Universität Wien FIND

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Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

100165 KO Neuere deutsche Literatur: 100 Jahre Gertrude Stein. (2014W)

AutorInnenkolloquium Neue Poesie: Barbara Köhler: an den grenzen der sprachen (plurale plurale

6.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 10 - Deutsche Philologie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Bei Lehramtstudierenden zählt diese LV als SE - ohne dass dies als solches im Sammelzeugnis kenntlich gemacht würde.

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 30 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Donnerstag 09.10. 18:30 - 20:00 (ehem.Übungsraum 4 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Donnerstag 16.10. 18:30 - 20:00 (ehem.Übungsraum 4 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Donnerstag 23.10. 18:30 - 20:00 (ehem.Übungsraum 4 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Donnerstag 30.10. 18:30 - 20:00 (ehem.Übungsraum 4 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Donnerstag 06.11. 18:30 - 20:00 (ehem.Übungsraum 4 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Donnerstag 13.11. 18:30 - 20:00 (ehem.Übungsraum 4 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Donnerstag 20.11. 18:30 - 20:00 (ehem.Übungsraum 4 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Donnerstag 27.11. 18:30 - 20:00 (ehem.Übungsraum 4 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Donnerstag 04.12. 18:30 - 20:00 (ehem.Übungsraum 4 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Donnerstag 11.12. 18:30 - 20:00 (ehem.Übungsraum 4 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Samstag 13.12. 09:00 - 13:00 (ehem. Hörsaal 46 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 8)
Donnerstag 18.12. 18:30 - 20:00 (ehem.Übungsraum 4 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Donnerstag 08.01. 18:30 - 20:00 (ehem.Übungsraum 4 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Donnerstag 15.01. 18:30 - 20:00 (ehem.Übungsraum 4 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Donnerstag 22.01. 18:30 - 20:00 (ehem.Übungsraum 4 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Montag 26.01. 16:45 - 18:30 Prominentenzimmer Tiefparterre Hauptgebäude Hof 4
Montag 26.01. 18:30 - 20:00 Hörsaal 16 Hauptgebäude, Hochparterre, Stiege 5
Prominentenzimmer Tiefparterre Hauptgebäude Hof 4
Montag 26.01. 20:00 - 21:45 Prominentenzimmer Tiefparterre Hauptgebäude Hof 4
Donnerstag 29.01. 18:30 - 20:00 (ehem.Übungsraum 4 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Vor 100 Jahren, 1914, erschien Gertrude Steins Band "Tender Buttons". Mit diesen Prosastücken hat sie eine neue Art zu schreiben in die Literatur gebracht und die so genannte experimentelle Literatur der Avantgarde seither entscheidend beeinflusst. Stein hat ihre "Tender Buttons" als sprachliche Stillleben in der Manier des mit ihr befreundeten Malers Pablo Picasso bezeichnet, mit der Intention, in Sprache das zu schaffen, was der Kubismus mit bildnerischen Mitteln gemacht hatte. Eine der Besonderheiten der Stein'schen Prosa ist der kalkulierte Einsatz von Mehrdeutigkeiten (Ambiguitäten) auf verschiedenen Ebenen der Sprache. Dies reicht vom Gebrauch mehrdeutiger Wörter bis zu syntaktischen Mehrdeutigkeiten und beginnt schon beim Titel "Tender Buttons" - sind es zarte "Knöpfe" oder zarte "Knospen"? Ist "button" gar ein Verb, und welcher Wortart gehörte dann "tender" an? Ambiguitäten (Mehrdeutigkeiten) sind für die nachfolgende Literatur der Moderne höchst wirkungsvoll geworden. Aber für die Übersetzung in andere Sprachen stellen Ambiguitäten, an den Grenzen der Sprachen, eine große Herausforderung dar.
Solche und ähnliche Fragen sollen in dem Seminar "Autorenkolloquium Neue Poesie", ausgehend von und anhand des Werks der Dichterin und Übersetzerin Barbara Köhler, aus ganz verschiedenen (literatur-)wissenschaftlichen Perspektiven umkreist werden. 2004 ist Barbara Köhlers Übertragung von Gertrude Steins "Tender Buttons" mit dem Titel "Zarte knöpft" im Suhrkamp Verlag erschienen. In einem Essay in dem Band spürt Köhler dem Phänomen der Mehrdeutigkeit bei Gertrude Stein nach, in zwei Poetikvorlesungen (im Rahmen der Thomas-Kling-Poetikdozentur und an der Cornell University) hat sie u.a. über das Verhältnis des deutschen Wortes (und Konzepts) "Eindeutigkeit" zum englischen Wort (und Konzept) "Unambiguity" - u.a. anhand der Literatur von Samuel Beckett - nachgedacht.
Ob Ambiguität in einer Sprache und ihre Übertragbarkeit in andere Sprachen ein Phänomen der verwendeten Sprachzeichen ist, oder ob es dabei vor allem auf die Vorstellungen ankommt, die sich in den Köpfen der Lesenden beim Lesen und Interpretieren von Gedichten einstellen, soll in den Überlegungen des theoretischen Rahmens des Seminars umkreist werden.
Ausgewählte Gegenstandsbereiche des Seminars sind neben den Texten von Barbara Köhler, Gertrude Stein, Samuel Beckett, Reinhard Priessnitz und Franz Josef Czernin auch theoretische Texte von Walter Benjamin, AJ Marcel, BF Skinner, Oswald Wiener etc.
AutorInnenkolloquium Neue Poesie meint, dass die Lehrveranstaltung zusammen mit einer für die gegenwärtige Literatur relevanten Dichterin (oder einem Dichter) in der Konzeption abgestimmt ist und diese Dichterin auch zumindest zweimal in die Lehrveranstaltung kommen wird; in diesem Wintersemester wird Barbara Köhler den Themenbereich von "zwischen den sprachen (plurale plurale)" in einer der Einheiten untersuchen.
Zum Abschluss der LV erfolgt am 29.1.2015 eine gemeinsame Präsentation des Erarbeiteten im literarischen Quartier der Alten Schmiede (Studierende mit B. Köhler und dem LV-Leiter). Der literaturwissenschaftliche Erkenntnisprozess soll mit dem gestaltenden Nachvollzug durch die Studierenden komplementiert werden.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Zum positiven Abschluss der Lehrveranstaltung sind erforderlich:
1) regelmäßige Teilnahme und aktive Mitarbeit in der Diskussion und an der Abschlussveranstaltung in der Alten Schmiede

2) Selbststudium: Lektüre der jeweiligen Fokus-Texte für jede Einheit

3) Gestaltung einer Einheit: Erweiterte Lektüre zum Themenkreis, reflektierte Diskussion des Themas, keine klassischen Referate, sondern Expertenstatus in der Diskussion des gewählten Themenkreises; (ich erwarte Sie eine Woche vor Ihrer Präsentation in meiner Sprechstunde)

4) Seminararbeit (im Umfang von 25-35 Seiten) zum gewählten Themenkreis: theoretische Reflexion + praktische Anwendung (aus dem präsentierten Thema, abweichende Themen-Vereinbarung während des Semesters möglich).

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Prüfungsstoff

Literatur


Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

(I 2260, I 2900)

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:32