Universität Wien FIND

Kehren Sie für das Sommersemester 2022 nach Wien zurück. Wir planen Lehre überwiegend vor Ort, um den persönlichen Austausch zu fördern. Digitale und gemischte Lehrveranstaltungen haben wir für Sie in u:find gekennzeichnet.

Es kann COVID-19-bedingt kurzfristig zu Änderungen kommen (z.B. einzelne Termine digital). Informieren Sie sich laufend in u:find und checken Sie regelmäßig Ihre E-Mails.

Lesen Sie bitte die Informationen auf https://studieren.univie.ac.at/info.

070373 KU Analyse u. Interpretation dingl. u. bildl. Quellen (2006W)

Analyse und Interpretation dinglicher und bildlicher Quellen

4.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 7 - Geschichte
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Mittwoch, 11.10.2006, 25.10.2006, 15.11.2006, 29.11.2006, 13.12.2006 und 17.1.2006, 16.00-20.00 Uhr, Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
Beginn: 11. Oktober 2006

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine

Zur Zeit sind keine Termine bekannt.

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Kulturgeschichtlich betrachtet ist Blut ein "ganz besonderer Saft", der - reell und symbolisch - nicht aufhört zu fließen: im lebenden Körper und in literarischen, kunstgeschichtlichen und cineastischen Ausgestaltungen. Der Film ist das Medium zur Visualisierung des Blutes. Keine andere (Körper-)Flüssigkeit wird im Film so häufig und phantasievoll inszeniert. Der Grund für die filmischen Repräsentationsweisen des Blutes - in allen Formen und Rotfarbschattierungen - ist vermutlich nicht nur seine Farbe und Spektakularität, sondern auch seine symbolische Beweglichkeit, die im Hinblick auf die jeweilige Dramatik unterschiedlich und widersprüchlich aufgeladen sein kann. Der "Fluss des Lebens" kann den Lebensanfang oder das Lebensende sowie seine Kontinuität markieren, er kann im Kampf vergossen werden, er kann den Körper pathologisieren, sakral aufladen oder ihn horrorfizieren.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Der Kurs folgt den "Blutspuren" im und außerhalb des Körpers anhand von exemplarischen Filmen und Filmszenen, um sich der ikonographischen und semiologischen Spannweite dieses kulturellen Siegels anzunähern. Es soll eine kleine Phänomenologie des Blutes im Film und seiner unterschiedlichen symbolischen und historischen Codierungen hergestellt werden. Je nach dramaturgischer Absicht kann das Filmblut verschiedene Formen annehmen: es kann austreten, fließen, fontänen- oder duschenartig spritzen, pladdern, tropfen, fließen und erstarren. Und es wird gefragt: Wie sehen die Verbindungen des Blutes zu diesen Topoi aus: Krankheit (Böses Blut. Mythen
und Wirkungsgeschichte der Syphilis/1993), Familiarität und Blutsbruderschaft (Winnetou/1963f.), Blutrache (Der Pate/1972), Sexualität und Menstruation (Carrie/1976), Kampf und Heldentum (Die Bartholomäusnacht/1994), Sinnlichkeit (Die Klavierspielerin/1999), Religiosität und Märtyrertum (Passion of Christ/2003), Vampirisches (Trouble Every Day/2001) und Horror (The Shining/1980)? Teilnehmende sollten Blut im Film sehen können.
An einigen Dienstagabenden vor den jeweiligen Kursterminen finden nicht verbindliche Filmscreenings der zu besprechenden Filme in ganzer Länge statt.

Prüfungsstoff

Literatur

Bradburne, J.M. (Hg.): Blut. Kunst - Macht - Politik - Pathologie. München u.a. 2001.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

M2; LAGM5

Letzte Änderung: Fr 31.08.2018 08:49