Universität Wien
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070026 SE Forschungsseminar Österreich in seinem Umfeld (2026S)

Soziale Netzwerke, Verwandtschaft und Geschlechterbeziehungen in Zentraleuropa

10.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 7 - Geschichte
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

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Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

  • Dienstag 10.03. 10:45 - 12:15 Seminarraum Geschichte 1 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 10
  • Dienstag 17.03. 10:45 - 12:15 Seminarraum Geschichte 1 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 10
  • Dienstag 24.03. 10:45 - 12:15 Seminarraum Geschichte 1 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 10
  • Dienstag 14.04. 10:45 - 12:15 Seminarraum Geschichte 1 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 10
  • Dienstag 21.04. 10:45 - 12:15 Seminarraum Geschichte 1 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 10
  • Dienstag 28.04. 10:45 - 12:15 Seminarraum Geschichte 1 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 10
  • Dienstag 05.05. 10:45 - 12:15 Seminarraum Geschichte 1 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 10
  • Dienstag 12.05. 10:45 - 12:15 Seminarraum Geschichte 1 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 10
  • Dienstag 19.05. 10:45 - 12:15 Seminarraum Geschichte 1 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 10
  • Dienstag 26.05. 10:45 - 12:15 Seminarraum Geschichte 1 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 10
  • Dienstag 02.06. 10:45 - 12:15 Seminarraum Geschichte 1 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 10
  • Dienstag 09.06. 10:45 - 12:15 Seminarraum Geschichte 1 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 10
  • Dienstag 16.06. 10:45 - 12:15 Seminarraum Geschichte 1 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 10
  • Dienstag 23.06. 10:45 - 12:15 Seminarraum Geschichte 1 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 10

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

EINLEITUNG
Städtische Gemeinschaften und soziale Netzwerke im spätmittelalterlichen Zentraleuropa

Wie lassen sich soziale und wirtschaftliche Beziehungen in spätmittelalterlichen Städten, Migration und die Entstehung neuer Familien nachverfolgen und erforschen? Welche Formen von Gemeinschaftsbildung und welche Netzwerke beeinflussten die Integration von Neuankömmlingen? Und welche Rolle spielten Frauen in städtischen Beziehungsgeflechten? Schließlich: Welche Arten von Überlieferungen können herangezogen werden, um sozial- und geschlechtergeschichtliche Fragestellungen anhand der städtischen Gesellschaft zu untersuchen?

Das Forschungsseminar zielt darauf ab, den Unterschied zwischen west- und südeuropäischen Städten mit starken Patrizierfamilien einerseits und ostmitteleuropäischen Städten (z. B. österreichische, böhmische oder ungarische Städte) andererseits herauszuarbeiten, in denen sich der Kreis der einflussreichen Familien oft innerhalb von zwei oder drei Generationen veränderte und erneuerte.

Das Forschungsseminar bietet daher (1) eine Einführung in grundlegende Fragen, Debatten und Ansätze der Forschung zu sozio-ökonomischen Netzwerken und städtischer Gemeinschaftsbildung sowie zu Verwandtschafts- und Geschlechterverhältnissen in Städten des spätmittelalterlichen Mitteleuropas.

Wir werden (2) einige ausgewählte Städte unterschiedlicher Größe, politischer Bedeutung und territorialer Zugehörigkeit (z. B. Wien, Wiener Neustadt, Pressburg, Ödenburg und möglicherweise weitere Städte je nach Interesse) anhand ausgewählter mittelalterlicher Quellen (Stadtbücher, Rechnungsbücher, Grundbücher, Bruderschaftsregister, private Geschäftsbücher, Testamente und Tagebücher) untersuchen. Ziel ist es, die Personennetzwerke und sich überschneidenden Gemeinschaften zu bestimmen, die bei der Integration von Neuankömmlingen ebenso wie im Fall von Konflikten sowie beim Aufstieg und Fall von städtischen Akteuren eine Rolle spielten. Darüber hinaus werden wir (3) die Rolle von Geschlechterbeziehungen beim Aufbau dieser Netzwerke, die wirtschaftlichen Interessen städtischer Familien, die Entwicklung von Nachbarschaften und die Rolle religiöser Bruderschaften beleuchten.

Im ersten Teil des Seminars werden wir uns über ausgewählte Fachliteratur (vor allem in deutscher und englischer Sprache) den konzeptuellen Fragen annähern, die derzeit in der internationalen Debatte zu Stadt, Verwandtschaft, Geschlecht und soziale Netzwerke im Mittelalter diskutiert werden.

Im nächsten Schritt setzen wir uns mithilfe einschlägiger Spezialliteratur mit möglichen Zugängen und Themen sowie mit der vorhandenen Überlieferung auseinander. In dieser Phase wählen die Studierenden aus einem vorgegebenen Themenkatalog ein Referatsthema aus.

