Universität Wien
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070301 SE Globalgeschichten des Verkehrs und der Mobilität im 20. Jahrhundert (2026S)

8.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 7 - Geschichte
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

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Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Wichtige zusätzliche Informationen zum Ablauf: Diese Lehrveranstaltung findet geblockt (180 Minuten mit 15 Minuten Pause) und in Präsenz an folgenden Terminen statt:
2. März, 9. März, 16. März, 20. April, 27. April, 11. Mai, 18. Mai.
Stellen Sie sicher, dass Sie an diesen Terminen von 9:45 Uhr bis 13:00 Uhr verfügbar sind.
Für eine positive Absolvierung darf nur eine Einheit entschuldigt versäumt werden.
Das Seminar erfordert einen hohen Leseaufwand und die Erledigung einer Aufgabe über die Osterferien (zwischen dem 16.03. und dem 20.04.).
Ab 18. Mai finden keine Einheiten in Präsenz mehr statt. Die Abschlussarbeiten können bis spätestens 20. Juli 2026 eingereicht werden.

Die Lehrveranstaltung wird auf Deutsch gehalten.
Die wöchentlichen Aufgaben sind auf Deutsch oder Englisch abzugeben.
Die Forschungsliteratur wird ca. zur Hälfte aus englischsprachigen und deutschsprachigen Werken bestehen.
Es werden sowohl englisch- als auch deutschsprachige Primärquellen im Seminar diskutiert.
Die Abschlussarbeit kann entweder auf Deutsch oder auf Englisch eingereicht werden.

  • Montag 02.03. 09:45 - 13:00 Seminarraum 2, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
  • Montag 09.03. 09:45 - 13:00 Seminarraum 2, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
  • Montag 16.03. 09:45 - 13:00 Seminarraum 2, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
  • Montag 20.04. 09:45 - 13:00 Seminarraum 2, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
  • Montag 27.04. 09:45 - 13:00 Seminarraum 2, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
  • Montag 11.05. 09:45 - 13:00 Seminarraum 2, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
  • Montag 18.05. 09:45 - 13:00 Seminarraum 2, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

