Universität Wien
Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

060039 VO Kultur- und Literaturlandschaften Galizien und Bukowina: Das Werk jüdischer Autoren (2026S)

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

Sprache: Deutsch

Prüfungstermine

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

  • Mittwoch 04.03. 11:30 - 13:00 Hörsaal 1 Judaistik UniCampus Hof 7 2L-EG-25
  • Mittwoch 11.03. 11:30 - 13:00 Hörsaal 1 Judaistik UniCampus Hof 7 2L-EG-25
  • Mittwoch 18.03. 11:30 - 13:00 Hörsaal 1 Judaistik UniCampus Hof 7 2L-EG-25
  • Mittwoch 22.04. 11:30 - 13:00 Hörsaal 1 Judaistik UniCampus Hof 7 2L-EG-25
  • Mittwoch 29.04. 11:30 - 13:00 Hörsaal 1 Judaistik UniCampus Hof 7 2L-EG-25
  • Mittwoch 06.05. 11:30 - 13:00 Hörsaal 1 Judaistik UniCampus Hof 7 2L-EG-25
  • Mittwoch 13.05. 11:30 - 13:00 Hörsaal 1 Judaistik UniCampus Hof 7 2L-EG-25
  • Mittwoch 20.05. 11:30 - 13:00 Hörsaal 1 Judaistik UniCampus Hof 7 2L-EG-25
  • Mittwoch 27.05. 11:30 - 13:00 Hörsaal 1 Judaistik UniCampus Hof 7 2L-EG-25
  • Mittwoch 03.06. 11:30 - 13:00 Hörsaal 1 Judaistik UniCampus Hof 7 2L-EG-25
  • Mittwoch 10.06. 11:30 - 13:00 Hörsaal 1 Judaistik UniCampus Hof 7 2L-EG-25
  • Mittwoch 17.06. 11:30 - 13:00 Hörsaal 1 Judaistik UniCampus Hof 7 2L-EG-25
  • Mittwoch 24.06. 11:30 - 13:00 Hörsaal 1 Judaistik UniCampus Hof 7 2L-EG-25

