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070163 PS BA-Proseminar - Politik, Katholizismus und Geschlecht (2019S)

Katholische Frauenvereine in Österreich im 19. und 20. Jahrhundert

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 7 - Geschichte
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Mittwoch 13.03. 11:30 - 14:45 Seminarraum 16 Oskar-Morgenstern-Platz 1 3.Stock
Mittwoch 20.03. 11:30 - 13:00 Hörsaal 29 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
Mittwoch 27.03. 11:30 - 13:00 Hörsaal 29 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
Mittwoch 03.04. 11:30 - 13:00 Hörsaal 29 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
Mittwoch 10.04. 11:30 - 14:45 Seminarraum 16 Oskar-Morgenstern-Platz 1 3.Stock
Mittwoch 08.05. 11:30 - 14:45 Seminarraum 16 Oskar-Morgenstern-Platz 1 3.Stock
Mittwoch 15.05. 11:30 - 13:00 Hörsaal 29 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
Mittwoch 22.05. 11:30 - 14:45 Seminarraum 16 Oskar-Morgenstern-Platz 1 3.Stock
Mittwoch 29.05. 11:30 - 13:00 Hörsaal 29 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
Mittwoch 05.06. 11:30 - 13:00 Hörsaal 29 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Im Mittelpunkt der Lehrveranstaltung steht die Vereinstätigkeit von katholischen Frauen. Am Beginn werden die Studierenden in Debatten und Fragestellungen geschlechterhistorischer Forschung eingeführt, danach beschäftigt sich das Seminar mit verschiedenen Facetten des Lehrveranstaltungsthemas: Von Frauenwohltätigkeitsvereinen der Mitte des 19. Jahrhunderts, über die so genannte "Lueger-Garde" – Mitglieder des Christlichen Wiener Frauen-Bundes, die antisemitische Kampagnen verbreiteten und Wahlwerbung für Karl Lueger machten – bis zu katholischen Frauen im NS-Widerstand reicht das breite Spektrum an religiös motiviertem Aktivismus. Obwohl zahlreiche Quellen die politische Tätigkeit katholischer Frauen belegen, wurde bisher wenig über sie geforscht. Diese Akteurinnen bieten mitunter wenig Identifikationspotential; in diesem Seminar wird ihr Engagement aus der Perspektive von agency/structure beleuchtet und damit ein Raum eröffnet, der kritisches Nachdenken und Forschen ermöglicht.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

• Gemeinsame Lektüre und Diskussion einschlägiger Texte zum Thema, kleine Übungen, Präsentation des gewählten Forschungsthemas und seiner Fortschritte. Anwesenheit ist für den erfolgreichen Abschluss des Kurses verpflichtend.
• Seminararbeit: In einem weiteren Schritt forschen die Studierenden selbst zu einer von ihnen gewählten Aktivistin oder einem Verein, und verfassen eine 15-seitige Abschlussarbeit aus geschlechterhistorischer Perspektive. (Englisch oder Deutsch).

Die im Kurs behandelte Lektüre dient als Grundlage für die Analyse von Primärquellen. Das abschließende Thema der Seminararbeit muss mit den Kursleiterinnen erarbeitet und von ihnen bestätigt werden. Die Seminararbeit soll etwa 15 Seiten umfassen: 40.000 Zeichen (± 5%), einschließlich Leerzeichen, Fußnoten, Titelseite, Inhaltsverzeichnis, Bibliographie (sollte sich aus 1/3 Monographien, 1/3 Zeitschriftenartikel oder Kapitel in Sammelbänden und 1/3 Online-Ressourcen zusammensetzen).

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Das Seminar konzentriert sich auf die genaue Lektüre von Sekundärliteratur und Primärquellen sowie eigenständige Forschung. Eine positive Gesamtnote erfordert das Erfüllen von Voraussetzungen aus allen Seminaranforderungen. Eine Bedingung für die Teilnahme ist, neben guten Englischkenntnissen, die Bereitschaft, sich mit Fragen aus dem Bereich der Geschlechterforschung zu beschäftigen.

Prüfungsstoff

Literatur

(Auswahl)
- Adams, Christine. "Maternal Societies in France: Private Charity Before the Welfare State." Journal of Women's History 17, Nr. 1 (2005), 87-111.
- Bandhauer-Schöffmann, Irene. „Remaskulinisierung. Die Katholische Frauenbewegung in Österreich in den 1930er Jahren.“ In: ÖZG 26, Nr. 2 (2015), 214-226.
- Kogler, Nina. „Geschlechter-Geschichte der Katholischen Aktion im Austrofaschismus. Diskurse – Strukturen – Relationen.“ Religion – Kultur – Gesellschaft. Studien zur Kultur- und Sozialgeschichte des Christentums in Neuzeit und moderne Bd. 4. Wien: Lit Verlag, 2014.
- Kronthaler, Michaela. „Die Frauenfrage als treibende Kraft. Hildegard Burjans innovative Rolle im Sozialkatholizismus und Politischen Katholizismus vom Ende der Monarchie bis zur „Selbstausschaltung“ des Parlamentes.“ Grazer Beiträge zur Theologiegeschichte und Kirchlichen Zeitgeschichte Bd. 8. Graz/Wien/Köln: Verlag Styria, 1995.
- Lanzinger, Margareth und Raffaella Sarti. "Wie das "Mädchen von Spinges" zu Katharina Lanz wurde." Historische Anthropologie 17, Nr. 3 (2009), 360-385.
- Müller-Jentsch, Walter, Der Verein – ein blinder Fleck der Organisationssoziologie. In: Berliner Journal für Soziologie 18/3 (2008), 476–502.
- Rose, Sonya O., What is gender history? Cambridge: Polity Press 2010.
- Saurer, Edith (Hg.). „Die Religion der Geschlechter. Historische Aspekte religiöser Mentalitäten.“ L' Homme Schriften 1, Wien/Köln/Weimar: Böhlau, 1995.
- Saurer, Edith. „Romantische KonvertitInnen. Religion und Identität in der Wiener Romantik.“ In: Wolfgang Müller-Funk, Christian Aspalter, Edith Saurer, Wendelin Schmidt-Dengler und Anton Tantner (Hgg.), Paradoxien der Romantik, Wien: WUV, 2006, 229-255.
- Schernthaner, Maria. "Die katholische Frauenbewegung in Wien 1848-1914. Von den ersten Vereinsgründungen zur katholischen Reichsfrauenorganisation." Dissertation Universität Wien, 1985.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Epochen: Neuzeit, Zeitgeschichte
Aspekte/Räume: Frauen- und Geschlechtergeschichte, Österr. Gesch. 2

MA ZGM: M2a, PS aus Zeitgeschichte

Letzte Änderung: Fr 23.08.2019 15:07