Universität Wien FIND

Kehren Sie für das Sommersemester 2022 nach Wien zurück. Wir planen Lehre überwiegend vor Ort, um den persönlichen Austausch zu fördern. Digitale und gemischte Lehrveranstaltungen haben wir für Sie in u:find gekennzeichnet.

Es kann COVID-19-bedingt kurzfristig zu Änderungen kommen (z.B. einzelne Termine digital). Informieren Sie sich laufend in u:find und checken Sie regelmäßig Ihre E-Mails.

Lesen Sie bitte die Informationen auf https://studieren.univie.ac.at/info.

060093 VO+UE 'Sammler' und Individualisten: Die Haskalah in Mitteleuropa (2008W)

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Details

Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Donnerstag 16.10. 13:00 - 14:30 Hörsaal 2 Judaistik UniCampus Hof 7 2L-EG-17
Donnerstag 23.10. 13:00 - 14:30 Hörsaal 2 Judaistik UniCampus Hof 7 2L-EG-17
Donnerstag 30.10. 13:00 - 14:30 Hörsaal 2 Judaistik UniCampus Hof 7 2L-EG-17
Donnerstag 06.11. 13:00 - 14:30 Hörsaal 2 Judaistik UniCampus Hof 7 2L-EG-17
Donnerstag 13.11. 13:00 - 14:30 Hörsaal 2 Judaistik UniCampus Hof 7 2L-EG-17
Donnerstag 20.11. 13:00 - 14:30 Hörsaal 2 Judaistik UniCampus Hof 7 2L-EG-17
Donnerstag 27.11. 13:00 - 14:30 Hörsaal 2 Judaistik UniCampus Hof 7 2L-EG-17
Donnerstag 04.12. 13:00 - 14:30 Hörsaal 2 Judaistik UniCampus Hof 7 2L-EG-17
Donnerstag 11.12. 13:00 - 14:30 Hörsaal 2 Judaistik UniCampus Hof 7 2L-EG-17
Donnerstag 18.12. 13:00 - 14:30 Hörsaal 2 Judaistik UniCampus Hof 7 2L-EG-17
Donnerstag 08.01. 13:00 - 14:30 Hörsaal 2 Judaistik UniCampus Hof 7 2L-EG-17
Donnerstag 15.01. 13:00 - 14:30 Hörsaal 2 Judaistik UniCampus Hof 7 2L-EG-17
Donnerstag 22.01. 13:00 - 14:30 Hörsaal 2 Judaistik UniCampus Hof 7 2L-EG-17
Donnerstag 29.01. 13:00 - 14:30 Hörsaal 2 Judaistik UniCampus Hof 7 2L-EG-17

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Nach einer allgemeinen Einführung in die Frage "Was ist Aufklärung?" werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen allgemeiner und jüdischer Aufklärung erörtert und anschließend kulturelle Transferprozesse anhand von mehreren, die mitteleuropäische Haskalah charakterisierenden Themenbereichen analysiert:

Am Beispiel von vier Periodika -- Kohelet Musar (Berlin 1758?), Ha-Meassef (Königsberg/Berlin 1783-1797), Jüdischdeutsche Monatschrift (Prag 1802), Sulamith (Dessau 1806-1848) -- werden sowohl die Verwendung des modernen publizistischen Mediums als auch die ideologische Funktion von Sprache (Hebräisch, Jüdisch-deutsch, Deutsch) thematisiert. Durch close reading der Editorials soll u.a. gezeigt werden, dass die Sprachwahl mit einem Abgrenzungsdiskurs verbunden war und die bewusste Exklusion bestimmter Lesersegmente (Frauen, Ungebildete, Nichtjuden, traditionelle Juden) bezweckte.

Der im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts auch die jüdische Bevölkerung betreffende Disziplinierungsdiskurs wird anhand ausgesuchter Themenfelder erörtert; wie etwa die veränderte Einstellung zu Körper und Gesundheit, Beerdigungsdebatte und Wandel der Erziehungsmodelle.

Die konzeptuellen Unterschiede zwischen traditioneller und moderner jüdischer Erziehung ermöglichen einen Einblick in wichtige gesellschaftspolitische und religiöse Transformationsprozesse innerhalb des Judentums, während der Vergleich zwischen den Schulgründungen in der Habsburger Monarchie und in den Deutschen Ländern Rückschlüsse auf die Rolle des Staates im angegebenen Zeitraum zulässt.

Die Narrativanalyse in den Autobiographien der jüdischen Aufklärer Salomon Maimon (1753-1800), Lazarus Bendavid (1762-1832) und Peter Beer (1758-1838) gibt einerseits Aufschluss über das Selbstbild der Maskilim als Vermittler zwischen Kulturen und verweist andererseits auf die Problematik moderner jüdischer Identität in voremanzipatorischen Gesellschaften.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

aktive Teilnahme und 10 minütiges, mündliches Referat (Präsentation einer Quelle) ersetzen die Prüfung

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Die Lehrveranstaltung bietet einen repräsentativen Überblick über Quellentexte und moderne Sekundärliteratur zur ersten Phase der Haskalah in Mitteleuropa. Die Beschäftigung mit so unterschiedlichen Quellensorten wie Predigten, Pamphleten, Zeitschriftenartikeln, staatlichen Dekreten, Autobiographien, etc. ermöglicht auch die theoretische Diskussion verschiedener Textanalyseverfahren.

Prüfungsstoff

verschiedene Textanalyseverfahren (close reading, Narrativanalyse), gender-Fragen, lebensweltlicher Ansatz, kulturelle Transferprozesse

Literatur

für den 16.10. vorzubereiten:
Immanuel Kant, "Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?", in: Ehrhard Bahr (Hg.), Was ist Aufklärung? Thesen und Definitionen, Stuttgart: Reclam 1974, 9-17.
Moses Mendelssohn, "Über die Frage: was heißt aufklären?", in: Ehrhard Bahr (Hg.), Was ist Aufklärung? Thesen und Definitionen, Stuttgart: Reclam 1974, 3-8.
vollständige Bibliographie und Syllabus im Semesterapparat

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

neu BA, MA: U1-442, U2-442; alt Bakk, Mag: U45

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:30