Universität Wien
Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

080009 VU B420 Kulturtheorien: "Shamor v'zachor" (2026S)

jüdische Erinnerungen, ihre Quellen und Praktiken in Geschichte und Gegenwart

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 50 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Die Einheit am 02.06.2026 entfällt!

  • Dienstag 03.03. 16:15 - 17:45 Seminarraum 2 (4.Stock) EE Hanuschgasse
  • Dienstag 10.03. 16:15 - 17:45 Seminarraum 2 (4.Stock) EE Hanuschgasse
  • Dienstag 17.03. 16:15 - 17:45 Seminarraum 2 (4.Stock) EE Hanuschgasse
  • Dienstag 24.03. 16:15 - 17:45 Seminarraum 2 (4.Stock) EE Hanuschgasse
  • Dienstag 14.04. 16:15 - 17:45 Seminarraum 2 (4.Stock) EE Hanuschgasse
  • Dienstag 21.04. 16:15 - 17:45 Seminarraum 2 (4.Stock) EE Hanuschgasse
  • Dienstag 28.04. 16:15 - 17:45 Seminarraum 2 (4.Stock) EE Hanuschgasse
  • Dienstag 05.05. 16:15 - 17:45 Seminarraum 2 (4.Stock) EE Hanuschgasse
  • Dienstag 12.05. 16:15 - 17:45 Seminarraum 2 (4.Stock) EE Hanuschgasse
  • Dienstag 19.05. 16:15 - 17:45 Seminarraum 2 (4.Stock) EE Hanuschgasse
  • Dienstag 26.05. 16:15 - 17:45 Seminarraum 2 (4.Stock) EE Hanuschgasse
  • Dienstag 09.06. 16:15 - 17:45 Seminarraum 2 (4.Stock) EE Hanuschgasse
  • Dienstag 16.06. 16:15 - 17:45 Seminarraum 2 (4.Stock) EE Hanuschgasse
  • Dienstag 23.06. 16:15 - 17:45 Seminarraum 2 (4.Stock) EE Hanuschgasse
  • Dienstag 30.06. 16:15 - 17:45 Seminarraum 2 (4.Stock) EE Hanuschgasse

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Das Lied Lecha Dodi, welches am Shabbat gesungen wird, führt in der ersten Strophe an: „Shamor v’zachor b’dibur echad“. Übersetzt lautet dies in etwa: „Bewahre und gedenke in einem Worte“. Dieser Vers verdeutlicht exemplarisch, dass das Judentum in seiner religiösen und kulturellen Mannigfaltigkeit bis heute die Praxis der Gegenwart kontinuierlich in Beziehung zu religiöser Überlieferung und historischen Erfahrungen setzt. Durch diese Wechselwirkung bilden sich komplexe jüdische Identitäten, die sich in ihren kulturellen Ausprägungen und Formierungen zwar unterscheiden, jedoch bis heute kontinuierlich ausgehandelt werden. In diesen Aushandlungprozessen werden die Fragen der Wichtigkeit der religiösen Texte, der Erinnerung aber auch kollektiver Traumata für ein jüdisches Selbstverständnis immer wieder aufgegriffen und zentriert. So beschreibt auch der jüdische Philosoph Martin Buber in seinem Werk Zwei Glaubensweisen die Juden als eine Gemeinschaft, die auf Erinnerung basiert. Erinnerung sollte hier jedoch als ein historisch gewachsener Prozess und als eine Diskursverdichtung verstanden werden, die es nicht ohne ihre Historizität zu verstehen gilt.

Die Teilnehmenden sollen während des Kurses mit den Grundbegriffen und -konzepten des Judentums vertraut werden sowie durch die Auseinandersetzung mit Primärquellen und theoretischen Abhandlungen verschiedenste Erinnerungsformen und -prozesse in ihren historischen und zeitgenössischen jüdischen Kontexten kennenlernen und analysieren können. Die Primär- und Sekundärliteratur liegt ausschließlich in deutscher oder englischer Sprache vor. Entsprechend sind keine Kenntnisse des Hebräischen erforderlich!

Darüber hinaus sind im Rahmen der Lehrveranstaltung eine Exkursion zum Thema „materielle jüdische Erinnerung“ sowie ein Panel/Q&A zum Thema „Jüdisches Leben in Österreich und Europa heute“ vorgesehen.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung, Anwesenheitspflicht (2x Fehlen erlaubt)

Die Note setzt sich aus folgenden Teilleistungen zusammen:
aktive Mitarbeit: 40/100 Punkte
Glossar-Eintrag: 10/100 Punkte
Kurzpräsentation: 10/100 Punkte
Reflexion: 10/100
Essay (max 7-10 S.): 30/100

Alle Teilleistungen sind zu erbringen!

Hinweis: Die Nutzung von KI-Tools ohne deren Bekanntgabe ist nicht gestattet.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Für den erfolgreichen Abschluss der LV sind zumindest 51 von 100 möglichen Punkten zu erreichen.

Notenskala:
> = 92 sehr gut (1)
> = 80 gut (2)
> = 65 befriedigend (3)
> = 51 genügend (4)
< 51 nicht genügend (5)

Prüfungsstoff

Literatur

Jan ASSMANN, Das kulturelle Gedächtnis. Schrift, Erinnerung und politische Identität in
frühen Hochkulturen, C.H. Beck (München 2018).

H.H BEN-SASSON, Geschichte des Jüdischen Volkes. Von den Anfängen bis zur Gegenwart, C.H. Beck (München 2022).

Jacques DERRIDA, Specters of Marx. The State of the Debt, the Work of Mourning and the
New International, Routledge Classics (London 2006).

David GOTTLIEB, Second Slayings. The Binding of Isaac and the Formation of Jewish
Cultural Memory, Gorgias Press (Piscataway 2019).

Anna HÁJKOVÁ, Menschen ohne Geschichte sind Staub. Queeres Verlangen im Holocaust, Wallstein Verlag (Göttingen 2024).

Primo LEVI, Die Untergegangenen und die Geretteten, DTV (München 2015).

Yishai SARID, The Memory Monster, Restless Books (Brooklyn 2020).

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mo 27.07.2026 09:26