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140076 SE Atlantisches Afrika, afrikanischer Atlantik (2017W)

Kontinent, Diaspora und die Rolle von Melville Herskovits

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Mittwoch 11.10. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Mittwoch 18.10. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Mittwoch 25.10. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Mittwoch 08.11. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Mittwoch 15.11. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Mittwoch 29.11. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Mittwoch 06.12. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Mittwoch 13.12. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Mittwoch 10.01. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Mittwoch 17.01. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Mittwoch 24.01. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Mittwoch 31.01. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

In rezenter Zeit boomt das Feld der sogenannten Atlantischen Geschichte als Teil der Globalgeschichte, allerdings geht der Boom mit einer bedenklichen Geschichtsvergessenheit einher, was Länge, Tiefe und Intensität der Beschäftigung mit Fragen nach dem historischen Zusammenhang und den Wechselwirkungen zwischen den beiden Kontinenten angeht, die an den atlantischen Ozean grenzen. Das Verhältnis zwischen Afrika und den Amerikas, die sogenannte Atlantische Welt, wurde jedoch lange diskutiert, bevor Paul Gilroy`s ‘The Black Atlantic’ (1993) im Rückgriff auf Edward Saids Orientalismus-Kritik und afrikanische Autoren wie V.Y. Mudimbe und Achille Mbembe in postmodern-karnevalesker Art stilgebend wurden. Zu den in Vergessenheit geratenen Pionieren der Erforschung der Atlantischen Geschichte zählen so illustre Gestalten wie der afroamerikanische Historiker W.E.B. DuBois (1868-1963), die französischen Religionshistoriker Pierre Verger (1902-1996) und Roger Bastide (1898-1974), sowie der US-amerikanische Kulturanthropologe Melville Jean Herskovits (1895-1963). In diesem Seminar steht Herskovits im Fokus, mit dem die Afrikastudien in den USA ebenso ihren Anfang genommen haben, wie seine Rolle imperativ war, um die Untersuchung transatlantischer Verbindungen und Wechselwirkungen in den USA akademisch akzeptabel zu machen.
Herskovits Werk bietet als Ausgangspunkt verschiedengeartete Anknüpfungspunkte von Relevanz für eine große Breite an bearbeitbaren Themen. In Anknüpfung an seine Feldforschungsarbeiten auf Haiti und Trinidad, in Surinam und Guyana, sowie in Dahomey (dem heutigen Benin) sind räumliche Spezialisierungen im Rahmen der Seminararbeiten denkbar. Entlang der Achse Theorie-Geschichte hält Herskovits allerdings ebenfalls eine ganze Reihe spannender Themen bereit - etwa Kulturelle Dynamik, Enkulturation, Transkulturelle Beziehungen, soziokultureller Wandel, Rassismus, Geschichte, Mythos und Geschichtsverdrängung…

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Engagierte Mitarbeit;
Mündliche Konzept- und Themenpräsentation plus Handout;
Mündliche Kritik eines vorgetragenen Konzepts: Diskutantenrolle;
Schriftliche Ausarbeitung einer Seminararbeit

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Erfüllung der definierten zu erbringenden Teilleistungen

Prüfungsstoff

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Literatur

Ausgangspunkte bilden die Bücher von Melville Herskovits, in theoretischer Hinsicht insbesondere:
- The Myth of the Negro Past (1941)
- The Human Factor in Changing Africa (1962)
- Economic Anthropology (1952)
- Cultural Dynamics (1964)
In Hinsicht auf seine Feldforschungen auf beiden Seiten des Atlantiks:
- Rebel Destiny: Among the Bush Negroes of Dutch Guiana (1934; with Frances Herskovits)
- Suriname Folk Lore (1936, with Frances Herskovits)
- Life in a Haitian Valley (1937)
- Dahomey: An Ancient West African Kingdom (1938)
- Trinidad Village (1947, with Frances Herskovits)

Ausgewählte Sekundärliteratur:
Benjamin, Thomas 2009: The Atlantic World: Europeans, Africans, Indians and Their Shared History, 1400-1900. Cambridge u.a.: Cambridge University Press.
Blier, Suzanne Preston 1989: Field Days: Melville J. Herskovits in Dahomey. In: History in Africa, A Journal of Method 16: 1-22.
Curtin, Philip D. 1998: The Rise and Fall of the Plantation Complex: Essays in Atlantic History. Cambridge u.a.: Cambridge University Press.
Gershenhorn, Jerry 2004: Melville J. Herskovits and the Racial Politics of Knowledge. Lincoln, London: University of Nebraska Press.
Mintz, Sidney 2010: Three Ancient Colonies: Caribbean Themes and Variations. Cambridge/mass., London: Harvard University Press.
Price, Richard/ Price, Sally 2003: The Roots of Roots: Or, How Afro-American Anthropology got its Start. Chicago: Prickly Paradigm Press.
Reuter, Astrid 2000: Das wilde Heilige: Roger Bastide (1898-1974) und die Religionswissenschaft seiner Zeit. Frankfurt, New York: Campus.
Thornton, John 1998: Africa and Africans in the Making oft he Atlantic World, 1400-1800. Cambridge u.a.: Cambridge University Press.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

SAG.SE.1, SAG.SE.2, GA.SE.2, GA.SE.3
MA Globalgeschichte,Vertiefung 1
MA Geschichte (PM4): Globalgeschichte

Letzte Änderung: Do 21.09.2017 09:09