In Anlehnung an Ansätze und Überlegungen zur globalen Geschichte des Verkehrs und der Mobilität (Huber 2013, 2016; Liebisch-Gümüş 2022; Mom 2015, 2020) untersucht dieser Kurs Verkehr und Mobilität als Bereiche grenzüberschreitender Verbindungen zwischen Österreich und seiner Nachbarländern (Deutschland, Italien und dem ehemaligen Jugoslawien) mit anderen Regionen der Welt, mit besonderem Schwerpunkt auf Ost- und das südliche Afrika.
Anhand von einschlägiger Fachliteratur und ausgewählten Primärquellen untersuchen wir sowohl materielle Infrastrukturen als auch als soziale Praxen von Verkehr, Transport und Mobilität und stellen dabei fünf miteinander verbundene Themen in den Vordergrund:
1. die Schaffung von Verkehrsinfrastrukturen (Eisenbahnen, Straßen) und die Produktion von Fahrzeugen (Züge, Autos, Lastwagen, Busse, Fahrräder) in unterschiedlichen politischen und wirtschaftlichen Kontexten;
2. Wartung, Reparatur und Ersatzteilmanagement als Voraussetzungen für Mobilität – und als historische Prozesse, an denen Ausfälle, Knappheit und Immobilität sichtbar werden;
3. die transnationale Organisation von Verkehrsprojekten, einschließlich Technologietransfer, Beschaffung und Expertenaustausch;
4. die Lebenserfahrungen von Passagieren, FahrerInnen und Verkehrsbeschäftigten, einschließlich der geschlechtsspezifischen Dimensionen der Mobilität im 20. Jahrhundert;
5. Prozesse der technologischen Innovation, lokale, kreative Prozesse der Anpassung und Transformation.
Jede Sitzung (siehe Termine oben) kombiniert wissenschaftliche Literatur zu Quellenkritik sowie thematischer Ausrichtung mit der Analyse von Primärquellen, die vom Dozenten bereitgestellt werden. Die Studierenden entwickeln Kompetenzen in der Quellenkritik, indem sie analysieren, wer bestimmte Quellen unter welchen Umständen, zu welchen Zwecken und für welche Zielgruppen erstellt hat. Fachliteratur zu Archivinstitutionen, Quellenarten und methodischen Ansätzen für Archive ergänzen die empirischen Fallstudien, die als Grundlage für die Quellenanalyse gelten.
Empirisch gesehen gliedert sich der Kurs in eine Reihe miteinander verbundener Module. Wir beginnen mit den globalen Verflechtungen des österreichischen Herstellers Steyr und konzentrieren uns dabei auf Lastwagen und Fahrräder in den 1950er und 1960er Jahren, wobei wir Unternehmensbroschüren und zeitgenössische Presseberichte heranziehen. Anschließend untersuchen wir den in der DDR gefertigten Lkw W50 als wichtiges Exportgut der 1970er und 1980er Jahre, verfolgen seine Verwendung und Modifikationen im Transport- und Landwirtschaftsbereich in Tansania, Sambia und Mosambik und bewerten Fragen der Zuverlässigkeit, Wartung und Ersatzteilversorgung anhand von Archivquellen aus dem Bundesarchiv (Berlin-Lichterfelde), SAPMO Bestand.
Ein weiteres Modul befasst sich mit der Tansania-Sambia-Eisenbahn (Tanzania-Zambia Railway, TAZARA) als Teil des Transportkorridors Lusaka-Kapiri Mposhi-Dar es Salaam. Wir analysieren die politische Ökonomie der Infrastruktur, die Beschaffung von chinesischem und westdeutschem Rollmaterial (einschließlich Diesellokomotiven) und das Management von Reparaturen und Ersatzteilen in den 1970er und 1980er Jahren. Die Primärmaterialien stützen sich auf Archivkorrespondenz (einschließlich des UNIP-Archivs und des sambischen Nationalarchivs) sowie ausgewählte Dokumentarfilme.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Drei Sitzungen konzentrieren sich auf afrikanische Bus- und Minibus-Systeme, die für die alltägliche urbane Mobilität unerlässlich sind. Anhand von Beispielen aus Nairobi, Dar es Salaam und Lusaka analysieren wir Busflotten, Arbeitsbedingungen, Passagierperspektiven und die transnationalen Lieferketten, die staatliche und private Busfirmen mit europäischen Herstellern, Mechanikern und Ersatzteilversorgern verbinden, wobei wir auch lokale Improvisation und Anpassung in den Vordergrund stellen. Abschließend betrachten wir die jüngste Expansion von Bus-Rapid-Transit-Systemen (BRT) in Städten wie Dakar, Lagos und Dar es Salaam, bewerten Debatten über Effizienz, soziale (Un)Gerechtigkeit und städtische Transformation und untersuchen die Beteiligung österreichischer Unternehmen an der Bereitstellung von Infrastruktur am Beispiel von Strabag. Als Primärquellen dienen policy papers, Zeitungsartikel und oral history interviews.
Ziel der Lehrveranstaltung ist es, die Studierenden mit einer großen thematischen Bandbreite an Quellen und Quellenkritik im Bereich der globalen Geschichte des Transports und der Mobilität vertraut zu machen. In Triangulation mit Forschungsliteratur werden sie ermutigt, Primärquellen kritisch zu reflektieren und deren Aussagekraft einzuordnen. Diese Fertigkeiten werden in regelmäßigen Aufgaben eingeübt. In der Abschlussarbeit soll ein gewähltes Thema anhand von mindestens zwei Primärquellen bearbeitet werden.
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Art der Leistungskontrolle/erlaubte Hilfsmittel

Mitarbeit in den Einheiten (d.h. Lesen und Diskutieren der Fachliteratur, Kommentar) = 20 Punkte

Rechtzeitige und ordnungsgemäße Bereitstellung wöchentlicher Assignments zu den Quellenübungen (c. 1 Seite) in den entsprechenden Moodle-Foren, regelmäßige Präsentation dieser Dokumente im Plenum oder in Gruppen = 30 Punkte

Verfassen einer Abschlussarbeit zu einem selbstgewählten Thema im Umfang von c. 6000 Wörtern inkl. Literaturverzeichnis (±10–15%), unter Heranziehen von zumindest zwei Primärquellen (Abgabetermin: 20. Juli 2026) = 50 Punkte

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

1 (Sehr gut) 90–100 Punkte
2 (Gut) 81–89 Punkte
3 (Befriedigend) 71–80 Punkte
4 (Genügend) 56–70 Punkte
5 (Nicht genügend) 0–55 Punkte

Regelmässige Teilnahme an der Lehrveranstaltung, es darf nur eine Einheit entschuldigt versäumt werden.
Vollständige und pünktliche Einreichung der 1-seitigen Assignments
Kleine Referate zu den Quellenübungen
Aktive, belesene Mitarbeit im Seminar

Prüfungsstoff

Dies ist eine prüfungsimmanente Lehrveranstaltung.

