Universität Wien FIND

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070024 PS BA-Proseminar - Ghettos in Europa unter deutscher Besatzung 1939-1945 (2020S)

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 7 - Geschichte
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Mittwoch 04.03. 11:00 - 13:00 Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
Mittwoch 11.03. 11:00 - 13:00 Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
Mittwoch 18.03. 11:00 - 13:00 Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
Mittwoch 25.03. 11:00 - 13:00 Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
Mittwoch 01.04. 11:00 - 13:00 Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
Mittwoch 22.04. 11:00 - 13:00 Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
Mittwoch 29.04. 11:00 - 13:00 Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
Mittwoch 06.05. 11:00 - 13:00 Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
Mittwoch 13.05. 11:00 - 13:00 Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
Mittwoch 20.05. 11:00 - 13:00 Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
Mittwoch 27.05. 11:00 - 13:00 Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
Mittwoch 03.06. 11:00 - 13:00 Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
Mittwoch 10.06. 11:00 - 13:00 Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
Mittwoch 17.06. 11:00 - 13:00 Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
Mittwoch 24.06. 11:00 - 13:00 Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Die mit dem deutschen Überfall auf Polen einhergehende schnelle Konzentration der jüdischen Bevölkerung führte rasch zur Einrichtung der ersten sogenannten Ghettos, einer zwangsweisen Internierung in festgelegten Stadtteilen, die mit Zäunen, Mauern und Wachposten abgesperrt wurden.
Im Laufe der ersten Kriegsjahre nahm der Umfang der Ghettoisierung in vom Deutschen Reich besetzten Gebieten Mittel- und Osteuropas ständig zu. Ghettos wurden auch zu Deportationszielen für die jüdische Bevölkerung aus dem Reichsgebiet und Westeuropa bestimmt. Mit dem Entschluss zur Ermordung der europäischen Juden, Frauen wie Männer, wurden die Ghettos ab Anfang 1942 sukzessive unter massiver Gewaltanwendung aufgelöst und die bis dahin überlebende verarmte und ausgehungerte jüdische Ghettobevölkerung in Vernichtungslagern ermordet. Einzelne Ghettos (Łódź) bestanden allerdings bis 1944, wobei die Zwangsarbeit der Ghettobevölkerung und der daraus gezogene ökonomische Nutzen für die deutschen Verantwortlichen dafür wesentliche Faktoren waren. Zugleich war die „Produktivmachung“ von Ghettos der Versuch einer Rettungsstrategie von „Judenräten“, die - allerdings vergeblich - darauf hofften, dass der ökonomische Nutzen der Ghettos für das Deutsche Reich das Überleben der jüdischen Insassen längerfristig sichern könnte.
Im Proseminar wird die Geschichte der NS-Ghettos von 1939 bis 1944 sowohl aus der Perspektive der deutschen Vernichtungspolitik als auch aus der Perspektive der jüdischen Ghettogesellschaft behandelt. In Bezug auf die Ghettogesellschaft wird es um Fragen von Handlungsräumen, Verteilungskonflikten, Überlebensformen, der Politik von Judenräten und von Formen des Widerstandes und Kollaboration gehen, aber auch um grundsätzliche Fragen, die sich mit dem Begriff des „Zivilisationsbruchs“ verbinden. Nicht zuletzt soll es auch um die Frage der Nachgeschichte der Ghettos gehen: um Erinnerungskultur, um juristische Aufarbeitung und um Entschädigung.
Die Themen werden anhand von einschlägiger Literatur und ausgewählten Quellen (schriftliche, mündliche, bildliche) bearbeitet werden. Ziel ist die Gewinnung von Überblick und spezifischer Kenntnisse über Ghettos, ihre Einordnung in die Geschichte der NS-Herrschaft und des Holocaust sowie die Kenntnis des Forschungsfeldes und von historischen Debatten zum Thema.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

- regelmäßige Teilnahme und Diskussionsbeteiligung, kleinere schriftliche Aufgaben, Referat und Präsentation,
- Proseminararbeit im Umfang von ca. 15 Manuskriptseiten zu einem ausgewählten Spezialthema der Ghetto-Geschichte

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Bewertet werden mündliche Diskussionsbeiträge wie die Präsentation, kleinere schriftliche Aufgaben wie Konzepte oder Literaturzusammenfassungen sowie die Proseminararbeit. Alle Teilleistungen müssen positiv absolviert werden.
Kleinere schriftliche Aufgaben: 10 %
Referat: 20 %
PS-Arbeit: 70 %

Prüfungsstoff

Das erfolgreiche Verfassen einer schriftlichen PS-Arbeit (vorgegebener Umfang: ca. 15 Manuskriptseiten, ca. 40.000 Zeichen), die den wissenschaftlichen Anforderungen eines Studiums der Geschichte an der Universität Wien genügt.

Literatur

Die zu lesende Literatur wird in der LV und auf Moodle laufend bekannt gemacht.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

BA Geschichte (Version 2012): Zeitgeschichte (5 ECTS).
BA Geschichte (Version 2019): M6 Historische Arbeiten, PS Proseminar (5 ECTS).
BEd UF GSP: UF GSP 04 Frauen- und Geschlechtergeschichte, Osteuropäische Geschichte, Wirtschafts- und Sozialgeschichte (5 ECTS).
Interdisziplinäres MA Zeitgeschichte und Medien (Version 2016): M2a Einführung in den Forschungsprozess. Design und Methoden 1, PS Proseminar aus Zeitgeschichte (5 ECTS).

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:20