Universität Wien FIND

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Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

080012 UE M530 Arbeitsfelder: Migration, Flucht, Klimakrise. (2020S)

Empirisch-kulturwissenschaftliches Wissen in gesellschaftlichen Konfliktfeldern

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

!ACHTUNG: Aufgrund der Coronakrise findet diese Lehrveranstaltung bis auf weiteres auf moodle statt. Sehen Sie dort alle weiteren Informationen!

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 30 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Freitag 13.03. 15:00 - 18:00 Seminarraum 2 (4.Stock) EE Hanuschgasse
Freitag 24.04. 14:00 - 18:00 Seminarraum 2 (4.Stock) EE Hanuschgasse
Samstag 25.04. 10:00 - 16:45 Seminarraum 2 (4.Stock) EE Hanuschgasse
Freitag 15.05. 14:00 - 18:00 Seminarraum 2 (4.Stock) EE Hanuschgasse
Samstag 16.05. 10:00 - 16:45 Seminarraum 2 (4.Stock) EE Hanuschgasse

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Aktuelle Debatten um Migration, Flucht und Klimakrise werden häufig mit Vokabular und Narrativen geführt, die bestehende Mythen und Stereotype fortführen. Diese Fortführung wird jedoch nicht nur von konservativen Medien oder rechtsgewandten Politiker*innen vollzogen, sondern ebenso von Akteur*innen, die sich für eine antidiskriminierende Politik und eine zukunftsfähige Gesellschaft einsetzen. Dies betrifft u.a. gesellschaftliche Akteur*innen wie NGOs und internationale Organisationen ebenso wie progressive Politik und Medien. Warum ist es also so schwer, stereotypisierende und ausgrenzende Narrative zu erkennen ? z.B. Wir-Sie-Dichotomien ? und inklusivere, differenziertere Erzählungen zu schaffen? Die Stärke empirisch-kulturwissenschaftlichen Wissens und ethnografischer Methoden ist es, diese Narrative zu erkennen und dabei zu entschlüsseln, welche Machthierarchien in ihnen enthalten sind. Insbesondere in den Feldern Migration, Flucht und Klimakrise ist eine Analyse der vorhandenen Sprache und Sprecher*innen unerlässlich, um gesellschaftliche Ausgrenzungsmechanismen verstehen zu lernen ? und ihnen entgegentreten zu können.
Ziele
Ziel des Seminars ist es, in einem ersten Schritt das theoretische Wissen und die Methoden der Europäischen Ethnologie zur Analyse von Ausgrenzungsnarrativen zu vertiefen. In einem zweiten Schritt erfolgt dann die Analyse von politischen Reden und Policy-Papieren sowie von Diskussionen über ausgewählte Protagonist*innen in den genannten Feldern, z.B. Carola Rackete oder Greta Thunberg (Online-Medien und Social Media). Zur Analyse herangezogen werden u.a. Texte, die sich mit Intersektionalität/Interdependenz, Orientalismus, Migration & Geschlecht, Zukunftskonzepten und Konflikttheorie beschäftigen.
Begleitend erfolgt eine Diskussion mit einer Advocacy-Beauftragten einer NGO in Wien, die sich mit Flucht und Migration beschäftigt, und eine Exkursion ins Volkskundemuseum Wien, das sich mit Vermittlungsformen der vielschichtigen Aspekte der Klimakrise innerhalb eines Projekts zu Soja beschäftigt. Ziel des Besuchs und der Exkursion ist es, an Praxisbeispielen zunächst die Komplexität dieser gesellschaftlichen Konfliktfelder erfassen zu können und dann zu erlernen, wie empirisch-kulturwissenschaftliches Wissen (1) bei der Entschlüsselung der Komplexität zentral sein kann und (2) wie empirisch-kulturwissenschaftliche Methoden zu einer differenzierteren und inklusiveren Vermittlung dieser Komplexität beitragen können.

Methode
Einführung durch die Dozentin; Diskussion der Literatur inkl. Erlernen neuer Diskussionstechniken; Analyse aktueller Debatten und Diskurse; Online-Diskussion mit einer NGO-Mitarbeiterin (wahrscheinlich Mitarbeiterin Advocacy-Abteilung der Caritas oder Amnesty) und Exkursion ins Volkskundemuseum Wien (diese wird u.U. ebenfalls online stattfinden); Diskussionsworkshop (u.U. wird dies durch Videoformate ersetzt)

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Prüfungsimmanente LV - max. 2 x Fehlen erlaubt (Online-Präsenz)

Die Punkte für die Prüfungsleistungen werden wie folgt vergeben:
* 10 Punkte für die Mitarbeit
* 20 Punkte aktive Diskussionsbeiträge (online)
* 30 Punkte Präsentation mit Diskussion (alternative Formen wie Poster, Menti etc. erwünscht) und Diskussionspapier
* 40 Punkte Präsentation des gewählten Analyse-Beispiels und Verschriftlichung (Anwendung der erlernten Konzepte und Techniken)
Ggfs. werden alle diese Beiträge in digitaler Form stattfinden. Dazu werden die Studierenden ständig über E-Mail und Moodle auf dem Laufenden gehalten.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

regelmäßige Teilnahme (online), aktive Diskussionsbeiträge, Präsentationen und Verschriftlichungen zur Anwendung der erlernten Konzepte und Techniken.

