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135113 SE Bachelorseminar: Avantgarde-Theater im deutschsprachigen Raum und in der Ukraine (2019W)

im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Details

max. 30 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Termin am 29.10.2019 findet nicht statt.

Dienstag 01.10. 16:45 - 18:15 Hörsaal 34 Hauptgebäude, Hochparterre, Stiege 6
Dienstag 08.10. 16:45 - 18:15 Hörsaal 34 Hauptgebäude, Hochparterre, Stiege 6
Dienstag 15.10. 16:45 - 18:15 Hörsaal 34 Hauptgebäude, Hochparterre, Stiege 6
Dienstag 22.10. 16:45 - 18:15 Hörsaal 34 Hauptgebäude, Hochparterre, Stiege 6
Dienstag 29.10. 16:45 - 18:15 Hörsaal 34 Hauptgebäude, Hochparterre, Stiege 6
Dienstag 05.11. 16:45 - 18:15 Hörsaal 34 Hauptgebäude, Hochparterre, Stiege 6
Dienstag 12.11. 16:45 - 18:15 Hörsaal 34 Hauptgebäude, Hochparterre, Stiege 6
Dienstag 19.11. 16:45 - 18:15 Hörsaal 34 Hauptgebäude, Hochparterre, Stiege 6
Dienstag 26.11. 16:45 - 18:15 Hörsaal 34 Hauptgebäude, Hochparterre, Stiege 6
Dienstag 03.12. 16:45 - 18:15 Hörsaal 34 Hauptgebäude, Hochparterre, Stiege 6
Dienstag 10.12. 16:45 - 18:15 Hörsaal 34 Hauptgebäude, Hochparterre, Stiege 6
Dienstag 17.12. 16:45 - 18:15 Hörsaal 34 Hauptgebäude, Hochparterre, Stiege 6
Dienstag 07.01. 16:45 - 18:15 Hörsaal 34 Hauptgebäude, Hochparterre, Stiege 6
Dienstag 14.01. 16:45 - 18:15 Hörsaal 34 Hauptgebäude, Hochparterre, Stiege 6
Dienstag 21.01. 16:45 - 18:15 Hörsaal 34 Hauptgebäude, Hochparterre, Stiege 6
Dienstag 28.01. 16:45 - 18:15 Hörsaal 34 Hauptgebäude, Hochparterre, Stiege 6

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Ziel der Lehrveranstaltung ist es, Kenntnisse über die Reform des Theaters im deutschsprachigen Raum und in der Ukraine in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zu vermitteln. Es sollen Einblicke in die Geschichte des Entstehens des den Naturalismus verneinenden, „wider-realistischen“ Theaters in Österreich und Deutschland sowie im Kulturraum des ehemaligen Russischen Imperiums und der frühen Sowjetunion, zu denen auch die Ukraine gehörte, im Vergleich gegeben sowie Kompetenzen in diesem Bereich bei den Studierenden erreich werden. Einerseits geht es dabei um das Wirken von Max Reinhard und seine Rolle bei der Gründung der neuen Theaterästhetik sowie um solche Vertreter des deutschen Theaters des Expressionismus wie Oskar Kokoschka, Hugo Ball und die „Sturm-Bühne“, darunter um das frühe Schaffen von Bertold Brecht. Andererseits soll das Etablieren des neuen, anti-bürgerlichen Theaters in Russland im Zuge der Tätigkeit von Vsevolod Meyerhold und Aleksandr Tairov dargestellt werden. Außerdem wird es über die Erforschung der menschlichen Bewegung von Rudolf von Laban, sein „Theater der Bewegung“, sowie über das „Studio der Bewegung“ von Bronislava Nižynska und ihren Einfluss auf die Innovation im Theater in beiden Kulturräumen gesprochen.
Analysiert werden unterschiedliche historisch-politische Kontexte, radikale Veränderungen der Lebensumstände in West- und Osteuropa sowie die Rolle der Grenzüberschreitungen, die bis Ende der 1920er Jahre die Zirkulation der Kultur zwischen Wien, Berlin, München, Paris, Moskau, Kyjiv u.a. Kulturzentren der Moderne und der Avantgarde ermöglicht hatten. Relevant ist auch die Darstellung des Künstlermilieus in ihnen und seine Rolle für neue Bühnenversuche, wie z.B. das Mitwirken solcher expressionistischen Maler wie Kandinsky, Klee, Marc u.a. in München, der avantgardistischen Maler wie Malevyč, Exter, Meller, Petryc’kyj u.a. in Moskau, St. Petersburg, Kyjiv und Charkiv. Es sollen auch Einblicke in die Texte der Bühnenstücke, die der avantgardistischen Theaterästhetik entsprechend neu inszeniert wurden, gegeben, darunter der klassischen Dramen von Sophokles und Shakespeare sowie Texte der Autoren des Expressionismus wie Kaiser, Brecht u.a. gelesen.
Im Zentrum der Konversation während der Lehrveranstaltung steht das Leben und Schaffen des Regisseurs, Kulturphilosophen, Theatertheoretikers, Organisators und Pädagogen Les‘ (Oleksandr) Kurbas (1887-1937), mit dessen Namen die Entstehung des avantgardistischen Theaters in der Ukraine verbunden ist. An seinem Beispiel soll gezeigt werden, wie aus dem Westen transferierte künstlerische und philosophische Ideen der Reformierung und der Erneuerung des Theaters infolge der Re-Interpretation im ukrainischen Aufnahmekontext an der neuen Bedeutung gewonnen haben. Dabei werden die gegenseitigen Einflüsse und Unterschiede zwischen den ukrainischen, russischen und westeuropäischen avantgardistischen Theatern im Vergleich analysiert.
Relevant für die Lehrveranstaltung sind folgende methodologische Zugänge: Es sind das Konzept des Kulturtransfers von Michel Espagne sowie die Zugänge der neuen Deutung der Übersetzungskategorie, wie sie sich im Zuge von Translational Turn als „Übersetzung von und zwischen den Kulturen“ etabliert hatte. Es soll auch die Rede von der „kulturellen Translation“ gehen, wenn das Übersetzen als Inszenierung, als ‚mise en scène’ oder als Verflechtung von Selbst und Anderem gedeutet wird. Herangezogen wird außerdem die Grenztheorie Jurij Lotmans bezüglich semiotischer Dynamik der Kultur. Im Mittelpunkt der Lehrveranstaltung stehen komparatistische Zugänge; herangezogen werden vergleichende Kulturwissenschaft, Theater- und Literaturwissenschaft, Geschichte und Philosophie.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Mündliche Prüfung (Referat) und schriftliche Prüfung (Abschlussarbeit)

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Um die LV positiv abzuschließen, müssen Impulsreferate gehalten und bis Ende des Semesters eine schriftliche Arbeit (Umfang ca. 10-20 Seiten) abgegeben werden. Zusätzlich wird die aktive Beteiligung an den Diskussionen in die Benotung mit einbezogen.

Prüfungsstoff

Wird während der LV-en bekanntgegeben

Literatur

Primär- und Sekundärliteratur wird zu Beginn der Lehrveranstaltung bekannt gegeben.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

BA M11

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:20