Universität Wien

060032 SE Der Jude als Vampir: Zur Genese und Funktion eines antisemitischen Stereotyps (2026S)

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

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Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 50 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

  • Montag 09.03. 14:15 - 15:45 Hörsaal 1 Judaistik UniCampus Hof 7 2L-EG-25
  • Montag 16.03. 14:15 - 15:45 Hörsaal 1 Judaistik UniCampus Hof 7 2L-EG-25
  • Montag 23.03. 14:15 - 15:45 Hörsaal 1 Judaistik UniCampus Hof 7 2L-EG-25
  • Montag 13.04. 14:15 - 15:45 Hörsaal 1 Judaistik UniCampus Hof 7 2L-EG-25
  • Montag 20.04. 14:15 - 15:45 Hörsaal 1 Judaistik UniCampus Hof 7 2L-EG-25
  • Montag 27.04. 14:15 - 15:45 Hörsaal 1 Judaistik UniCampus Hof 7 2L-EG-25
  • Montag 04.05. 14:15 - 15:45 Hörsaal 1 Judaistik UniCampus Hof 7 2L-EG-25
  • Montag 11.05. 14:15 - 15:45 Hörsaal 1 Judaistik UniCampus Hof 7 2L-EG-25
  • Montag 18.05. 14:15 - 15:45 Hörsaal 1 Judaistik UniCampus Hof 7 2L-EG-25
  • Montag 01.06. 14:15 - 15:45 Hörsaal 1 Judaistik UniCampus Hof 7 2L-EG-25
  • Montag 08.06. 14:15 - 15:45 Hörsaal 1 Judaistik UniCampus Hof 7 2L-EG-25
  • Montag 22.06. 14:15 - 15:45 Hörsaal 1 Judaistik UniCampus Hof 7 2L-EG-25
  • Montag 29.06. 14:15 - 15:45 Hörsaal 1 Judaistik UniCampus Hof 7 2L-EG-25

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Das Seminar untersucht die Figur des „Juden als Vampir“ als eines der wirkmächtigsten und langlebigsten antisemitischen Stereotype der europäischen Kulturgeschichte. Im Zentrum steht die Frage, wie sich vampirische Motive – Blutsaugen, Parasitismus, Unsterblichkeit, nächtliche Existenz – mit antijüdischen Vorstellungen verschränken und zur Dämonisierung jüdischer Existenz beitragen.
Ausgehend von mittelalterlichen Blutbeschuldigungen und Ritualmordlegenden verfolgt das Seminar die Genealogie des vampirischen Juden bis ins 19., 20. und 21. Jahrhundert. Dabei werden sowohl literarische Texte (u. a. romantische Vampirerzählungen, antisemitische Pamphlete, fin-de-siècle-Literatur) als auch visuelle Medien (Karikaturen, Film, Propaganda) analysiert. Besonderes Augenmerk gilt der Funktion dieser Figur als Projektionsfläche für Ängste vor Modernisierung, Kapitalismus, sozialem Wandel und vermeintlicher „unsichtbarer Macht“.
Zugleich fragt das Seminar nach Brüchen, Transformationen und Gegenentwürfen: Wie werden vampirische Motive in jüdischen Kontexten umgedeutet, ironisiert oder subversiv angeeignet? Und wie wirkt das Stereotyp des vampirischen Juden bis in gegenwärtige antisemitische Bildwelten fort?
In interdisziplinärer Perspektive (Antisemitismusforschung, Literatur- und Kulturwissenschaft, Religionsgeschichte, Filmwissenschaft) zeigt die Vorlesung, wie eng Monstrosität, Körperpolitik und Gewaltfantasien im antisemitischen Denken miteinander verknüpft sind.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Die Leistungskontrollen basieren auf der Übernahme eines Themas, welches die Studierenden in Form eines Exposes (20%), einer mündlichen Präsentation von 45-60 min. (25%) sowie der schriftlichen Seminar-Arbeit (45%) über das gesamte Semester bearbeiten.
Statt einer schriftlichen Arbeit kann auch ein Kurzfilm (mindestens 10 Minuten Länge) erstellt werden.
Daneben wird die aktive Teilnahme am Unterrichtsgespräch zu 10% in die Gesamtnote einfließen. Abgabe per email bis spätestens 1. September 2026. Es gibt keine eventuelle Fristverlängerung, da das rechtlich nicht möglich ist.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Mindestanforderung: regelmäßige Teilnahme, einmaliges unentschuldigtes Fehlen erlaubt, insgesamt müssen sich die erbrachten Teilleistungen zu mindestens 50% der Gesamtleistung addieren :
s. ferner oben Leistungskontrolle
Notenspiegel:
87 - 100 % 1
75 - 86,99 % 2
63 - 74,99 % 3
50 - 62,99 % 4
0 - 49,99 % 5

Prüfungsstoff

Regelmässige Teilnahme, Seminarabeit, Referat.

Literatur

Jeffrey Andrew Weinstock (ed.), The Ashgate Encyclopedia of Literary and Cinematic Monsters, Ashgate, Surrey 2014.
Jeffrey Andrew Weinstock (ed.), The Monster Theory Reader, University of Minnesota 2020
Jay Geller, “O beastly Jews”: A Brief History of an (Un)Natural History, History, Fordham University Press, New York 2018.
Iris Idelson-Shein, Christian Wiese (eds.), Monsters and Monstrosity in Jewish History, From the Middle Ages to Modernity,
Bloomsbury Academic, London, New York et al 2019.
Gavin I. Langmuir: Toward a Definition of Antisemitism. Berkeley 1990.
David Nirenberg: Anti-Judaism: The Western Tradition. New York 2013.
Sander L. Gilman: The Jew’s Body. New York 1991.
Mitchell B. Hart: Social Science and the Politics of Modern Jewish Identity. Stanford 2000.
Rainer Erb / Michael Kohlstruck (Hg.): Die Dynamik der europäischen Judenfeindschaft. Frankfurt a.M. 1994.
Judith Halberstam: Skin Shows: Gothic Horror and the Technology of Monsters. Durham 1995.
Erik Butler: Metamorphoses of the Vampire in Literature and Film. Rochester 2010.
Joshua Trachtenberg: The Devil and the Jews. New Haven 1943.
Sara Libby Robinson: Blood Will Tell: Anti-Semitism and Vampires in British Popular Culture, 1875–1914.
Molly Harrabin – „Racially profiled? ‘Jewish’ vampirism in Friedrich Wilhelm Murnau’s Nosferatu (1922)“
J. Hoberman – „The Twinned Evils of Nosferatu“
Choe Hyman, Sadomasochism and The Jew-Vampire: Reconstructing Spectatorial Patterns in 'Nosferatu'

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mi 18.02.2026 13:06