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Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

140020 SE VM3 / VM1 - Zum Verhältnis von Struktur, Praxis und Identität (2017W)

aktuelle Intersektionalitätstheorien

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Montag 09.10. 15:00 - 17:00 Seminarraum Internationale Entwicklung Afrikawissenschaften UniCampus Hof 5 2Q-EG-05
Montag 16.10. 15:00 - 17:00 Seminarraum Internationale Entwicklung Afrikawissenschaften UniCampus Hof 5 2Q-EG-05
Montag 23.10. 15:00 - 17:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 1 UniCampus Hof 5 2M-O1-03
Montag 30.10. 15:00 - 17:00 Seminarraum Internationale Entwicklung Afrikawissenschaften UniCampus Hof 5 2Q-EG-05
Montag 06.11. 15:00 - 17:00 Seminarraum Internationale Entwicklung Afrikawissenschaften UniCampus Hof 5 2Q-EG-05
Montag 13.11. 15:00 - 17:00 Seminarraum Internationale Entwicklung Afrikawissenschaften UniCampus Hof 5 2Q-EG-05
Montag 20.11. 15:00 - 17:00 Seminarraum Internationale Entwicklung Afrikawissenschaften UniCampus Hof 5 2Q-EG-05
Montag 27.11. 15:00 - 17:00 Seminarraum Internationale Entwicklung Afrikawissenschaften UniCampus Hof 5 2Q-EG-05
Montag 04.12. 15:00 - 17:00 Seminarraum Internationale Entwicklung Afrikawissenschaften UniCampus Hof 5 2Q-EG-05
Montag 11.12. 15:00 - 17:00 Seminarraum Internationale Entwicklung Afrikawissenschaften UniCampus Hof 5 2Q-EG-05
Montag 08.01. 15:00 - 17:00 Seminarraum Internationale Entwicklung Afrikawissenschaften UniCampus Hof 5 2Q-EG-05
Montag 15.01. 15:00 - 17:00 Seminarraum Internationale Entwicklung Afrikawissenschaften UniCampus Hof 5 2Q-EG-05
Montag 22.01. 15:00 - 17:00 Seminarraum Internationale Entwicklung Afrikawissenschaften UniCampus Hof 5 2Q-EG-05
Montag 29.01. 15:00 - 17:00 Seminarraum Internationale Entwicklung Afrikawissenschaften UniCampus Hof 5 2Q-EG-05

