Universität Wien
Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

070304 SE African labour and trade union history (2026S)

from a global and comparative perspective (approx. 1940 - 2010)

8.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 7 - Geschichte
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

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Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Englisch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Wichtige zusätzliche Informationen zum Ablauf: Diese Lehrveranstaltung findet geblockt (180 Minuten mit 15 Minuten Pause) und in Präsenz an folgenden Terminen statt:
3. März, 10. März, 17. März, 21. April, 28. April, 12. Mai, 19. Mai.
Stellen Sie sicher, dass Sie an diesen Terminen von 9:45 Uhr bis 13:00 Uhr verfügbar sind.
Für eine positive Absolvierung darf nur eine Einheit entschuldigt versäumt werden.
Das Seminar erfordert einen hohen Leseaufwand und die Erledigung einer Aufgabe über die Osterferien (zwischen dem 17.03. und dem 21.04.).
Ab 19. Mai finden keine Einheiten in Präsenz mehr statt. Die Abschlussarbeiten können bis spätestens 15. Juli 2026 eingereicht werden.

Bitte lesen Sie die folgenden Informationen zu den sprachlichen Anforderungen:

Die Lehrveranstaltung wird auf Englisch gehalten.
Die wöchentlichen Aufgaben sind auf Englisch abzugeben.
Die Forschungsliteratur wird überwiegend aus englischsprachigen, aber auch aus deutschsprachigen Werken bestehen.
Es werden sowohl englisch- als auch deutschsprachige Primärquellen im Seminar diskutiert.
Die Abschlussarbeit kann entweder auf Deutsch oder auf Englisch eingereicht werden.

  • Dienstag 03.03. 09:45 - 13:00 Seminarraum 2, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
  • Dienstag 10.03. 09:45 - 13:00 Seminarraum 2, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
  • Dienstag 17.03. 09:45 - 13:00 Seminarraum 2, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
  • Dienstag 24.03. 09:45 - 13:00 Seminarraum 2, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
  • Dienstag 14.04. 09:45 - 13:00 Seminarraum 2, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
  • Dienstag 21.04. 09:45 - 13:00 Seminarraum 2, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
  • Dienstag 28.04. 09:45 - 13:00 Seminarraum 2, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
  • Dienstag 05.05. 09:45 - 11:15 Seminarraum 2, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
  • Dienstag 12.05. 09:45 - 13:00 Seminarraum 2, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
  • Dienstag 19.05. 09:45 - 13:00 Seminarraum 2, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

