Universität Wien FIND
Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

090092 VO Byzanz und Österreich (2020W)

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 9 - Altertumswissenschaften

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Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

Sprache: Deutsch

Prüfungstermine

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Freitag 16.10. 15:00 - 18:15 Hörsaal 7 Hauptgebäude, Hochparterre, Stiege 7
Samstag 17.10. 09:45 - 14:45 UZA2 Hörsaal 7 (Raum 2Z210) 2.OG
Freitag 20.11. 15:00 - 18:15 Hörsaal 7 Hauptgebäude, Hochparterre, Stiege 7
Samstag 21.11. 09:45 - 14:45 UZA2 Hörsaal 7 (Raum 2Z210) 2.OG
Freitag 15.01. 15:00 - 18:15 Hörsaal 7 Hauptgebäude, Hochparterre, Stiege 7
Samstag 16.01. 09:45 - 14:45 UZA2 Hörsaal 7 (Raum 2Z210) 2.OG

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Ziele und Methode: Erlangen von Kenntnissen zur allgemeinen Thematik "Byzanz und der Westen", speziell ausgerichtet auf die (Kultur)kontakte zwischen dem Byzantinischen Reich und dem Gebiet des heutigen Österreich. Vorlesung mit Powerpoint-Präsentation. Exkursion zu den byzantinischen "Spuren" in Wien. Diskussion ist ausdrücklich erwünscht.

Inhalte: Nach einer allgemeinen Einführung in die Thematik "Byzanz und der Westen" soll zunächst der Frage nachgegangen werden, ob "Österreich" selbst einmal "byzantinisch" war. Das Hauptaugenmerk liegt jedoch auf der Präsentation der Beziehungen des byzantinischen Kaiserhofes mit den Babenbergern, die zunächst als Markgrafen, dann als Herzöge über Österreich herrschten. Deren Rolle im Rahmen der Kreuzzüge steht dabei ebenso im Zentrum der Präsentation wie die beiden byzantinischen Prinzessinnen, die in der Mitte des 12. bzw. zu Beginn des 13. Jahrhunderts mit Babenbergern verheiratet wurden. Fragen wie "Wie kam es dazu?", "Welche geopolitischen Überlegungen spielten hier eine Rolle?" usw. sollen erörtert werden. Diskutiert werden aber auch die zahlreichen Mythen, die sich schon sehr früh zur babenbergischen Präsenz im Osten und zur byzantinischen Präsenz in Österreich gebildet hatten und auch heute noch in vielen Publikationen unkommentiert angeführt werden. Neben Personen wanderten aber auch Objekte: Byzantinische Objekte, die im Mittelalter von Byzanz nach Mitteleuropa gelangten und sich heute in österreichischen Sammlungen befinden. Auch in der Kirchenmalerei ist die Rezeption byzantinischer Kunst nachweisbar, wenngleich diese aber über Umwege in das Gebiet des heutigen Österreich bzw. Südtirol gelangte. Obwohl nach dem 13. Jahrhundert keine Heiratsprojekte zwischen den dann herrschenden Habsburgern und Byzanz verwirklicht wurden, waren die Beziehungen freilich nicht gekappt. In der Neuzeit gelangte eine Vielzahl von byzantinischen Handschriften nach Wien, die später den Grundstein für das Studium des byzantinischen Erbes in Österreich legten. Neben der allgemeinen Byzanzrezeption vor allem in der Zeit des Historismus wird auch die moderne Auseinandersetzung mit Byzanz in Österreich gegen Ende der Lehrveranstaltung kurz behandelt werden, von einzelnen Forschungen im 19. Jahrhundert bis zur Etablierung des Faches an Universitäten im 20. Jahrhundert.

Aus gegebenen Quarantäne-Gründen oder bei zu großer Anzahl von Anmeldungen ist es möglich, dass der Unterricht alternativ auch online stattfinden kann.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

schriftliche Prüfung (100%) nach Punktesystem (Gesamtpunkteanzahl: 100, 91-100: Sehr gut; 80-90: Gut; 66-79: Befriedigend; 51-65: Genügend; 0-50: Nicht Genügend)

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

keine Vorkenntnisse vonnöten, jedoch sind Grundkenntnisse der byzantinischen Kultur und der österreichischen mittelalterlichen Geschichte von Vorteil

Prüfungsstoff

Die vom LV-Leiter vorgetragenen Inhalte der Lehrveranstaltung und Inhalte aus ausgewählten Publikationen