Für den erfolgreichen Abschluss der LV sind mindestens 50 von 100 möglichen Punkten zu erreichen.
Notenskala:
>= 87,5 sehr gut (1)
>= 75 gut (2)
>= 62,5 befriedigend (3)
>= 50 genügend (4)
< 50 nicht genügend (5)

Prüfungsstoff

Literatur

Binder, Beate; Hess, Sabine (2011): Intersektionalität aus der Perspektive der Europäischen Ethnologie. In: S. Hess, N. Langreiter and E. Timm (eds.): Intersektionalität Revisited. Empirische, theoretische und methodische Erkundungen (Bielefeld: Transcript), S. 1552.

Cameron, Fiona; Hodge, Robert; Salazar, Juan (2013): Representing climate change in museum space and places. Vol. 4, S. 9-21.

Collins, P. Hill (2000 [1990]) Black feminist thought: Knowledge, consciousness, and the politics of empowerment (New York: Routledge Press).

Gouma, Assimina (2017): Das Spektakel des Ungehorsams und das Migrationsmanagement. Deutungskämpfe in der medialen Öffentlichkeit des "Sommers der Migration". In: Karasz, Lena (Hrsg.): Migration und die Macht der Forschung. Kritische Wissenschaft in der Migrationsgesellschaft. Wien, S. 163-178.

Guitérrez Rodríguez, E. (2010): Decolonizing Postcolonial Rhetoric. In: Guitérrez Rodríguez, E.; Boatca, M.; Costa, S. (eds.): Decolonizing European Sociology (Farnham: Ashgate), S. 4967.

Honneth, Axel (1994): Kampf um Anerkennung. Zur moralischen Grammatik sozialer Konflikte. Frankfurt am Main.

Jong, Sara de; Ataç, Ilker (2017): Demand and Deliver: Refugee Support Organisations in Austria. In: Sutter, Ove/Youkhana, Eva: Social Inclusion, 2017, Volume 5, Issue 3. Perspectives on the European Border Regime: Mobilization, Contestation, and the Role of Civil Society, S. 28-37.

maiz (2017): Wider den Viktimisierungsdiskurs. Migrant_innen als Protagonist_innen. In: Karasz, Lena (Hrsg.): Migration und die Macht der Forschung. Kritische Wissenschaft in der Migrationsgesellschaft. Wien, S. 283-299.

Mattes, Astrid (2017): Zusammenleben als Glaubensfrage? Probleme und Überwindungsperspektiven eines integrationspolitischen Fokus auf Religion. In: Karasz, Lena (Hg.): Migration und die Macht der Forschung. Kritische Wissenschaft in der Migrationsgesellschaft. Wien, S. 193-208.

Newell, Jennifer; Libby Robin, Kirsten Wehner (ed., 2016): Curating the Future. Museums, Communities and Climate Change.

Puchberger, Madgalena; Szogs, Nina: "MuSOJAm" Soja im Museum (2019) Blog-Projekt des Volkskundemuseum Wien, Forschungsprojekt: Soja. Wissen Gesellschaft Stadt, https://musojam.home.blog/2019/06/18/musojam-soja-im-museum/.

Römhild, Regina (2014): Diversität?! Postethnische Perspektiven für eine reflexive Migrationsforschung. In: B. Nieswand and H. Drotbohm (eds.): Kultur, Gesellschaft, Migration. Die reflexive Wende in der Migrationsforschung (Wiesbaden: Springer), S. 25570.

Said, Edward (1978): Orientalism. New York.

Scheibelhofer, Paul (2017): Repräsentationen fremder Männlichkeit in der "Flüchtlingskrise". In: Karasz, Lena: Migration und die Macht der Forschung. Kritische Wissenschaft in der Migrationsgesellschaft. Wien, S. 209-228.

Spielhaus, R. (2011) Wer ist hier Muslim? Die Entwicklung eines islamischen Bewusstseins in Deutschland zwischen Selbstidentifikation und Fremdzuschreibung (Würzburg: Ergon).

Szogs, Nina (2019) Ankommen in Österreich und Deutschland? Eine Annäherung an Momente der Flucht mit dem Konzept der Anerkennung. In: Wehrhahn R., Pohlan J., Hannemann C., Othengrafen F., Schmidt-Lauber B. (Hg.): Housing and Housing Politics in European Metropolises. Jahrbuch StadtRegion. Springer VS, S. 119-127.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:20