In seinem berühmten Buch How Europe Underdeveloped Africa (1972) entwickelte der guayanische Historiker Walter Rodney eine dialektische Sicht auf euro-atlantische Beziehungen: Europa habe Afrika unterentwickelt, zugleich sei es aber Afrikas Arbeit(skraft) gewesen, die Europa und Nordamerika entwickelt habe. Mehr als vierzig Jahre später erinnerte Frederick Cooper in einem Forschungsüberblick (2006) daran, „wie sehr Afrika durch seine Verbindungen zum Rest der Welt geprägt wurde und wie sehr die Welt, wie wir sie kennen, durch die Arbeit von Afrikanern geformt wurde.“ Nach einer Hochphase in den 1960er- und 1970er-Jahren ebbte das Interesse an Arbeitsgeschichte und an Afrika in den folgenden Jahrzehnten ab; Coopers Studie Decolonization and African Society (1996) gilt daher als wichtige Ausnahme. Seit Mitte der 2000er-Jahre erlebte die Arbeitsgeschichte unter dem Label der „global labor history“ jedoch eine deutliche Revitalisierung, nicht zuletzt durch die stärkere Hinwendung zum „Globalen“ in vielen Geisteswissenschaften. Zugleich bleiben Anspruch, Reichweite und methodische Grenzen globaler Arbeitsgeschichte – und der Platz Afrikas darin – Gegenstand intensiver Debatten. Vor diesem Hintergrund fordern Historiker*innen wie Rodney, Cooper und Andreas Eckert, Afrika in globalen Arbeitsgeschichten prominent zu berücksichtigen.
Ziel des Seminars ist es, Studierenden die Vielfalt der globalen Arbeitsgeschichte sowie Afrikas zentrale Rolle in diesem Forschungsfeld zu erschließen. Im Einführungsmodul diskutieren wir grundlegende Texte zur globalen Arbeitsgeschichte mit Afrikabezug. Anschließend werden ausgewählte Themenfelder vertieft, die an die Forschungsschwerpunkte des LV-Leiters anschließen:
• Arbeit und Gewerkschaften im kolonialen Afrika in vergleichender Perspektive (britische, französische, portugiesische Kolonien)
• Afrikanische Gewerkschaften und die internationale Gewerkschaftsbewegung: Institutionen, Netzwerke, Mobilitäten im 20. Jahrhundert
• Verflechtungen österreichischer Zeitgeschichte mit afrikanischer Arbeits- und Gewerkschaftsgeschichte (Dekolonisierung, Anti-Apartheid, Entwicklungspolitik)
• Neuere Entwicklungen: globale Güterketten, Arbeitskämpfe und Gewerkschaften in Afrika (ca. 2000er bis 2010er Jahre)
Jedes dreistündige Modul (inkl. 15 Minuten Pause) kombiniert die Arbeit an einem thematischen Komplex mit der Einführung in eine Quellengattung. Die Sitzungen basieren auf Einführungs- und Überblicksliteratur sowie der gemeinsamen Analyse und kritischen Diskussion von Quellen. Dabei lernen die Studierenden unterschiedliche Quellentypen kennen, etwa Zeitungsartikel, „graue Literatur“ und Magazine, amtlichen und privaten Briefwechsel, Arbeitsreports und Statistiken, Zeitzeugeninterviews sowie Filme. Alle Primärquellen werden über Moodle bereitgestellt; ergänzend werden relevante Online-Archive und Institutionen vorgestellt. Ziel ist es, den methodischen Umgang mit Quellen der globalen Arbeits- und Gewerkschaftsgeschichte praktisch einzuüben und ihre Aussagekraft kritisch zu beurteilen.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Mitarbeit in den Einheiten (d.h. Lesen und Diskutieren der Fachliteratur, Kommentar) = 20 Punkte

Rechtzeitige und ordnungsgemäße Bereitstellung wöchentlicher Assignments zu den Quellenübungen (c. 1 Seite) in den entsprechenden Moodle-Foren, regelmäßige Präsentation dieser Dokumente im Plenum oder in Gruppen = 30 Punkte

Verfassen einer Abschlussarbeit zu einem selbstgewählten Thema im Umfang von c. 6000 Wörtern inkl. Literaturverzeichnis (±10–15%), unter Heranziehen von zumindest zwei Primärquellen (Abgabetermin: 15. Juli 2026) = 50 Punkte

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

1 (Sehr gut) 90–100 Punkte
2 (Gut) 81–89 Punkte
3 (Befriedigend) 71–80 Punkte
4 (Genügend) 56–70 Punkte
5 (Nicht genügend) 0–55 Punkte

Regelmässige Teilnahme an der Lehrveranstaltung, es darf nur eine Einheit entschuldigt versäumt werden.
Vollständige und pünktliche Einreichung der 1-seitigen Assignments
Kleine Referate zu den Quellenübungen
Aktive, belesene Mitarbeit im Seminar

Prüfungsstoff

Dies ist eine prüfungsimmanente Lehrveranstaltung.

Literatur

Bellucci, Stefano, und Andreas Eckert, Hrsg. General Labour History of Africa. Workers, Employers and Governments, 20th-21st Centuries. James Currey, 2019.

Bellucci, Stefano. „African Trade Unions in Historical Perspective“. Africana Studia. International Journal of African Studies 28, Nr. 1 & 2 (2017): 1 & 2.

Burawoy, Michael. A comparison of strikes among Zambian workers in a clothing factory and the mining industry. Bd. 10. Communication / University of Zambia, Institute for African studies. [S.n.], 1974.

