Universität Wien
Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

070043 SE Forschungsseminar- Geschichte der Gewalt: Russland, Sowjetunion, Osteuropa (2026S)

10.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 7 - Geschichte
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

  • Dienstag 03.03. 17:00 - 18:30 Seminarraum des Instituts für Osteuropäische Geschichte UniCampus Hof 3 2Q-EG-27
  • Dienstag 10.03. 17:00 - 18:30 Seminarraum des Instituts für Osteuropäische Geschichte UniCampus Hof 3 2Q-EG-27
  • Dienstag 17.03. 17:00 - 18:30 Seminarraum des Instituts für Osteuropäische Geschichte UniCampus Hof 3 2Q-EG-27
  • Dienstag 24.03. 17:00 - 18:30 Seminarraum des Instituts für Osteuropäische Geschichte UniCampus Hof 3 2Q-EG-27
  • Dienstag 14.04. 17:00 - 18:30 Seminarraum des Instituts für Osteuropäische Geschichte UniCampus Hof 3 2Q-EG-27
  • Dienstag 21.04. 17:00 - 18:30 Seminarraum des Instituts für Osteuropäische Geschichte UniCampus Hof 3 2Q-EG-27
  • Dienstag 28.04. 17:00 - 18:30 Seminarraum des Instituts für Osteuropäische Geschichte UniCampus Hof 3 2Q-EG-27
  • Dienstag 05.05. 17:00 - 18:30 Seminarraum des Instituts für Osteuropäische Geschichte UniCampus Hof 3 2Q-EG-27
  • Dienstag 12.05. 17:00 - 18:30 Seminarraum des Instituts für Osteuropäische Geschichte UniCampus Hof 3 2Q-EG-27
  • Dienstag 19.05. 17:00 - 18:30 Seminarraum des Instituts für Osteuropäische Geschichte UniCampus Hof 3 2Q-EG-27
  • Dienstag 26.05. 17:00 - 18:30 Seminarraum des Instituts für Osteuropäische Geschichte UniCampus Hof 3 2Q-EG-27
  • Dienstag 02.06. 17:00 - 18:30 Seminarraum des Instituts für Osteuropäische Geschichte UniCampus Hof 3 2Q-EG-27
  • Dienstag 09.06. 17:00 - 18:30 Seminarraum des Instituts für Osteuropäische Geschichte UniCampus Hof 3 2Q-EG-27
  • Dienstag 16.06. 17:00 - 18:30 Seminarraum des Instituts für Osteuropäische Geschichte UniCampus Hof 3 2Q-EG-27
  • Dienstag 23.06. 17:00 - 18:30 Seminarraum des Instituts für Osteuropäische Geschichte UniCampus Hof 3 2Q-EG-27
  • Dienstag 30.06. 17:00 - 18:30 Seminarraum des Instituts für Osteuropäische Geschichte UniCampus Hof 3 2Q-EG-27

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine und die darin manifestierten tausende Akte von systemischer, kollektiver und individueller Gewalt haben die Frage nach deren Ursachen wieder auf die Tagesordnung gesetzt. Ist die Bereitschaft zu Gewalt in einigen Gesellschaften höher als in anderen? Gibt es spezifische Räume verdichteter Gewalt („Bloodlands“), und, wenn ja, welche historischen Hintergründe haben sie? Welche Position nehmen Russland, die sowjetische Erfahrung und Osteuropa ein? Welche Konzepte haben die Geschichtsforschung und andere Disziplinen entwickelt, um sich der Frage anzunähern? Auf welche Quellen können sie sich stützen? Dies sind Fragen, welchen das Forschungsseminar nachzugehen versucht.

Ziel der LV ist die Vermittlung von Orientierungswissen und Literaturkenntnis zum Konzept Gewaltgeschichte mit dem geographischen Schwerpunkt Russland, Sowjetunion und Osteuropa, ferner die Unterstützung selbstständiger Recherche, das Üben schriftlicher und mündlicher Präsentation und die Förderung sprachlicher Präzision.

Die LV findet wöchentlich statt; in Phase I (März) wird durch gemeinsame Lektüre und Literaturdiskussion ein gemeinsames Wissensfundament erarbeitet und werden die individuellen Forschungsthemen festgelegt. In Phase II (April–Mai) werden die Forschungen durchgeführt; Phase III (Mai–Juni) dient der Präsentation der Arbeitsberichte und Formulierung der schriftlichen Arbeit.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Die Teilnehmenden wählen individuell oder in Kleingruppen innerhalb des Rahmenthemas ein konkretes Forschungsthema. Die praktische Forschung erfolgt anhand von Literatur, Quellen und Daten. Sie umfasst vorläufige Festlegung und Begründung der Fragestellung/en; Auswahl resp. Herstellung und Dokumentation geeigneten Materials; Kritik, Interpretation und Analyse des Materials mit geeigneten Methoden; Formulierung der Forschungsergebnisse in einer Forschungsseminararbeit.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Die Beurteilung erfolgt anhand der Komponenten: Mitarbeit, Konzept, mündliche Präsentation, schriftliche Arbeit. Die zu verfassenden Seminararbeiten haben eine Länge von ca. 65.000 Zeichen, einschließlich Leerzeichen und Fußnoten, Titelblatt, Inhaltsverzeichnis, Bibliographie, ohne Grafiken (= ca. 25 Manuskriptseiten 1½ zeilig, 12pkt, Times New Roman). Kurzzusammenfassungen (Abstracts) haben eine Normlänge von 1.000 Zeichen und sind in englischer Sprache zu verfassen. Es sind Einzelarbeiten und Gruppenarbeiten möglich. Bei Gruppenarbeiten muss der Anteil jedes/jeder Studierenden ausgewiesen werden. Beurteilt werden die aktive Teilnahme, die Diskussionsbeiträge, praktisches Forschen und die Forschungsseminararbeit.