Literatur

Brownell, Emily. Gone to Ground: A History of Environment and Infrastructure in Dar Es Salaam. Intersections: Environment, Science, Technology. University of Pittsburgh Press, 2020.

Beck, Kurt. „The art of truck modding on the Nile (Sudan): An attempt to trace creativity“. In The Speed of Change. Motor Vehicles and People in Africa, 1890-2000, herausgegeben von Jan-Bart Gewald, Sabine Luning, und Klaas van Walraven. Brill, 2009.

Fava, Valentina, und Luminita Gatejel. „East–West Cooperation in the Automotive Industry: Enterprises, Mobility, Production“. The Journal of Transport History 38, Nr. 1 (2017): 11–19. https://doi.org/10.1177/0022526617698157.

Ference, Meghan E. Matatu work: gender, labor, and mobility in Nairobi. Making and Remaking the African City: Studies in Urban Africa Series 3. James Currey, 2024.

Grace, Joshua. African motors: technology, gender, and the history of development. Duke University Press, 2021.

Greiner, Andreas, Carolin Liebisch-Gümüş, Mario Peters, und Roland Wenzlhuemer. „Roads to Engagement: A Roundtable Discussion with Jennifer Hart, Peter Norton, Anke Ortlepp, Heidi Tworek, and Roland Wenzlhuemer“. The Journal of Transport History 45, Nr. 3 (2024): 757–67. https://doi.org/10.1177/00225266241295597.

Hart, Jennifer A. Ghana on the Go: African Mobility in the Age of Motor Transportation. Indiana University Press, 2016.

Heinze, Robert. „A History of the Future. Colonial Transport Systems in Africa and Their Heritage“. In Transport Planning and Mobility in Urban East Africa, 1. Aufl., herausgegeben von Nadine Appelhans, Wolfgang Scholz, und Sabine Baumgart. Routledge, 2020. https://doi.org/10.4324/9781003011149.

Huber, Valeska. Channelling Mobilities: Migration and Globalisation in the Suez Canal Region and beyond, 1869-1914. Cambridge University Press, 2013.

Huber, Valeska. „Multiple Mobilities. Über den Umgang mit verschiedenen Mobilitätsformen um 1900“. Geschichte und Gesellschaft 36, Nr. 2 (2010): 2.

Krebs, Stefan. The Persistence of Technology: Histories of Repair, Reuse and Disposal. 1st ed. With Heike Weber. Science Studies. Transcript, 2021.

Liebisch-Gümüş, Carolin. Mobilität/en und Mobilitätsgeschichte. 2022. https://doi.org/10.14765/ZZF.DOK-2370.

Mom, Gijs. Atlantic Automobilism: Emergence and Persistence of the Car, 1895-1940. Explorations in Mobility, vol. 1. Berghahn Books, 2015.

Mom, Gijs. Globalizing Automobilism: Exuberance and the Emergence of Layered Mobility, 1900-1980. Berghahn Books, 2020.

Monson, Jamie. Africa’s Freedom Railway: How a Chinese Development Project Changed Lives and Livelihoods in Tanzania. Indiana university press, 2009.

Mutongi, Kenda. Matatu: A History of Popular Transportation in Nairobi. University of Chicago Press, 2017. https://doi.org/10.7208/chicago/9780226471426.001.0001.

Nanchengwa, Lilian Kasamba Kasoma. „A History of Public Road Transport in Lusaka, 1889-1987“. Master Thesis, University of Zambia, Lusaka, 1990.

Preimel, Barbara. „Die österreichische Automobilindustrie nach 1945 unter besonderer Berücksichtigung der Lkw-Produktion. Eine betriebshistorische Untersuchung.“ Karl-Franzens-Universität Graz, 2014.

Rizzo, Matteo. Taken for a ride: grounding neoliberalism, precarious labour, and public transport in an African metropolis. Critical frontiers of theory, research, and policy in international development studies. Oxford University Press, 2017.

Schier, Hubert. Die Steyrer Automobil-Geschichte: von 1865 bis 1945. Ennsthaler Verlag, 2015.

Suhr, Christian. Laster aus Ludwigsfelde. Verlag Kraftakt, 2015.


Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

MA Geschichte: Seminar aus Geschichte, PM4.
MA Globalgeschichte und Global Studies: SE-Teil, PM3/2.
IDMA Zeitgeschichte und Medien: Seminar, PM4a / Seminar aus dem Bereich Zeitgeschichte, PM4b.

Letzte Änderung: Mo 02.03.2026 07:06