Burton, Eric. „Kindred by Choice: Trade Unions as Interface between East Africa and East Germany“. In Socialist Internationalism and the Gritty Politics of the Particular. Second-Third World Spaces in the Cold War, herausgegeben von Kristin Roth-Ey. Bloomsbury, 2023.

Cooper, Frederick. Africa since 1940: The Past of the Present. New approaches to African history. Cambridge University Press, 2002. http://dx.doi.org/10.1017/CBO9780511800290.

Cooper, Frederick. „African Labor History“. In Global Labour History. A State of the Art, herausgegeben von Jan Lucassen. Peter Lang, 2006.

Cooper, Frederick. Decolonization and African society: The labor question in French and British Africa. Cambridge University Press, 1996.

Cooper, Frederick. „The Senegalese General Strike of 1946 and the Labor Question in Post-War French Africa“. Canadian Journal of African Studies / Revue Canadienne des Études Africaines 24, Nr. 2 (1990): 165–215.

Eckert, Andreas. „Why all the fuss about Global Labour History?“ In Global Histories of Work, herausgegeben von Andreas Eckert. De Gruyter, 2016.

Föger, Katharina, und Eric Burton. „Kleines Land, großer Dienst: Anti/Kolonialismus, Anti/Rassismus und Entwicklung in Zeitschriften des Österreichischen Gewerkschaftsbundes, 1953–1968“. zeitgeschichte 52, Nr. 3 (2025): 305–36. https://doi.org/10.13109/zsch.2025.52.3.305.

Freund, Bill. „Labor and Labor History in Africa: A Review of the Literature“. African Studies Review 27, Nr. 2 (1984): 1–58.

Freund, Bill. The African worker. Cambridge University Press, 1988.

Grau, Ingeborg. „Kolonialismus, Arbeit und Gender in Südnigeria“. In Wie aus Bauern Arbeiter wurden. Wiederkehrende Prozesse des gesellschaftlichen Wandels im Norden und im Süden einer Welt, herausgegeben von Olaf Bockhorn, Ingeborg Grau, und Walter Schicho. Brandes & Apsel; Südwind, 1998.

Harisch, Immanuel R. „Nkrumahism, East Germany, and the South-East Ties of Ghanaian Trade Unionist J.A. Osei during the Cold War 1960s“. International Journal of African Historical Studies 54, Nr. 3 (2021): 309–32.

Harisch, Immanuel R., und Eric Burton. „The Missing Link? Western Communists as Mediators Between the East German FDGB, the World Federation of Trade Unions (WFTU), and African Trade Unions in the Late 1950s and Early 1960s“. International Labor and Working-Class History 103 (2023): 292–311. https://doi.org/10.1017/S0147547922000333.

Harisch, Immanuel R., und Goran Musić. „Workers’ Proto-Diplomacy: Early Contacts between Zambian and Yugoslav Trade Unions, 1959–1962“. International Review of Social History 69, Nr. 3 (2024): 411–38. https://doi.org/10.1017/S0020859024000622.

Harisch, Immanuel R., und Gédéon N’goran Bangali. „A Communist Ambassador of Labour. Abdoulaye Diallo, the World Federation of Trade Unions, and Unionism in Francophone West Africa, 1947—1957“. International Review of Social History, forthcoming 2026, 1–32.

Lindsay, Lisa A. „Domesticity and Difference: Male Breadwinners, Working Women, and Colonial Citizenship in the 1945 Nigerian General Strike“. The American Historical Review 104, Nr. 3 (1999): 783–812.

Moodie, Dunbar. „The Moral Economy of the Black Miners’ Strike of 1946“. Journal of Southern African Studies 13, Nr. 1 (1986): 1–35.

Richards, Yevette. „Labor’s Gendered Misstep: The Women’s Committee and African Women Workers, 1957–1968“. International Journal of African Historical Studies 44, Nr. 3 (2011): 415–42.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

MA Geschichte: Seminar aus Geschichte, PM4.
MA Globalgeschichte und Global Studies: SE-Teil, PM3/1.
IDMA Zeitgeschichte und Medien: Seminar, PM4a / Seminar aus dem Bereich Zeitgeschichte, PM4b.

Letzte Änderung: Di 21.04.2026 15:46