Der Themenkatalog korrespondiert mit identifizierten Quellenbeständen, die die Studierenden im dritten Teil des Seminars, angeleitet von den Lehrenden, bearbeiten werden.

Die Bereitschaft und Fähigkeit zur Arbeit mit mittelalterlichen Quellen (überwiegend Frühneuhochdeutsch, teilweise Latein) ist Voraussetzung.

Im vierten Teil werden die Ergebnisse präsentiert. Im Anschluss an das Seminar ist eine Forschungsseminararbeit zu verfassen, die verpflichtend bis zum 31. Juli 2026 abzugeben ist.

Nach einem Feedback durch die Lehrenden kann die Arbeit überarbeitet werden. Die endgültige Fassung der FS-Arbeit muss bis spätestens 25. September 2026 vorliegen.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

DIDAKTISCHE ZIELE
Die Studierenden sollen folgende Fähigkeiten erwerben:
• Fähigkeit, auf der Basis des Forschungsstandes (inkl. Theoretischer und methodologischer Zugänge) eine Problemstellung/Forschungsfrage der österreichischen Geschichte (Schwerpunkt Mittelalter) selbständig zu erfassen, zu analysieren und zu bewerten;
• Fähigkeit, angeleitet eine klar abgegrenzte Forschungsfrage zu entwickeln und aus der eigenen Forschung eigenständige Schlussfolgerungen zu ziehen;
• Fähigkeit, Quellen zu einer Forschungsfrage der Österreichischen Geschichte, Schwerpunkt Mittelalter, selbstständig mit angemessenen Methoden zu erfassen und auszuwerten;
• Fähigkeit, eine formal korrekte, klar gegliederte, wissenschaftlich argumentierte, inhaltlich und methodisch vertretbare geschichtswissenschaftliche Arbeit mittleren Umfangs und eine Kurzzusammenfassung in englischer Sprache zu verfassen und die Ergebnisse professionell zu präsentieren;
• Fähigkeit, den Arbeitsplan für eine Forschungsarbeit im Bereich der Mittelalterlichen Geschichte zu erstellen, durchzuführen und Fristen einzuhalten.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Das Forschungsseminar besteht aus mehreren regulären Terminen und möglicherweise zwei halb-tägigen Blockveranstaltung (Archivbesuch, Stadtbesuch). Die während des Semesters erarbeiteten Themen werden im Laufe des Semesters in unterschiedlichen Formaten präsentiert und diskutiert.

Nach einer gemeinsamen Lektüre und Diskussion einiger Basistexte auf der Basis regelmäßiger schriftlicher Vorbereitungen (3 Seiten) anhand eines methodischen Fragenkatalogs werden die Referatsrahmenthemen vorgestellt und für die Detailplanung ausgewählt.

Die Ausarbeitung der einzelnen Referatsthemen erfolgt bis zum ersten Referatstermin.

Die Beurteilung setzt sich aus regelmäßiger Teilnahme (10%), Diskussion (10%), kontinuierlicher Vorbereitung der Termine (10%), den beiden Präsentationen (inkl. 1–2 Seiten Abstract) (19%) sowie einer schriftlichen Arbeit im Umfang von ca. 65.000 Zeichen (= ca. 25 Seiten Text) zusammen (51%).

ACHTUNG: Ohne Abgabe der schriftlichen Arbeit bis spätestens 31. Juli 2026 ist kein positiver Abschluss des Seminars möglich. Auch muss die (überarbeitete) schriftliche Arbeit positiv beurteilt werde, damit die LV insgesamt positiv abgeschlossen werden kann.

Zur Sicherung der guten wissenschaftlichen Praxis kann die Lehrveranstaltungsleitung bei Plagiatsverdacht bzw. der unsachgemäßen Verwendung von KI eine mündliche Reflexion der abgegebenen schriftlichen Arbeiten vorsehen, die erfolgreich zu absolvieren ist.

In der LV setzen Sie sich selbstständig mit mittelalterlichen Quellen (ediert und unediert) auseinander. Grundkenntnisse der lateinischen sowie der frühneuhochdeutschen Sprache werden vorausgesetzt!

Prüfungsstoff

Keine individuelle Abschlussprüfung. Schriftliche Vorbereitung (über die Lektüre); selbstständige Forschung und Quellenarbeit; Präsentationen; gemeinsame Diskussionen im Plenum; schriftliche Seminararbeit.

Literatur

Basisliteratur (überwiegend auf Deutsch und Englisch) wird auf Moodle zur Verfügung gestellt.
In der LV setzen Sie sich selbstständig mit mittelalterlichen Quellen (ediert und unediert) auseinander. Grundkenntnisse der frühneuhochdeutschen sowie der lateinischen Sprache werden vorausgesetzt!

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

SP: Mittelalter, Osteuropäische Geschichte, Österreichische Geschichte, Digital Humanities / Digitale Geschichtswissenschaft, Wirtschafts- und Sozialgeschichte

Letzte Änderung: Fr 27.02.2026 17:06