Universität Wien FIND

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070287 PS BA-Proseminar - Queer/ing History (2021W)

Zur (Zeit-)Geschichte von Sexualitäten, Körpern und Geschlechter

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 7 - Geschichte
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung
DIGITAL
Di 30.11. 09:00-15:00 Digital

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Die Lehrveranstaltung ist zunächst digital angelegt. Sollte es die epidemiologische Entwicklung erlauben, werden – unter Einhaltung der dann gültigen Covid19-Bestimmungen – Präsenztermine stattfinden. Die Lehrveranstaltung wird teilweise geblockt abgehalten: die letzten beiden Termine (30.11. sowie 7.12.) sind als Workshop von 9:00 bis 15:00 angelegt; die Teilnahme an diesen Terminen ist verpflichtend. Im Januar 2022 finden keine Termine mehr statt.

Dienstag 05.10. 13:30 - 15:00 Digital
Dienstag 12.10. 13:30 - 15:00 Digital
Dienstag 19.10. 13:30 - 15:00 Digital
Dienstag 09.11. 13:30 - 15:00 Digital
Dienstag 16.11. 13:30 - 15:00 Digital
Dienstag 07.12. 09:00 - 15:00 Digital

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Die Lehrveranstaltung fragt zum einen nach der Möglichkeit, Geschichte zu ‚queeren‘. Welchen Beitrag kann eine queere/queertheoretische Perspektive – im Sinne einer Dezentrierung, Pluralisierung und Veruneindeutigung – dazu leisten, historische Konstellationen multiperspektivisch zu denken, nicht-lineare Erzählungen zuzulassen und bisher marginalisierte Subjekte zum Sprechen zu bringen? Unter Einbeziehung von Geschlechter-, Körper- und Sexualitätengeschichte werden wir versuchen, vermeintlich ‚natürliche‘ Kategorien wie die Geschlechterbinarität oder Homo- und Heterosexualität als historisch wandelbare Konzepte zu verstehen, deren Festschreibungen immer auch etwas mit Machtverhältnissen zu tun haben.
Zum anderen widmet sich die Lehrveranstaltung thematisch der Geschichte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transpersonen und intersexuellen Menschen (LSBTI) und von nicht-normativen Sexualitäten, Körpern und Geschlechtern. So werden wir uns mit einer Vielzahl an Themen befassen, die zeitlich vom 19. bis in das 21. Jahrhundert reichen und sich mehrheitlich auf das deutschsprachige Europa konzentrieren: Von der ‚westlichen‘ Erfindung des Begriffs der Homosexualität in den 1860er Jahren über florierende Lesben- und Schwulenszenen in der Zwischenkriegszeit bis zur Verfolgung und Repression von als homosexuell Gelesenen während der NS-Zeit. Auch die ambivalente Position des NS-Regimes zu ‚Transsexualität‘ wird ein Thema sein. Für die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts werden wir uns die weitere strafrechtliche Verfolgung von homosexuellen Männern bzw. Männern und Frauen nach 1945 ansehen, die Rolle sozialer Bewegungen sowie deren Identitätspolitiken analysieren. Ein Fokus wird auch auf die Frage von Erinnerung und Gedenken an homosexuelle NS-Opfer in DDR, BRD und Österreich gelegt. Für die jüngere Zeitgeschichte werden wir uns mit trans*Bewegungen sowie mit der Frage von Trans*-und Interpersonen, etwa im Spitzensport, auseinandersetzen.
Ziel der Lehrveranstaltung ist es, sowohl einen Überblick über Themen queerer Geschichte zu bekommen als auch die theoretischen Debatten um ein ‚Queering‘ von Geschichte nachzuvollziehen.
Mehrere Einheiten werden der intensiven Textlektüre und der Diskussion von Quellenbeispielen gewidmet sein, bevor die Studierenden eigene Projekte entwickeln, die sie (an den beiden geblockten Workshop-Tagen) im Rahmen einer Präsentation zur Diskussion stellen und anschließend schriftlich ausarbeiten.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Die LV hat prüfungsimmanenten Charakter, wird also durch die Beiträge der Studierenden wesentlich mitgestaltet. Erwartet werden kontinuierliche (!) Mitarbeit und Diskussionsbereitschaft, regelmäßige Lektüren, die Präsentation des eigenen Forschungsprojekts im Proseminar sowie das Abfassen einer schriftlichen Arbeit.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Mindestanforderungen:
- Es besteht Anwesenheitspflicht (insbesondere in der ersten Einheit am 5.10.), Studierende können zweimal unentschuldigt fehlen.
- Kontinuierliche Mitarbeit während des Semesters. Das bedeutet auch, dass Sie über eine ausreichend starke Internetverbindung, eine Kamera und ein Mikrofon verfügen müssen.
- Regelmäßige Textlektüren und Vorbereiten von Diskussionsinputs
- Präsentation
- Schriftliche Proseminararbeit (ca. 40.000 Zeichen)

Beurteilungsmaßstab:
Mitarbeit: 30%
Mündliche Präsentation (inkl. Literaturliste und vorbereitendes Gespräch mit LV-Leiterin): 30%
Schriftliche Arbeit: 40%

Prüfungsstoff

Dies ist eine prüfungsimmanente Lehrveranstaltung.

Literatur

Zur Einführung:
Franz X. Eder, Die Historisierung des sexuellen Subjekts: Sexualitätsgeschichte zwischen Essentialismus und sozialem Konstruktivismus, in: Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften 5 (1994) 3, 311–327.

Jennifer Evans, Introduction: Why Queer German History?, in: German History 34 (2016) 3, 371-384.

Dagmar Herzog, Introduction, in: dies. Sexuality in Europe. A Twentieth-Century History, Cambridge 2011, 1-5.

Mike Laufenberg, Queer Theory: identitäts- und machtkritische Perspektiven auf Sexualität und Geschlecht, in: Beate Kortendiek/Birgit Riegraf/Katja Sabisch (Hg.), Handbuch Interdisziplinäre Geschlechterforschung, Wiesbaden 2019, 331-340.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

AER: Zeitgeschichte, Frauen- und Geschlechtergeschichte.
BA Geschichte (Version 2012): BA-Modul 1, PS BA-Proseminar (5 ECTS).
BA Geschichte (Version 2019): M6 Historische Arbeiten, PS Proseminar (5 ECTS).
BEd UF GSP: UF GSP 04 Aspekte und Räume 2, PS Proseminar zu einem Fach (5 ECTS).
Interdisziplinäres MA Zeitgeschichte und Medien (Version 2016): M2a Einführung in den Forschungsprozess. Design und Methoden 1, PS Proseminar aus Zeitgeschichte (5 ECTS).

Letzte Änderung: Sa 13.11.2021 08:48