Universität Wien

080099 SE Buchmalerei im Islam an Originalen (2026W)

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Geblockte Lehrveranstaltung: Einführungsveranstaltung im Dezember, Blöcke im Jänner.

  • Freitag 08.01. 09:00 - 13:30 Seminarraum 4 d. Inst. f. Kunstgeschichte (1. Stock) UniCampus Hof 9 3F-O1-27
  • Freitag 15.01. 09:00 - 13:30 Seminarraum 1 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-07
  • Samstag 16.01. 09:00 - 13:30 Seminarraum 1 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-07
  • Freitag 22.01. 09:00 - 13:30 Seminarraum 3 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-25
  • Samstag 23.01. 09:00 - 13:30 Seminarraum 3 d. Inst. f. Kunstgeschichte UniCampus Hof 9 3F-EG-25

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Bei der Frage nach Bildern und insbesondere figürlichen Bildern in islamischer Kunst werden oft zuerst illustrierte Handschriften in arabischer, persischer und osmanischer Sprache genannt – und damit das Medium der Buchmalerei. Die illustrierende, erzählende, schmückende Verwendung von gemalten Bildern in solchen handschriftlich kopierten Büchern wurde erst in der Moderne von der Lithographie und später dem Buchdruck abgelöst. Zum gestalteten Buch der frühen Neuzeit und des Mittelalters gehören aber auch die rahmende und schmückende Gliederung der Buchseiten, Randilluminationen, die Kalligraphie der Schrift und der oft aufwendige Einband.

Die Lehrveranstaltung führt in Fragen der Forschung zu Buchmalerei im Islam und in den Umgang mit Werken anhand von Originalen ein. Eine zentrale Frage ist nach wie vor die nach der Funktion von Bildern in einer Handschrift. Was sind die Funktionen eines Bildes in einem Text? Wie wird mit der Entscheidung für ein Bildthema ein Thema des Textes hervorgehoben? Welche Texte, und in diesen: welche Themen werden bebildert? Wie etablieren Bilder ein visuelles Narrativ? Parallel oder neben dem Text, oder als zusätzliche Erzählung? Welche beschreibenden Mittel lassen sich einsetzen, um solche funktionalen und natürlich auch stilistische Charakteristika zu fassen?

Der Schwerpunkt soll auf osmanischen und mogulindischen Bilderhandschriften des 16.-18. Jh. liegen doch können bei Interesse auch persische Handschriften gewählt werden. Die Auswahl der Handschriften legen wir zu Beginn gemeinsam fest; sie geht auf Interessen und Wünsche der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein. Geplant ist, ausgewählte Originale an ein oder zwei halben Tagen (nach Vereinbarung) in der Handschriftenbibliothek der Österreichischen Nationalbibliothek einzusehen. In den ersten Einheiten lernen Sie Methoden, Hilfsmittel und die Geschichte der Forschung kennen und werden mit ausgewählten Fragestellungen bekannt, die im Seminar verfolgt werden. Den ersten eigenständiger Umgang mit Handschriften üben Sie an gedruckten und digitalen Faksimiles. Jede:r wählt für sich ein Original der ÖNB aus. Ihre Aufgabe ist es, mithilfe der Fachliteratur und vom Dozenten angeleitet, einen kunstgeschichtlich relevanten Aspekt des Werkes zu verfolgen.

Das Seminar richtet sich an alle mit Interesse an Buchmalerei, Buchkunst, Handschriftenkunde. Von Vorteil sind erste Kenntnisse in islamischen oder europäischen Buchkulturen, etwa durch eine positiv absolvierte Vorlesung oder andere Lehrveranstaltung. Die Kenntnis arabischer Schrift oder der Kultursprachen des Islam ist nicht nötig (wenngleich willkommen).

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

- aktive Beteiligung an Diskussionen
- Referat
- Vertiefung in Form einer schriftlichen Hausarbeit (etwa 40.000 Zeichen Fließtext)
- Mit der Anmeldung zu dieser LV stimmen Sie zu, dass die automatisierte Plagiatsprüfungs-Software Turnitin alle von Ihnen in moodle eingereichten schriftlichen Teilleistungen prüft.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Mindestanforderung:
- Anwesenheit in der ersten Lehreinheit ist erforderlich (Aufnahme in die Lehrveranstaltung, ggf. Vergabe von Restplätzen, Einteilung in Gruppen, Vergabe von Referatsthemen).
- Diese Lehrveranstaltung erfordert regelmäßige Anwesenheit, da die Teilnahme am Fachgespräch in Form von Diskussionsbeiträgen Lehrziel ist und in die Beurteilung einbezogen wird.
- Bei Absenz wegen Krankheit oder familiärer Ausnahmesituation ist die Lehrveranstaltungsleitung vorab zu informieren und ein schriftlicher Nachweis vorzulegen. Unentschuldigtes Fehlen führt zur negativen Beurteilung.
- Für einen positiven Abschluss der Lehrveranstaltung müssen alle Teilleistungen erbracht und positiv beurteilt werden.
- Schriftliche Arbeit: Zur Sicherung der guten wissenschaftlichen Praxis kann der Lehrveranstaltungsleitung Studierende zu einem notenrelevanten Gespräch einladen.

Beurteilungsmaßstab:
- aktive Beteiligung an Diskussionen 15 %
- Referat und Präsentation 30 %
- Vertiefung in Form einer schriftlichen Hausarbeit 55 %

Prüfungsstoff

Prüfungsstoff ist der Inhalt der Lehrveranstaltung.

Literatur

Einführende Übersichten:
- Osmanische Bilderhandschriften: Serpil BAĞCI, Filiz ÇAGMAN, Günsel RENDA, Zeren TANINDI, Ottoman Painting (Ankara 2010).
- Indische Bilderhandschriften: J. Michael ROGERS: Mughal Miniatures (London 1993).

Werke in der Österreichischen Nationalbibliothek:
Dorothea DUDA, Die illuminierten Handschriften der Österreichischen Nationalbibliothek: Islamische Handschriften, Teil I, Teil II, Teil III (Wien 1983-2008). Otto MAZAL (Hg.), Orientalische Handschriften der Österreichischen Nationalbibliothek (Wien 1980).

Spezielle Literatur wird bekanntgegeben.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mi 23.09.2026 10:46