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Kritische Gesellschaftsanalysen tendierten lange Zeit dazu, ein (einziges) bestimmtes gesellschaftliches Feld und einen spezifischen Herrschaftsmechanismus als Kern ihrer Erklärungen der Gesamtgesellschaft und ihrer Dynamik vorauszusetzen und damit auch jeweils eine spezifische emanzipatorische Bewegung als zentrale Kraft der Veränderung zu bevorzugen. Eine wesentliche Intention von Intersektionalitätstheorien war und ist es, diesen mehrfachen Essentialismus zu kritisieren und zu überwinden, indem die komplexe Verbindung von Klasse, Geschlecht, ‚Rasse‘/Ethnizität, Kolonialität, Sexualität etc. thematisiert wird. Das Feld der Theorien zu Intersektionalität ist allerdings seit Beginn gespalten u.a. zwischen der Konzeptualisierung dieser gesellschaftlichen Phänomene bzw. Entitäten entweder als Identitäten oder als Strukturen. Ein Ziel dieses Seminars ist es, mithilfe von zwei der gegenwärtig avanciertesten Ansätze einerseits zum Struktur-Handlungs-Verhältnis (M. Archer, D. Porpora) und andrerseits zu Identität und Subjektivierung (Foucault) die jeweiligen Konzeptionen in unterschiedlichen Intersektionalitätstheorien zu reflektieren und eventuell neue Vorschläge zu erarbeiten.
Zugleich und in enger Verbindung mit der Struktur-Praxis-Identitäts-Frage ist auch über gesellschaftstheoretisch präzise Konzeptionen der Art und Weise der Verbindungen dieser gesellschaftlichen Kategorien zu reflektieren. Neben der dominanten Verwendung des Intersektionalitätsbegriffs werden aktuell auch die Begriffe der Multidimensionalität (Demirovic / Maihofer), der Interdependenzen (Dietze et al.) und der Artikulation bzw. Verdichtung (Hall etc.) vorgeschlagen. Es wird zu prüfen sein, welche Erkenntnisbeförderungen bzw. - blockaden mit den jeweiligen Konzeptionen verbunden sind. Anhand konkreter politischer und sozialwissenschaftlicher Fragestellungen soll die Produktivität und Erklärungskraft der jeweiligen Ansätze überprüft werden.
Ein weiteres Ziel des Seminars besteht darin, die Bestimmungen der unterschiedlichen Kategorien zu reflektieren, also die jeweils vertretenen Theorien über Geschlechterverhältnisse, über Kolonialität, über Rassismen etc. zu rekonstruieren. Da der Begriff der Klasse(nverhältnisse) in den meisten Intersektionalitätstheorien eher bloß erwähnt als theoretisch konzeptualisiert wird, soll anknüpfend an die Klassentheorie von Nicos Poulantzas eine den aktuellen globalen Verhältnissen angemessene Bestimmung gesucht werden, die auch feminisierte und ethnisierte Arbeiten (u.a. verschiedene Felder der globalen Care-Arbeit) umfasst.
Kennenlernen, Aneignung und gemeinsame Reflexion darüber, wie unterschiedliche Intersektionalitätstheorien Grundbegriffe wie Geschlecht, Klasse, Kolonialität, Ethnizität, Sexualität bestimmen und begründen, und in welcher Weise sie mithilfe aktueller Theorien zum Struktur-Handlungs-Verhältnis, zu Subjektivierung und zu Klasse weiterentwickelt werden können.

In der ersten Einheit: einleitender Überblick zum Thema. In den darauf folgenden beiden Einheiten werden grundlegende Texte aus unterschiedlichen Ansätzen in Gruppen- und Plenumsdiskussionen angeeignet und diskutiert (als Vorbereitung ist jeweils ein schriftlicher Kommentar von allen Teilnehmer_innen zu erstellen und abzugeben). In den anschließenden Einheiten werden jeweils in Referaten, Kleingruppen- und Plenumsdiskussionen zentrale Fragen des SE-Themas besprochen.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Regelmäßige Teilnahme (max. 2 Fehlstunden) und Mitarbeit (Lesen eines Basistexts für jede Einheit). Schriftlicher Kommentar zu zwei Basis-Texten. Kurze schriftliche Vorbereitung (Abstract; Rezension; ..) auf jede einzelne Einheit (3-4 Thesen zum jeweiligen Basistext). Einzel- oder Gruppen-Referat (incl. 1-2seitiges Thesenpapier) und schriftliche Fassung (mind. 15 bis max. 21 Textseiten); Diskussionsbereitschaft. In der Seminararbeit ist auch Literatur zu verarbeiten, die eigenständig recherchiert worden ist.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Siehe 'Leistungskontrolle'.

Prüfungsstoff

Die im Lektürekurs behandelten Themen - die LV ist prüfungsimmanent.

Literatur

Acker, Joan (2003): The Continuing Necessity of ‘Class’ in Feminist Thinking; in: Knapp, Gudrun-Axeli/ Wetterer, Angelika (Hg.), Achsen der Differenz. Gesellschaftstheorie und feministische Kritik II. Münster. 4972.
Archer, Margaret S. (1995): Realist social theory: The morphogenetic approach. Cambridge.
Aulenbacher, Brigitte et al. (Hg.innen) (2015) Feministische Kapitalismuskritik. Münster: Westfälisches Dampfboot.
Crenshaw, Kimberle (1991): Mapping the margins: intersectionality, identity politics, and violence against women of color. Stanford Law Review, 43 (6), 1241-1299.
Weitere Literatur wird im SE bekanntgegeben.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

VM3; VM1

Letzte Änderung: Fr 31.08.2018 08:42