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070317 SE Seminar - Post- und dekoloniale Feminismen: Theorie, Bewegung, globale Kontexte (2017S)

Post- and decolonial feminisms: theory, activism, global contexts

6.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 7 - Geschichte
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Mittwoch 29.03. 15:00 - 17:00 Seminarraum 2, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
Donnerstag 06.04. 14:00 - 18:30 Seminarraum 2, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
Donnerstag 27.04. 14:00 - 18:30 Seminarraum 2, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
Donnerstag 11.05. 14:00 - 18:30 Seminarraum 2, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
Samstag 10.06. 12:00 - 18:00 Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Im Zentrum der Lehrveranstaltung steht die Auseinandersetzung mit der historischen Ent-wicklung feministischer, feminismuskritischer und genderanalytiischer Ansätze, die sich mit nachkolonialen Ungleichheitsverhältnissen befassen bzw. sich selbst als post- oder dekolonial definieren.
Ein Schwerpunkt liegt daher auf Theorien und Aktivismen an den Rändern und außerhalb der (akademischen und politischen) Zentren des "Westens". Vorgestellt und reflektiert werden wichtige Konzepte, Kooperationen, Strategien, Vernetzungen, aber auch Kontroversen in diesem Theorie- und Praxisfeld. Was ist überhaupt unter "postkolonialen", "dekolonialen", "transnationalen", "transkulturellen" Feminismen zu verstehen, was unter "Third World feminisms" oder "hybrid feminisms"? Wie ordnen sich diese politischen und wissenschaftskritischen Ansätze in die Geschichte/n der "globalen" Frauen*bewegungen ein? Mit welchem analytischen Vokabular schließlich kann an transnationale Bewegungen und Vernetzungen herangegangen werden, wenn wir diese an anti-, post- und dekolonialen Ansprüchen messen?
Inhalt der Lehrveranstaltung ist durchgängig auch das jeweilige historische und soziale Produktions- und Rezeptionsumfeld der diskutierten Texte, Autor*innen und Aktivist*innen. Wir werden beispielsweise nach regionalen Zeitschriften, Verlagen, älteren und neueren Medien, nach Wissenschaftsstrukturen und internationalen Kooperationen fragen.
Einen roten Faden bildet die Auseinandersetzung mit der Bedeutung von "Ort", also mit dem geopolitischen "Wo" der Produktion von Text, Theorie und (wissenschaftlicher/ politischer) Praxis, und der Rolle geopolitischer Transfers und Entanglements.

Exemplarische Schwerpunkte im Einzelnen:
- Thematisierungen von Kolonialismus/Imperialismus und "race"-bezogene/antirassistische Auseinandersetzungen als Element von Bewegungsgeschichte in den Anfängen des (westlichen) Second Wave Feminism;
- Themen und mediale Formen von Kontroversen in den internationalen Frauenbewegungen seit den 1970ern v.a. entlang der geopolitischen Achsen "Nord/Süd" und "Ost/West";
- Geschlechterkonstruktionen und feministische Kritik in den verschiedenen Richtungen postkolonialer und dekolonialer Theoriebildung;
- zentrismuskritische/"nicht-westliche" feministische Schlüsselautor*innen, -texte, -ansätze;
- transnationale frauenbewegte und queere Aktivismen, Medien und Vernetzungen anhand ausgewählter Beispiele.

Ziele:
Ziel ist zunächst, wichtige Konzepte, Autor*innen und Akteur*innen in der Geschichte post-kolonialer und dekolonialer feministischer Wissensproduktion sowie entsprechende Handlungszusammenhänge kennenzulernen. Darüber hinaus sollen feministisch-theoretische und -politische Ansätze, die wesentlich auf Kolonialismuskritik und Kolonialgeschichte Bezug nehmen und eng mit Ländern des "globalen Südens" bzw. "globalen Nicht-Westens" verbunden sind, kritisch reflektierbar werden - sowohl in ihrer Eigenständigkeit als auch in ihrer Be-deutung für die Geschichte der internationalen Frauenbewegungen und der Theoriebildungen im Feld von Gender.

Arbeitsformen:
Thematische Kurzinputs der LV-Leiterin; evtl. Bibliotheks/Archivführung; Diskussion von Pflichttexten im Plenum und in Arbeitsgruppen; Screening und Diskussion von visuellem Material; Gruppen- oder Einzelreferate zu den Seminararbeitsthemen.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

schriftliche und mündliche Zwischenleistungen, schriftliche Seminararbeit

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Anforderungen/Leistungsnachweis: Regelmäßige Anwesenheit, Beteiligung am Diskussionsprozess, Durcharbeitung und mündliche bzw. schriftliche Kurzpräsentation von Pflichttexten, Gruppen- oder Einzelpräsentation zum Seminararbeitsthema; schriftliche Seminararbeit.
Die Gewichtung der Zwischen- und Abschlussleistungen wird zu LV-Beginn genauer besprochen.

Prüfungsstoff

Literatur

Die Übersicht über die Pflichttexte und über weiterführende Literatur wird zu Beginn der LV zur Verfügung gestellt; Literaturhinweise werden während des Semesters, vor allem in Verbindung mit den thematischen Inputs der LV-Leiterin, laufend erweitert und ergänzt.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

MA Geschichte 14: SE aus Geschichte im Pflichtmodul 4 (6 ECTS)
Diplom UF GSP: Frauen - und Geschlechtergeschichte, Politigeschichte (6 ECTS)
MA Globalgeschichte: Seminar Vertiefung II (6 ECTS)
MA Internationale Entwicklung: VM7 - VM5

Letzte Änderung: Do 06.07.2017 16:28