Universität Wien
Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

070345 UE Methodenworkshop - Über den Nationalsozialismus erzählen (2025W)

Lebensgeschichtliche Interviews als historische Quelle

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 7 - Geschichte
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Achtung: Die Zuteilung erfolgt nicht vor 8:00 vormittags am 21.11.2025. Voraussichtlich bis 9:00

Zusätzlich zu den Terminen vor Ort wird am 23. Januar 2026 ein Workshop im Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI) stattfinden.

  • Freitag 21.11. 09:15 - 10:45 Seminarraum 2, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
  • Freitag 05.12. 08:15 - 10:45 Seminarraum 2, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
  • Freitag 19.12. 09:45 - 13:30 Seminarraum 2, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
  • Freitag 16.01. 09:45 - 15:00 Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
  • Freitag 23.01. 09:00 - 15:30 Ort in u:find Details
  • Freitag 30.01. 08:15 - 15:00 Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

LV-Leitung: Ass.-Prof. Mag. Dr. Regina Fritz-Klinger (URL: https://ufind.univie.ac.at/de/person.html?id=88494)

Mit dem wachsenden Interesse an Oral History und an die Geschichte des Holocaust und des Nationalsozialismus - unterstützt durch neue, zunehmend kostengünstige und allgemein zugängliche Aufnahme- und Speichertechnologien - entstand seit den 1990er Jahren eine Vielzahl von Projekten, die sich der Aufzeichnung lebensgeschichtlicher Erzählungen über die Jahre 1933 bis 1945 widmeten. Ihr gemeinsames Ziel war es, die Erinnerungen jener Generationen systematisch zu dokumentieren, die den Nationalsozialismus miterlebt hatten und die Vielfalt der Erfahrungen im Deutschen Reich sichtbar zu machen. Zu den bekanntesten Projekten gehören die USC Shoah Foundation - Visual History Archive, das Zwangsarbeiter:innen-Archiv oder die Interviews aus dem Mauthausen Survivors Documentation Project. International von Bedeutung ist auch die Sammlung "Final Account: Third Reich Testimonies" (University College London), die Stimmen jener bewahrt, die auf unterschiedliche Weise Teil des NS-Systems waren.

Die Lehrveranstaltung nimmt diese Bestände als Ausgangspunkt, um das Erzählen über den Nationalsozialismus in lebensgeschichtlichen Interviews zu analysieren. Im Zentrum steht die Frage, wie Menschen über ihre Erfahrungen, Handlungen und Erinnerungen an die NS-Zeit sprechen - und wie solche Erzählungen im Rahmen von geschichtswissenschaftlichen Fragestellungen beforscht werden können.

Im Rahmen der geblockten Lehrveranstaltung werden in einem ersten Schritt die Chancen und Herausforderungen reflektiert, die Oral History für die Geschichtswissenschaft bietet und die Methoden der Interviewanalyse erlernt. Anschließend werden in einem zweiten Block die erarbeiteten Theorien und Methoden an ausgewählten Interviews der Sammlung "Final Account: Third Reich Testimonies" angewendet, die heute u.a. am Vienna Wiesenthal Institute zugänglich sind. Begleitet werden die Studierenden dabei u.a. von Expert*innen der University College London. Zum Abschluss analysieren die Studierenden in einer Gruppenarbeit ein selbst gewähltes Interview und stellen ihre Ergebnisse vor.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Regelmäßige Teilnahme an der Lehrveranstaltung, aktive Beteiligung an den Diskussionen, laufende Textlektüre und schriftliche Übungen, Abgabe und mündl. Vorstellung eines Reflexionsprotokolls über ein Interview

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Im Workshop stehen die aktive Partizipation der Studierenden und das selbstständige Erarbeiten von Methoden und Themen im Mittelpunkt. Dabei legt die Lehrveranstaltung besonders Wert auf Diskussionen in Kleingruppen und im Plenum, frontale Unterrichtsphasen werden möglichst kurzgehalten.
Mündliche Präsentation 30%, Schriftliche Übungen 30%, Reflexionsprotokoll 40%
Beachten Sie bitte, dass es sich um eine geblockte Lehrveranstaltung handelt.

Prüfungsstoff

Es handelt ich um eine prüfungsimmanente Lehrveranstaltung.

Literatur

Ulrike Jureit, Erinnerungsmuster. Zur Methodik lebensgeschichtlicher Interviews mit Überlenden der Konzentrations- und Vernichtungslager, Hamburg 1999.
Robert Perks/Alistair Thomson (Hrsg.), The Oral History Reader, London/New York 2010.
Gabriele Rosenthal, Erlebte und erzählte Lebensgeschichte. Gestalt und Struktur biographischer Selbstbeschreibungen, Frankfurt a.M./New York 1995.
Dorothee Wierling, Oral History, in: Michael Maurer (Hrsg.), Aufriß der historischen Wissenschaften in sieben Bänden, Bd. 7: Neue Themen und Methoden der Geschichtswissenschaft, Stuttgart 2003, S. 81-151.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

EAR: Zeitgeschichte, Österreichische Geschichte.
MA Geschichte (Version 2019): PM2 Konzeption und Einübung selbständiger Forschungsprozesse, UE Methodenworkshop (5 ECTS), Achtung: Nur zu einer anderen Methoden als im PM3 / PM3 Durchführung eines selbstständigen Forschungsprozesses, UE Methodenworkshop (5 ECTS), Achtung: Nur zu einer anderen Methoden als im PM2.
IDMA Zeitgeschichte und Medien (Version 2019): M2a Einführung in den Forschungsprozess und Methoden I, UE Methodenworkshop (5 ECTS), Achtung: Nur zu einer anderen Methoden als im M3b / M3b Praktische Forschung und Darstellung II, UE Methodenworkshop (5 ECTS), Achtung: Nur zu einer anderen Methode als im M2a.

Letzte Änderung: Mi 14.01.2026 14:26