Universität Wien FIND

070189 SE Seminar - Die soziale Konstruktion von HeldInnen (2018W)

6.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 7 - Geschichte
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Dienstag 09.10. 13:15 - 14:45 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
Dienstag 16.10. 13:15 - 14:45 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
Dienstag 23.10. 13:15 - 14:45 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
Dienstag 30.10. 13:15 - 14:45 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
Dienstag 06.11. 13:15 - 14:45 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
Dienstag 13.11. 13:15 - 14:45 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
Dienstag 20.11. 13:15 - 14:45 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
Dienstag 27.11. 13:15 - 14:45 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
Dienstag 04.12. 13:15 - 14:45 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
Dienstag 11.12. 13:15 - 14:45 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
Dienstag 08.01. 13:15 - 14:45 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
Dienstag 15.01. 13:15 - 14:45 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
Dienstag 22.01. 13:15 - 14:45 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9
Dienstag 29.01. 13:15 - 14:45 Seminarraum Geschichte 2 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Die soziale Konstruktion von HeldInnen

Beim Zelebrieren von Jahrestagen und Jubiläen dominieren ‚große’ Männer und Helden, doch findet sich auch die eine oder andere Frau unter jenen, derer aus solchen Anlässen in Form von Ausstellungen, Feierlichkeiten oder Publikationen gedacht wird. Solche Personen des öffentlichen Interesses sind als Figuren konstruiert und dabei spielen Geschlechterrollenbilder, Geschlechternormen und Geschlechterstereotypen, Vorstellungen von Männlichkeit und Weiblichkeit eine zentrale Rolle. Deutlicher als die Figur eines ‚großen’ Mannes oder Helden ist die Figur der ‚großen’ Frau oder Heldin von Ambivalenzen geprägt, denn in diesem Typus überschreiten Frauen ihnen zugedachte Handlungsräume und müssen, um erinnerungspolitisch ‚verwertbar’ und wirksam zu sein, in gesellschaftlich akzeptierte Rollenmodelle eingepasst werden. Dies kann über die Zuweisung zu weiblich konnotierten Bereichen wie der Religion erfolgen, durch das Hervorheben von Eigenschaften, die als typisch weiblich gegolten haben oder indem Frauen ein männliches Äußeres, ein männliches Auftreten oder Agieren zugeschrieben wird. Hinter solche Konstruktionsprozesse zu schauen stellt ein Ziel des Seminars dar.
Ein zweites Ziel ist die Historisierung von Helden- und Heldinnenfiguren. Denn wer dazu (gemacht) wird, hängt von der jeweiligen Gegenwart, dem Geschichtsverständnis, den Geschichtsbildern, den Zukunftsprojektionen und nicht zuletzt von der soziopolitischen und soziokulturellen Verortung und Vernetzung jener Personen ab, die erinnerungskulturell und erinnerungspolitisch aktiv sind – und auch diese haben ein Geschlecht, was in das Modellieren der Figuren wiederum einfließt.
Die europäische Geschichte der Neuzeit bietet reiche Auswahl an Figuren, anhand derer solche Konstruktionsprozesse analysiert, hinterfragt und kontextualisiert werden können. Mit diesem Thema verbinden sich grundlegende Fragestellungen der Geschlechtergeschichte, unter anderem auch nach vergeschlechtlichen Strukturen des Erinnerns und Vergessens, sowie Anknüpfungspunkte für verschiedene theoretische und methodische Ansätze, die im Rahmen der Seminararbeiten erprobt werden können.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Die gemeinsame Lektüre und Diskussion grundlegender Texte dient als Ausgangspunkt für die Entwicklung einer eigenen Fragestellung und zur Recherche von Forschungsliteratur. Die Ergebnisse sollen in Form eines Exposees abgefasst werden, das weiter vertieft, die Grundlage für die Seminararbeit darstellt

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

• Fähigkeit, ein geschichtswissenschaftliches Problem selbständig zu analysieren und geschichtswissenschaftliche Fragestellungen zu formulieren
• Fähigkeit, geschichtswissenschaftliche Methoden und Arbeitstechniken selbständig anzuwenden
• Fähigkeit, eine formal korrekte, klar gegliederte, wissenschaftlich argumentierende, geschichtswissenschaftliche Arbeit mittleren Umfangs zu verfassen
Mitarbeit

Prüfungsstoff

Literatur

Aleida Assmann, Der lange Schatten der Vergangenheit. Erinnerungskultur und Geschichtspolitik, München 2006.
Roland Barthes, Mythen des Alltags, Frankfurt a. M. 1964.
Karen Hagemann, „Heroic Virgins“ and „Bellicose Amazons“: Armed Women, the Gender Order and the German Public during and after the Anti-Napoleonic Wars, in: European History Quarterly 37, 4 (2007), 507–527.
Waltraud Heindl u. Claudia Ulbrich, Themenheft „HeldInnen?: L’Homme. Z.F.G. 12, 2 (2001).
Stephanie Himmel, Von der „bonne Lorraine“ zum globalen „magic girl“. Die mediale Inszenierung des Jeanne d’Arc-Mythos in populären Erinnerungskulturen, Göttingen 2007.
Margareth Lanzinger u. Raffaella Sarti, Wie das „Mädchen von Spinges“ zu Katharina Lanz wurde. Das making einer Heldin aus den antinapoleonischen Kriegen, in: Historische Anthropologie 17, 3 (2009), 360–385.
Wolfgang Müller-Funk u. Georg Kugler (Hg.), „Zeitreise Heldenberg“. Lauter Helden. Niederösterreichische Landesausstellung 2005, St. Pölten 2005.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

MA Geschichte: Neuzeit, Frauen- und Geschlechtergeschichte, Wirtschafts- und Sozialgeschichte (Wahlfach PM4) (6 ECTS); Diplom UF: Neuzeit, Frauen- und Geschlechtergeschichte, Wirtschafts- und Sozialgeschichte (6 ECTS), MA UF GSP: Vertiefung: Geschichtskulturelle Kompetenz.

Letzte Änderung: Do 31.01.2019 11:27