. Beck, 2000).
Ders. (ed.), Handbuch des Antisemitismus: Judenfeindschaft in Geschichte und Gegenwart (8 Bd.; Berlin: De Gruyter, 2008-2015)
Ders. (ed.), Lexikon des Holocaust (beck‘sche reihe 1477; München: C.H. Beck, 2002)
Tyler Bridges, The Rise of David Duke (Jackson: University Press of Mississippi, 1994).
Gideon Botsch, Die extreme Rechte in der Bundesrepublik: 1949 bis heute (Darmstadt; -Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2012).
Howard L. Bushart, John R. Craig, und Myra Barnes, Soldiers of God: White Supremacists and Their Holy War for America (New York: Kensington Books, 1998).
Saul Friedländer, Das Dritte Reich und die Juden (2. durchgesehen Auflage; Übers. Martin Pfeiffer; München: C.H. Beck, 2007)
Nicholas Goodrick-Clarke, Black Sun: Aryan Cults, Esoteric Nazism, and the Politics of Identity (New York: New York University Press, 2002).
Ders., Im Schatten der Schwarzen Sonne: Arische Kulte, esoterischer Nationalsozialismus und die Politik der Abgrenzung (Übers. Ulrich Bossier; Wiesbaden: Marix-Verlag, 2009).
Thomas Grumke und Bernd Wagner (eds.), Handbuch des Rechtsradikalismus: Personen – Organisationen – Netzwerke vom Neonazismus bis in die Mitte der Gesellschaft (Opladen: Leske + Budrich, 2002).
Klaus Holz, Nationaler Antisemitismus: Wissenssoziologie einer Weltanschauung (Hamburg: Hamburger Edition, 2010).
Jeffrey Kaplan, Encyclopedia of White Power: A Sourcebook on the Radical Racist Right (Walnut Creek: Rowman & Littlefield, 2000).
Klanwatch Project of the Southern Poverty Law Center, Ku Klux Klan: A History of Racism and Violence (6. Aufl.; Montgomery: Souther Poverty Law Center, 2011).
Jack Nelson, Terror in the Night: The Klan’s Campaign agasint the Jews (Jackson: University Press of Mississippi, 1996).
Michael Newton, The Ku Klux Klan: History, Organization, Language, Influence and Activities of America’s Most Notorious Secret Society (Jefferson: McFarland, 2014).
Ders., The Ku Klux Klan in Mississippi: A History (Jefferson: McFarland, 2010).
Ders., White Robes and Burning Crosses: A History of the Ku Klux Klan from 1866 (Jefferson: McFarland, 2014).
Michael Selzer (ed.), Kike! A Documentary History of Antisemitism in America (Foreword by Herbert Gold; The Ethnic Prejudic in America Series; New York: World Publishing Company, 1972).
Patsy Sims, The Klan (2. Aufl.; Lexingtion: University Press of Kentucky, 1996).
Southern Poverty Law Center, „Aryan Nations“, Southern Poverty Law Center Extremist Files, https://www.splcenter.org/fighting-hate/extremist-files/group/aryan-nations, letzter Zugriff 13.8. 2024.
Dies., „Christian Identity“, Southern Poverty Law Center Extremist Files, https://www.splcenter.org/fighting-hate/extremist-files/ideology/christian-identity, letzter Zugriff 13.8. 2024.
Dies., „Kingdom Identity Ministries“, Southern Poverty Law Center Extremist Files, https://www.splcenter.org/fighting-hate/extremist-files/group/kingdom-identity-ministries, letzter Zugriff 13.8. 2024.
Magda Teeter, Christian Supremacy: Reckoning with the Roots of Antisemitism and Racism (Princeton: Princeton University Press, 2023)
Fabian Virchow, Martin Langebach und Alexander Häusler (eds.), Handbuch des Rechtsextremismus (Wiesbaden: Springer Fachmedien, 2016)
Wyn Craig Wade, The Fiery Cross: The Ku Klux Klan in America (New York: Oxford University Press, 1987).

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Fr 02.10.2026 07:06