Literatur

Eine nach Themen gegliederte Bibliographie wird zu Beginn der LV verteilt werden.
W. Seibt, War Österreich auch einmal byzantinisch? In: F. Daim u.a. (Hrsg.), Menschen, Bilder, Sprache, Dinge. Wege der Kommunikation zwischen Byzanz und dem Westen. Teil 2: Menschen und Worte (Byzanz zwischen Orient und Okzident 9.2). Mainz 2018, 17-28: https://books.ub.uni-heidelberg.de/propylaeum/reader/download/517/517-30-85468-1-10-20190701.pdf
J. Preiser-Kapeller, Von Ostarrichi an den Bosporus. Ein Überblick zu den Beziehungen im Mittelalter. Pro Oriente Jahrbuch 2010, 66-77: https://www.academia.edu/633230/Von_Ostarrichi_an_den_Bosporus._Ein_%C3%9Cberblick_zu_den_Beziehungen_im_Mittelalter_From_Ostarrichi_to_the_Bosporus_an_overview_of_relations_in_the_Middle_Ages_
P. Csendes, Heinrich Jasomirgott, Theodora und die Schotten, in: 1000 Jahre Ostarrîchi seine christliche Vorgeschichte. Mission und Glaube im Austausch zwischen Orient und Okzident (Pro Oriente 19). Innsbruck Wien 1997, 154-159.
A. Rhoby, Byzanz und "Österreich" im 12./13. Jahrhundert: Mythos und Realität, in: A. Speer Ph. Steinkrüger (Hrsg.), Knotenpunkt Byzanz: Wissensformen und kulturelle Wechselbeziehungen (Miscellanea mediaevalia 36). Berlin 2012, 589-610: https://www.academia.edu/6439296/Byzanz_und_%C3%96sterreich_im_12._13._Jahrhundert_Mythos_und_Realit%C3%A4t
A. Rhoby, Austriaca Byzantina. Weitere Bemerkungen zu Byzanz und den Babenbergern im 12. und 13. Jahrhundert, in: F. Daim u.a. (Hrsg.), Menschen, Bilder, Sprache, Dinge. Wege der Kommunikation zwischen Byzanz und dem Westen. Teil 2: Menschen und Worte (Byzanz zwischen Orient und Okzident 9.2). Mainz 2018, 259-268: https://books.ub.uni-heidelberg.de/propylaeum/reader/download/517/517-30-85486-1-10-20190701.pdf
G. Blaschitz, "Barlaam und Josaphat" als Vorlage für Wandmalereien in der Gozzoburg von Krems. Medium Aevum Quotidianum 57 (2008) 28-48: https://memo.imareal.sbg.ac.at/wsarticle/maq/barlaam-und-josaphat-als-vorlage-fuer-wandmalereien-in-der-gozzoburg-von-krems/
C. Rapp, Von Konstantinopel nach Kärnten: Die Legende von Briccius und dem heiligen Blut, in: J. Drausche u.a. (Hrsg.), Lebenswelten zwischen Archäologie und Geschichte. Festschrift für Falko Daim zu seinem 65. Geburtstag (Monographien des RGZM 150). Mainz 2018, 783-794.
Chr. Gastgeber, Reliquienhandel im Umfeld des Patriarchats von Konstantinopel, 1363. Ein verschollen geglaubtes Originaldokument aus dem ehemaligen Archiv von St. Stephan. Österreichische Akademie der Wissenschaften, Geistes-, sozial- und kulturwissenschaftlicher Anzeiger 151 (2016), Heft 1, 55-132.
Chr. Gastgeber, Frühe Wiener Byzantinisten Gräzisten ohne Byzantinistik. Die Annäherung an byzantinische Texte im Wien des 16. Jahrhunderts, in: J. Drausche u.a. (Hrsg.), Lebenswelten zwischen Archäologie und Geschichte. Festschrift für Falko Daim zu seinem 65. Geburtstag (Monographien des RGZM 150). Mainz 2018, 689-699: https://www.academia.edu/36193108/Fr%C3%BChe_Wiener_Byzantinisten_-_Gr%C3%A4zisten_ohne_Byzantinistik._Die_Ann%C3%A4herung_an_Byzantinische_Texte_im_Wien_des_16._Jahrhunderts
Siehe auch https://www.oeaw.ac.at/byzanz/byzanz-im-kontext/byzanz-und-der-donauraum/ostarrichi-und-byzanz/

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Sa 02.04.2022 00:18