Universität Wien FIND

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Regelungen zum Lehrbetrieb vor Ort inkl. Eintrittstests finden Sie unter https://studieren.univie.ac.at/info.

Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

070094 SE Seminar - Provenienzforschung (2021S)

8.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 7 - Geschichte
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung
DIGITAL

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first serve").

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine

Vorbesprechung:
MI 10.03.2021 09.00-11.00 Digital (Bestätigt)
Weitere Termine:
MI 24.03.2021 09.00-13.00 Digital (Bestätigt)
MI 14.04.2021 09.00-13.00 Digital (Bestätigt)
MI 05.05.2021 09.00-13.00 Digital (Bestätigt)
DI 15.06.2021 09.00-13.00 Digital (Bestätigt)
MI 16.06.2021 09.00-13.00 Digital (Bestätigt)


Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

NS-Raubkunst wie die "Goldene Adele" aus dem Belvedere, der Skandal um die Sammlung von Cornelius Gurlitt, Rückgabe kolonialer Kulturgüter - dies sind nur ein paar Stichworte, die heutzutage unter dem Begriff "Provenienzforschung" fallen. Provenienzforschung untersucht die Herkunft und Geschichte von Kulturgütern im jeweiligen historischen Kontext, wobei den Besitzverhältnissen und Entziehungskontexten besondere Aufmerksamkeit zukommt. Damit verbunden ist ein weltweit wachsendes Bewusstsein für das Kulturerbe (»Cultural Heritage«), dessen Definition und Schutz.
Seit rund 20 Jahren wird in Österreich und Deutschland, sei es in der Geschichtswissenschaft oder der Kunstgeschichte, nach NS-Raubgut geforscht, in vielen Fällen ist es zu Restitutionen an die rechtmäßigen (meist jüdischen) Eigentümer gekommen. Die Bandbreite reicht dabei von Gemälden über Sammlungen bis zu Patenten und Automobilen. Wegweisend für Rückgaben war die Verabschiedung des Österreichischen Kulturrückgabegesetzes von 1998 sowie die Einsetzung der Kommission für Provenienzforschung.
Seit 2018 wird parallel, angestoßen durch das Humboldt-Forum in Berlin, die Präsentation kolonialer Objekte unter dem Stichwort "Raubkunst" kontrovers diskutiert, auch das "Weltmuseum Wien" ist in diese Debatten eingebunden.
Schwerpunkt des Seminars liegt jedoch auf der NS-Raub-Debatte!
Das Seminar bietet Einführung und Überblick durch die Arbeit an konkreten Fallbeispielen, dabei steht das Thema Wien nach dem "Anschluss" 1938 und die Entrechtung/ Vertreibung jüdischer BürgerInnen im Mittelpunkt. Die Entwicklung eines Problembewusstseins für Fragen der Restitution ist Lernziel.
Es werden die verschiedenen Arbeitsfelder und Objektgruppen aus Museen und Institutionen vorgestellt und Debatten nachvollzogen. Im Rahmen von Kleingruppen werden anhand von Objekten Beispiele von NS-Raubgut und die Enteignungen ihrer BesitzerInnen erarbeitet und in der Projektvorstellung präsentiert. Aufbauend auf diesen Vorarbeiten wird eine Seminararbeit im Bereich Provenienzforschung geschrieben, dafür sind eigenständige Archivarbeiten nötig.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Regelmäßige Vorbereitung der Seminarlektüre, Projektpräsentation (in Kleingruppen), Seminararbeit (ca. 20 Seiten, Abgabe 1.9.2021). Bitte beachten Sie, es sind eigenständige Archivarbeiten erforderlich!
Da das Seminar pandemiebedingt in Blocksitzungen abgehalten wird, ist dazwischen viel eigene Recherchearbeit (Bibliotheken, Museen) zu leisten.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Geübt werden das Arbeiten mit wissenschaftlichen Texten und der quellenkritische Umgang mit Quellen unterschiedlichen Typs, die Projektpräsentation und die Bearbeitung eines selbstgewählten Themas für die Seminararbeit. Dies erfordert eigenständiges Arbeiten im Archiv!

Prüfungsstoff

Siehe oben.

Literatur

Verena Pawlowsky/Harald Wendelin, Enteignete Kunst. Raub und Rückgabe – Österreich von 1938 bis heute, Wien 2006.
Elisabeth Angermair (Hrsg.): Die Rosenthals. Der Aufstieg einer jüdischen Antiquarsfamilie zu Weltruhm. Wien 2002.
Sophie Lillie: Was einmal war. Handbuch der enteigneten Kunstsammlungen Wiens. Wien 2003.
Schriftenreihe der [Österreichischen] Kommission für Provenienzforschung, hier insb. Bd. 1, "... wesentlich mehr Fälle als angenommen". 10 Jahre Kommission für Provenienzforschung, 2009; Bd. 3, Kunst sammeln, Kunst handeln. Beiträge des Internationalen Symposiums in Wien, herausgegeben von Eva Blimlinger und Monika Mayer, 2012.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

AER: Zeitgeschichte.
MA Geschichte (Version 2014): PM4 Wahlbereich, SE Seminar (8 ECTS).
MA Geschichte (Version 2019): PM4 Individuelle Schwerpunktsetzung, SE Seminar (8 ECTS).
Interdisziplinäres MA Zeitgeschichte und Medien (Version 2016): M4a Seminar zu Zeitgeschichte und Medien, SE Seminar aus Zeitgeschichte (5 ECTS) / M4b Wahlbereich - Spezialthemen zu Zeitgeschichte und Medien II, SE Seminar aus Zeitgeschichte (8 ECTS).
Interdisziplinäres MA Zeitgeschichte und Medien (Version 2019): M4a Seminar zu Zeitgeschichte und Medien, SE Seminar aus Zeitgeschichte (8 ECTS) / M4b Wahlbereich - Spezialthemen zu Zeitgeschichte und Medien II, Bereich Zeitgeschichte, SE Seminar aus Zeitgeschichte (8 ECTS).

Letzte Änderung: Mi 21.04.2021 11:26