Prüfungsstoff

Erwartet wird das Erarbeiten von Orientierungswissen zum Thema der LV und von Spezialwissen zum Thema der Präsentation.

Literatur

Jörg Baberowski/Gabriele Metzler (Hg.), Gewalträume. Soziale Ordnungen im Ausnahmezustand, Frankfurt a.M.: Campus 2012.
Jörg Baberowski, Verbrannte Erde: Stalins Herrschaft der Gewalt. 2. Aufl., München: Beck, 2012.
Marie-Janine Calic, Der erste „neue Krieg“? Staatszerfall und Radikalisierung der Gewalt im ehemaligen Jugoslawien, in: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History 2/1, 2005, 71–87, https://doi.org/10.14765/zzf.dok-2028.
Stig Förster, Alles schon mal dagewesen? Der russische Aggressionskrieg gegen die Ukraine in historischer Perspektive, in: SIRIUS – Zeitschrift für Strategische Analysen, 6/4, 2022, 415–422. https://doi.org/10.1515/sirius-2022-4005.
Christian Gudehus/Michaela Christ (Hg.), Gewalt: Ein interdisziplinäres Handbuch, Stuttgart: J.B. Metzler, 2013.
Friedrich Jäger, Der Mensch und die Gewalt. Perspektiven der historischen Forschung, in: ders./Jürgen Straub (Hg.), Was ist der Mensch, was Geschichte? Annäherungen an eine kulturwissenschaftliche Anthropologie. Jörn Rüsen zum 65. Geburtstag, Bielefeld: Transcript 2005, 301–323.
Wladimir Kantor, Gewalt und Zivilisation in Rußland, Berichte des BIOst Nr. 11, Köln: Bundesinstitut f. internat. u. ostwissenschaftliche Studien 1997.
Gerd Koenen, Im Widerschein des Krieges: Nachdenken über Russland, München: C.H. Beck 2023.
Keith Lowe, Der wilde Kontinent: Europa in den Jahren der Anarchie 1943–1950, Stuttgart: Klett-Cotta 2014.
Wolfgang Knöbl, Perspektiven der Gewaltforschung, in: Mittelweg 36/3, 2017, 4–27.
Karl Heinz Metz, Geschichte der Gewalt: Krieg, Revolution, Terror, Darmstadt: Wiss. Buchges. 2010.
Mark Mazower, Dark Continent: Europe’s Twentieth Century, London: Lane, 1998.
Jutta Nowosadtko, „Gewalt – Gesellschaft – Kultur“: Ein Ersatz für „Krieg – Staat – Politik“?, in: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History, 2/1, 2005, 90–94.
Jan Philipp Reemtsma, Gewalt: Monopol, Delegation, Partizipation, in: Wilhelm Heitmeyer/Hans-Georg Soeffner (Hg.), Gewalt. Entwicklungen, Strukturen, Analyseprobleme, Frankfurt a.M.: Suhrkamp 2004, 346–361.
Joachim Renn/Jürgen Straub, Gewalt in modernen Gesellschaften. Stichworte zu Entwicklungen und aktuellen Debatten in der sozialwissenschaftlichen Forschung, in: Handlung Kultur Interpretation 11/2, 2002, 199–224.
Felix Schnell, Der Sinn der Gewalt. Der Ataman Volynec und der Dauerpogrom von Gajsin im Russischen Bürgerkrieg (1919), in: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History, 5/1, 2008, 18–39, https://doi.org/10.14765/zzf.dok-1880.
James J. Sheehan, Kontinent der Gewalt: Europas langer Weg zum Frieden, München: Beck 2008.
Timothy Snyder, Bloodlands: Europa zwischen Hitler und Stalin. 6., erweiterte Auflage. München: C.H. Beck, 2022.
Michel Wieviorka, Die Gewalt. Aus dem Französischen von Michael Bayer, Hamburg: Hamburger Edition 2006.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Schwerpunkte: Historisch-Kulturwissenschaftliche Europaforschung, Wirtschafts- und Sozialgeschichte

MA Geschichte (Version 2019): PM2 Konzeption und Einübung selbstständiger Forschungsprozesse / PM 3 Durchführung eines selbstständigen Forschungsprozesses, SE Forschungsseminar (10 ECTS).

Letzte Änderung: Do 12.02.2026 10:05