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100167 SE Masterseminar NdL: Die Übersetzbarkeit von Sprache (2019W)

Benjamin, Hamacher, Hamann, Hölderlin, Rosenzweig

6.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 10 - Deutsche Philologie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Details

max. 30 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Donnerstag 31.10. 15:00 - 18:15 Hörsaal 29 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
Donnerstag 14.11. 15:00 - 18:15 Hörsaal 29 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
Donnerstag 28.11. 15:00 - 18:15 Hörsaal 29 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
Donnerstag 12.12. 15:00 - 18:15 Hörsaal 29 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
Donnerstag 16.01. 15:00 - 18:15 Hörsaal 29 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
Donnerstag 30.01. 15:00 - 18:15 Hörsaal 29 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

INHALT
Seit dem antiken Verständnis von Sprache, das wir von Platon und Aristoteles her verstehen, wird Sprache vorrangig als Mittel zum Zweck der Kommunikation gedacht, das sich darin erschöpft, entweder intelligible Gegenstände nachträglich zu verlautbaren oder außersprachliche Data sprachlich abzubilden. Statt eine kurze Geschichte von einer langen Suche nach einer universalen Logik der Grammatik zu erarbeiten, die bis heute andauert, wie dies die algorithmisierende Zurichtung und Nutzbarmachung der menschlichen Lebenswelt (auf Basis von 0 und 1) zeigt, fragt das Seminar danach, was Sprachen als Übersetzungsleistungen selbst bedeuten. Das Residuum von Sprache, das durch die Differenz zwischen den Ausdrucksmöglichkeiten und dem, worauf diese verweisen, ausgedrückt wird, bedeutet Übersetzung, wenn sie nicht bloß als Übermittlungsfunktion von Inhaltseinheiten verstanden wird. Mit der Auffassung von Sprache als Übersetzung, die Johann Georg Hamann mit dem Diktum »reden ist übersetzen« formuliert hat, verbindet sich ein sich in seiner Endlichkeit und Begrenztheit erkennendes Denken, das sich gegen einen einseitigen und von jeglicher Sinnlichkeit abstrahierenden Begriff von Vernunft wendet. Genau dasjenige Wissen um dieses Erfahrungswissen, was einem solchen Verständnis zufolge Sprachen als Übersetzung bedeuten, reflektiert und leistet Literatur. Ausgehend von Hamanns metakritischen Einwand sucht das Seminar anhand ausgewählter Texte von Walter Benjamin, Werner Hamacher, Friedrich Hölderlin und Franz Rosenzweig das Spezifische einer Theorie zu erörtern, die das in den Blick nimmt, was Verstehen gegenüber einer ausschließlich begrifflichen Identifizierung heißt.

METHODEN
Das Seminar verfährt nach einem »close reading«, das die Arbeit am Text als gemeinsame Diskussion ins Zentrum der Auseinandersetzung stellt. Alle im Seminar besprochenen Texte sind nicht zuletzt von Autoren verfasst worden, die selbst als Übersetzer tätig waren. Vor diesem Hintergrund fragt das Seminar auch nach dem Verhältnis von Theorie und Praxis der Übersetzung.

ZIELE
Ziel des Seminars ist es einerseits, in der Auseinandersetzung mit sogenannten »schwierigen« Texten Lektürestrategien und Textpraktiken zu erarbeiten und einzuüben. Andererseits wird versucht werden, ein theoretisches Verständnis dafür zu bekommen, was Sprache abseits von der Identifizierung mit ihrem kommunikativen Charakter zu bedeuten und zu leisten vermag.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Die Note setzt sich aus Mitarbeit durch Diskussionsbeiträge, einem Referat und einer Abschlussarbeit zusammen.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

VORAUSETZUNG
Voraussetzung für die Teilnahme am Seminar ist neben einer regelmäßigen Anwesenheit die Bereitschaft, sich mit Texten auseinanderzusetzen, die sich nicht ohne weiteres erschließen. Um vor diesem Hintergrund die Arbeit am Text möglichst intensiv zu gestalten, wird darüber hinaus zweierlei erwartet: Erstens wird die Bereitschaft erwartet, alle im Seminar besprochenen Texte genau zu lesen. Zweitens wird vorausgesetzt, sich verantwortlich während der Seminareinheiten am Gespräch und an der Textarbeit zu beteiligen.

Prüfungsstoff

Prüfungsstoff ist der theoretische Bezugsrahmen, der anhand der Texte im Seminar erarbeitet wird.

Literatur

Der genaue Lektüreplan der im Seminar diskutierten Texte wird in der ersten Sitzung besprochen.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

(I 2260, I 2900)
Teilnahmevoraussetzung im UF Deutsch Diplom:
1.Abschnitt
Zur Äquivalenzliste geht es hier: https://spl10.univie.ac.at/fileadmin/user_upload/s_spl10/Aequivalenzliste-abWS15.pdf

Letzte Änderung: Fr 13.09.2019 11:07