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100117 KO Neuere deutsche Literatur: "Der Krieg wird nicht mehr erklärt, sondern fortgesetzt." (2013S)

Die österreichische Literatur im Schatten des Kalten Krieges

6.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 10 - Deutsche Philologie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

- Masterstudierende Deutsche Philologie: Diese Lehrveranstaltung ist für KO, FS, FKO und MA anrechenbar. Falls Sie diese LV als FS, FKO oder MA benötigen - nehmen Sie bei der Anmeldung irgendeinen Studienplanpunkt. Erst nach der Benotung melden Sie sich via Mail bei der Studienprogrammleitung (deutschephilologie.spl@univie.ac.at), erst dann wird der korrekte Studienplanpunkt und der korrekte LV-Typ nacheingetragen.

- Studierende Lehramt: Diese Lehrveranstaltung ist als Seminar anrechenbar - Sie müssen sich nicht extra bei der Studienprogrammleitung melden.

Details

max. 30 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Mittwoch 13.03. 10:15 - 11:45 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Stock/Unterteilung, Stiege 7a über Stiege 9
Mittwoch 20.03. 10:15 - 11:45 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Stock/Unterteilung, Stiege 7a über Stiege 9
Mittwoch 10.04. 10:15 - 11:45 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Stock/Unterteilung, Stiege 7a über Stiege 9
Mittwoch 17.04. 10:15 - 11:45 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Stock/Unterteilung, Stiege 7a über Stiege 9
Mittwoch 24.04. 10:15 - 11:45 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Stock/Unterteilung, Stiege 7a über Stiege 9
Mittwoch 08.05. 10:15 - 11:45 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Stock/Unterteilung, Stiege 7a über Stiege 9
Mittwoch 15.05. 10:15 - 11:45 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Stock/Unterteilung, Stiege 7a über Stiege 9
Mittwoch 22.05. 10:15 - 11:45 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Stock/Unterteilung, Stiege 7a über Stiege 9
Mittwoch 29.05. 10:15 - 11:45 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Stock/Unterteilung, Stiege 7a über Stiege 9
Mittwoch 05.06. 10:15 - 11:45 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Stock/Unterteilung, Stiege 7a über Stiege 9
Mittwoch 12.06. 10:15 - 11:45 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Stock/Unterteilung, Stiege 7a über Stiege 9
Mittwoch 19.06. 10:15 - 11:45 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Stock/Unterteilung, Stiege 7a über Stiege 9
Mittwoch 26.06. 10:15 - 11:45 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Stock/Unterteilung, Stiege 7a über Stiege 9

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Der Historiker Bernd Stöver beschreibt den Kalten Krieg als "totalen Konflikt", der zwischen 1947 und 1991 alle Bereiche des öffentlichen und privaten Lebens berührte, als permanenten und aktiv betriebenen ">Nicht-Frieden<, in dem die Auseinandersetzung politisch-ideologisch, ökonomisch, technologisch-wissen¬schaftlich, kulturell-sozial und militärisch geführt wurde". Hellsichtig erscheinen aus dieser Perspektive die Anfangsverse von Ingeborg Bachmanns Gedicht Alle Tage (1953): "Der Krieg wird nicht mehr erklärt, / sondern fortgesetzt. Das Unerhörte / ist alltäglich geworden. Der Held / bleibt den Kämpfen fern. Der Schwache / ist in die Feuerzonen gerückt." Auch das Feld der Literatur war von den Frontstellungen und Konflikten des Kalten Krieges geprägt und reagierte darauf, ganz besonders in Österreich, das sich an der Grenzlinie zwischen den verfeindeten Mächten befand. Die Literaturwissenschaft hat dieses Thema freilich viele Jahre lang vernachlässigt.
In unserem Seminar sollen zentrale Texte der österreichischen Literatur des Kalten Krieges in ihren historischen Kontexten und diskursiven Strukturen diskutiert werden. Dabei werden wir uns mit der Besatzungszeit und dem "staatstragenden" österreichischen Antikommunismus ebenso auseinandersetzen wie mit Propagandastücken, Totalitarismus-Konzepten und der Gulag-Literatur, die es - entgegen allen Vorurteilen von der Politikferne der österreichischen Nachkriegsliteratur - auch hierzulande gab. Theoretisch orientiert sich das Vorgehen im Seminar am New Historicism, von der Materialgrundlage her an weitgehend unbekannter, vergessener österreichischer Literatur der fünfziger und sechziger Jahre von Autoren wie Milo Dor, Reinhard Federmann, Ernst Fischer, Franz Kain, Robert Neumann u.a.m.
Vorausgesetzt werden die regelmäßige Lektüre der gemeinsam zu diskutierenden Literatur, die Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit in den Sitzungen und die Erarbeitung eines Referats in einer Kleingruppe in der zweiten Semesterhälfte.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Prüfungsstoff

Literatur

Verpflichtende gemeinsame Lektüre:
Dor, Milo: Salto Mortale. Erzählung. In: Ders.: Salto Mortale. Erzählungen. Zürich: Arche 1960.
Dor, Milo und Reinhard Federmann: Internationale Zone (1953). Wien: Picus 1992.
Neumann, Robert: Die Puppen von Poshansk (1952). Wien: Milena 2012.

Primärliteratur für Referate:
Bronner, Gerhard. Karl Merz und Helmut Qualtinger: Glasl vorm Aug. München: Langen, Müller 1960
Dor, Milo und Reinhard Federmann: Romeo und Julia in Wien. München: Kindler & Schiermeyer 1954.
Federmann, Reinhard: Das Himmelreich der Lügner. München: Langen-Müller 1959.
Fischer, Ernst: Der große Verrat. Ein politisches Drama in fünf Akten. Wien: Globus 1950.
Ders.: Die Brücken von Breisau. Eine Komödie in drei Akten. Wien: Globus Verlag 1952.
Kain, Franz: Romeo und Julia an der Bernauer Straße. Berlin: Aufbau: 1955.
Kuehnelt-Leddihn, Erik von: Moskau 1997. Zürich: Thomas-Verl. 1949.
Helmut Qualtinger: Werkausgabe. Hrsg. v. Traugott Krischke. Bd. 2, Carl Merz und Helmut Qualtinger: "Brettl vor dem Kopf" und andere Texte fürs Kabarett. Wien: Deuticke 1996.
Simmel, Johannes Mario: Lieb Vaterland magst ruhig sein. München: Droemer 1965.
Torberg, Friedrich: Die zweite Begegnung. Wien: ISB-Verlag Neue Welt 1950.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

(I 2260, I 2900)

Letzte Änderung: Mi 17.10.2018 00:12