Universität Wien

133342 PS Proseminar: Stadtgeschichte(n) des Baltikums (2026S)

Urbane Räume als Zeitkapseln europäischer Geschichte

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung
VOR-ORT

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 35 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Vier Blocktermine an Freitagen, jeweils 13:15-18:15.
13.03., 08.05., 22.05. und 26.06.2026.
(der Termin vom 19.06. wurden auf den 26.06. verschoben!)

  • Freitag 13.03. 13:15 - 18:15 Seminarraum 7 Hauptgebäude, Tiefparterre Stiege 9 Hof 5
  • Freitag 08.05. 13:15 - 18:15 Hörsaal 2 Hauptgebäude, Tiefparterre Stiege 5 Hof 3
  • Freitag 22.05. 13:15 - 18:15 Seminarraum 3 Hauptgebäude, Tiefparterre Stiege 9 Hof 5

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Ziel des Proseminars ist es, über die Stadtgeschichte, eines der produktivsten Forschungsfelder der historischen Forschung seit der Jahrtausendwende insbesondere im deutschsprachigen Raum, neue Zugänge zur Geschichte des Baltikums auszuloten. Die Mikroebene der Stadt dient – ganz im Zeichen von Karl Schlögels Methode des „Städtelesens“, also der Annäherung an die bewegte jüngere Geschichte Ostmittel- und Osteuropas über die Materialität urbaner Räume als Zeitkapseln der Geschichte – als Brennglas für die politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, die die baltischen Nationen und Staaten seit dem späten neunzehnten Jahrhundert geprägt haben. Die im Rahmen des Seminars genauer untersuchten Städte, von der traditionsreichen Hansestadt über die ehemaligen jüdischen Schtetl bis hin zu den geschlossenen Planstädten der sowjetischen Rüstungs- und Nuklearindustrie, illustrieren die Vielfalt urbaner Zentren in Estland, Lettland und Litauen. Gemein ist ihnen allerdings die Überkreuzung und Überlappung west-, nord-, ostmittel- und osteuropäischer Einflüsse sowie das für das Baltikum typische multiethnische und multikonfessionelle Miteinander, deren Spuren sich in den Zeitschichten der baltischen Städte herauslesen lassen.
Didaktisches Ziel des Proseminars ist die Vermittlung und Vertiefung von fachspezifischen Grundkenntnissen wissenschaftlichen Arbeitens anhand der Diskussion von Fachliteratur und der Beschäftigung mit einer Bandbreite an schriftlichen, visuellen und audiovisuellen Quellen sowie die Einführung in das vieldimensionale Forschungsfeld der Stadtgeschichte. Inhaltlich bietet das Proseminar einen Überblick über die Geschichte der baltischen Nationen und Staaten, insbesondere in Hinblick auf die Geschichte der Urbanisierung und Staatswerdung und der imperialen Überformung des Raumes durch das Russische Reich und die Sowjetunion sowie auf die baltischen Erinnerungskulturen der Gegenwart.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Die Leistungskontrolle erfolgt durch die Bewertung der aktiven Teilnahme und mündlichen Beiträge während der einzelnen Seminareinheiten, des im Rahmen des Proseminars abzuhaltenden Referats und der zu verfassenden schriftlichen Arbeiten.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Voraussetzung für eine positive Beurteilung sind die 1) regelmäßige Anwesenheit (mindestens 75%), 2) die aktive Teilnahme an der Diskussion auf Grundlage der wöchentlichen Lektüre, 3) die aktive und dokumentierte Mitarbeit an einer Gruppenpräsentation zu einem speziellen Themenfeld und 4) die fristgerechte Einreichung einer schriftlichen Proseminararbeit (ca. 40.000 Zeichen mit Leerzeichen, 1,5-zeilig und 12 Pkt. inkl. Fußnoten, Deckblatt und Inhalts- und Literaturverzeichnis) sowie eines einseitigen Thesenpapiers zum gewählten Thema der Arbeit. Die Gesamtnote setzt sich aus den drei Teilleistungen mündliche Mitarbeit (20%), Referat (20%) und den schriftlichen Arbeiten (60%) zusammen.

Prüfungsstoff

Prüfung = Lehrveranstaltung (da prüfungsimmanent), s.o.

Literatur

Die Lektüre und Primärquellen für die einzelnen Sitzungen werden über Moodle zur Verfügung gestellt. Als allgemeine Einführung in das Thema geeignet sind folgende Titel:
Heidi Hein-Kircher und Ilgvars Misāns (Hrsg.), Stadtgeschichte des Baltikums oder baltische Stadtgeschichte?. Marburg: Verlag Herder-Institut, 2015.
Karl Schlögel, Im Raume lesen wir die Zeit. Über Zivilisationsgeschichte und Geopolitik. München: Hanser, 2003.
Karl Schlögel, Frithjof Benjamin Schenk und Markus Ackert (Hrsg.), Sankt Petersburg. Schauplätze einer Stadtgeschichte. Frankfurt am Main und New York: Campus, 2007.
Jens Wietschorke, „Man kann nichts anderes lesen als Texte“. Ein Versuch über die Lesbarkeit der Stadt, in Mythen des Lesens. Über eine Kulturtechnik in Zeiten gesellschaftlichen Wandels, hrsg. v. Dominik Achtermeier und Lukas Kosch. Bielefeld: transcript, 2024, S. 173-88.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

SKB340; SKE220

Letzte Änderung: Mo 16.03.2026 08:26