Universität Wien
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070163 SE Forschungsseminar (2026S)

Ehebruch und Bigamie. Spurensuche in frühneuzeitlichen Aufzeichnungen kirchlicher und weltlicher Gerichtsbarkeit im Erzherzogtum Österreich unter der Enns.

10.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 7 - Geschichte
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

  • Donnerstag 05.03. 16:45 - 18:15 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
  • Donnerstag 19.03. 16:45 - 18:15 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
  • Donnerstag 26.03. 16:45 - 18:15 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
  • Donnerstag 16.04. 16:45 - 18:15 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
  • Donnerstag 23.04. 16:45 - 18:15 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
  • Donnerstag 30.04. 16:45 - 18:15 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
  • Donnerstag 07.05. 16:45 - 18:15 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
  • Donnerstag 21.05. 16:45 - 18:15 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
  • Donnerstag 28.05. 15:00 - 16:30 Seminarraum 2 Hauptgebäude, Tiefparterre Stiege 9 Hof 3
  • Donnerstag 11.06. 16:45 - 18:15 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
  • Donnerstag 18.06. 16:45 - 18:15 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
  • Donnerstag 25.06. 16:45 - 18:15 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Ziel des Forschungsseminars ist die Vermittlung von methodischen Kompetenzen zur Analyse und Interpretation von frühneuzeitlichen Gerichtsakten. Als Quellen dienen uns Gerichtsprozesse aus dem Erzherzogtum Österreich unter der Enns, in welchen verheiratete Frauen und Männer sich wegen konsensueller sexueller Beziehungen ausserhalb der Ehe verantworten mussten. Die gerichtliche Zuständigkeit und die Strafdrohung hing wesentlich von der Beziehungskonstellation der Sexualpartner:innen ab. Faktoren wie Alter, Geschlecht, Zivilstand, Religion, Verwandtschaft bestimmten, ob der aussereheliche Geschlechtsverkehr als „Unzucht“, „Ehebruch“, „Bigamie“, „Inzest“ oder als „Sodomie“ bewertet wurde. „Ehebruch“ im weitesten Sinn war zudem ein vom kanonischen Recht anerkannter Grund für eine Scheidung von Tisch und Bett, bigame Ehe wurden vom Kirchengericht annulliert.
Nach einem Einblick in die im Erzherzogtum relevanten kirchlichen wie weltlichen Normen werden wir mit handschriftlichen Quellen aus dem 17. und 18. Jahrhundert arbeiten, welche von kirchlichen wie auch von weltlichen Gerichten erzeugt worden waren. Zusätzlich zu den von der LV-Leiterin zur Verfügung gestellten Digitalisaten können gerne weitere Prozesse recherchiert und verwendet werden. Erarbeitet wird das methodische Rüstzeug zur Analyse der im Kontext von Gerichtsverfahren erzeugten Quellen (Klageschriften, Vernehmungsprotokolle, Zeug*innenaussagen, rechtliche Gutachten, Urteile). Den Abschluss bildet ein Workshop, in welchem die Forschungsergebnisse, gerne auch in Gruppenarbeit, präsentiert werden.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung mit Anwesenheitspflicht - aktive Mitarbeit in den LV-Einheiten. Präsentation erster Ergebnisse in einer der LV-Einheiten und kontextuelle Analyse. Interpretation des ausgewählten Gerichtsverfahrens inklusive Einbettung der Forschungsergebnisse in den Forschungsstand auf ca. 20 Seiten. Teamarbeit ist nicht nur möglich, sondern höchst erwünscht.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Interesse an und Grundkenntnisse in Geschlechtergeschichte sowie Lust an der Arbeit mit Archivalien. Kurrent Lesekenntnisse sind von Vorteil, aber nicht Voraussetzung, können im Laufe der LV erworben werden. Die Benotung setzt sich zusammen aus: der aktiven Mitarbeit (20 Prozent), der mündlichen Präsentation (20 Prozent) beim Workshop und der schriftlichen Ausformulierung der Ergebnisse (60 Prozent).

Prüfungsstoff

siehe Mindestanforderung und Beurteilungsmaßstab

Literatur

Einführende Literatur
Andrea Griesebner/Margareth Lanzinger, Logiken der Bigamie – frühneuzeitliche Perspektiven und Wahrnehmungen, in: Werkstatt Geschichte 84, 2021/2, 13-30.
Andrea Griesebner, Konkurrierende Wahrheiten. Malefizprozesse vor dem Landgericht Perchtoldsdorf im 18. Jahrhundert. Wien/Köln/Weimar: Böhlau 2000.
Weitere Literatur: siehe Moddle

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

SP: Neuzeit, Österreichische Geschichte, Frauen- und Geschlechtergeschichte, Wirtschafts- und Sozialgeschichte, MATILDA: Europäische Frauen- und Geschlechtergeschichte

MA Geschichte (Version 2019): PM2 Konzeption und Einübung selbstständiger Forschungsprozesse / PM 3 Durchführung eines selbstständigen Forschungsprozesses, SE Forschungsseminar (10 ECTS).

Letzte Änderung: Fr 22.05.2026 14:06