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Ziel der Lehrveranstaltung ist es, Kenntnisse über literarische Phänomene, die im heterogenen Kulturraum der historischen Regionen der ehemaligen habsburgischen Randgebiete Galizien und Bukowina wurzeln, zu vermitteln. Während zu den größten ethnischen Gruppen der nordöstlichen Habsburger Provinz Polen, Ukrainer, Rumänen und Juden gehörten, waren hier National- bzw. Verkehrssprachen Polnisch, Ruthenisch (Ukrainisch), Rumänisch, Jiddisch und Deutsch. Die jüdischen Gemeinden Galiziens zählten zu den größten in Mittel- und Osteuropa. In der Bukowina waren es vor allem die deutsch akkulturierten, gebildeten jüdischen Schichten in Czernowitz. Es werden daher Themen zur Geschichte des galizischen und bukowinischen Judentums in der Zeit der Zugehörigkeit der Regionen zur Donaumonarchie behandelt sowie Fragen zu Prozessen der deutschsprachigen Akkulturation diskutiert.
Bei der Darstellung der zu Paradigmen gewordenen Literaturlandschaften Galizien und Bukowina wird dem multikulturellen Milieu Aufmerksamkeit geschenkt, in dem die in Galizien und der Bukowina zur Zeit der Habsburger Monarchie und in den Jahrzehnten danach geborenen jüdischen Autoren ihren literarischen Werdegang begonnen haben, um ihn später nach dem Verlassen der Heimat in Europa und Amerika fortzusetzen. Analysiert werden vor allem Texte jüdischer Autoren, für die Deutsch zur Sprache des dichterischen Ausdrucks wurde, während sie ihre jüdische Identität beibehielten. Einbezogen werden auch einige Werke von Schriftstellern und Dichtern, die Polnisch oder Jiddisch schrieben.
Im Mittelpunkt der Lehrveranstaltung stehen Werke jüdischer Autoren aus Galizien wie Karl Emil Franzos, Joseph Roth und Alexander Granach sowie die Poesie von Mascha Kaléko. Es werden deutsche Übersetzungen von für Galizien wichtigen jüdischen Autoren wie Bruno Schulz, Debora Vogel und Julian Stryjkowski betrachtet. Die Literaturlandschaft Bukowina soll anhand der Dichtung der für die deutschsprachige Literatur wichtigsten Persönlichkeiten, wie Rose Ausländer und Paul Celan, aber auch anhand des Schaffens weniger bekannter Dichter wie Alfred Kittner, Alfred Gong, Moses Rosenkranz und Immanuel Weißglas, präsentiert werden.
In methodologischer Hinsicht werden Zugänge der literarischen und kulturellen Komparatistik herangezogen und durch die Theorie des Kulturtransfers sowie der Übersetzung „in“ und „zwischen“ den Kulturen erweitert. Von zentraler Bedeutung sind die Konzepte der Intertextualität und des zwischenkulturellen Dialogs. Dabei wird den Fragen der Verarbeitung jüdischer Kontexte in anderssprachigen Literaturen besondere Aufmerksamkeit geschenkt.
Die Methode besteht darin, dass die Lehrende zunächst einen Vortrag hält und anschließend eine Diskussion stattfindet.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Die Lehrveranstaltung wird mit einer mündlichen Prüfung abgeschlossen.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Es können 100 Punkte erreicht werden.
Benotung:
• 1 (sehr gut) 100 – 90 Punkte
• 2 (gut) 89 – 81 Punkte
• 3 (befriedigend) 80 – 71 Punkte
• 4 (genügend) 70 - 61 Punkte

Prüfungsstoff

Alle Inhalte, die in der Lehrveranstaltung durchgenommen wurden. Unterstützende Lernmaterialien zum Inhalt der Vorlesung werden auf Moodle bereitgestellt.
Prüfungsfragen zur Vorlesung: Kultur- und Literaturlandschaften Galizien und Bukowina:
1. Geschichte des galizischen und bukowinischen Judentums. Jüdisches und Jiddisches. Das Problem der jüdischen Identität.
2. Kulturelle jüdisch-deutsche Symbiose Galiziens und der Bukowina im Werk von Karl Emil Franzos.
3. Galizische Kindheit. Fiktionale Raumentwürfe von Manès Sperber, Joseph Roth und Soma Morgenstern.
4. Antisemitismus in Galizien und in der Bukowina. Jüdische Emigration aus dem Osten der Monarchie nach Westen um die Jahrhundertwende. Menschen- und Mädchenhandel.
5. Die Zerstörung der jüdischen Welt Galiziens und der Bukowina im Blutrausch des Ersten Weltkrieges. Shimon An-Ski, Joseph Roth.
6. Westen versus Osten in Der Pojaz von Karl Emil Franzos und Da geht ein Mensch. Roman eines Lebens von Alexander Granach.
7. Jüdische Avantgarde in Galizien der Zwischenkriegszeit: Dichtung der Debora Vogel.
8. Poesie der Lyrikerin aus Galizien Mascha Kaléko.
9. Deutschsprachige Dichterin aus der Bukowina Rose Ausländer.
10. Rezeptionen des Schaffens der deutschen Autoren im Kulturraum Galiziens und der Bukowina.
11. Intertextualität und der jüdische Kontext in der Lyrik Paul Celans.
12. Das Jerusalem-Mythologem in der deutschsprachigen Lyrik aus der Bukowina.

Literatur

In der Vorlesung werden die theoretischen Hintergründe und methodischen Ansätze erläutert sowie die Primärliteratur genannt und die entsprechende Sekundärliteratur bekannt gegeben.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mi 17.06.2026 08:26