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140094 SE Afrikanische Agitatoren: Zur Geschichte des Panafrikanismus (2019S)

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

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Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Mittwoch 06.03. 11:00 - 13:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06
Mittwoch 13.03. 11:00 - 13:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06
Mittwoch 20.03. 11:00 - 13:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06
Mittwoch 27.03. 11:00 - 13:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06
Mittwoch 03.04. 11:00 - 13:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06
Mittwoch 10.04. 11:00 - 13:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06
Mittwoch 08.05. 11:00 - 13:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06
Mittwoch 15.05. 11:00 - 13:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06
Mittwoch 22.05. 11:00 - 13:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06
Mittwoch 29.05. 11:00 - 13:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06
Mittwoch 05.06. 11:00 - 13:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06
Mittwoch 12.06. 11:00 - 13:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06
Mittwoch 19.06. 11:00 - 13:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06
Mittwoch 26.06. 11:00 - 13:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Unter Panafrikanismus kann man eine besondere ideologische Praxis mit dem Ziel der Emanzipation (Befreiung, Gleichheit) von Menschen afrikanischer Herkunft und/oder der Herstellung von Einheit (Union, Kooperation) verstehen. Im Fall beider Ziele spielt Solidarität (bzw. die Schaffung von Möglichkeiten zur Zusammenarbeit, die Auflösung konkurrierender/ rivalisierender Interessenslagen) die Schlüsselrolle. Es braucht einheitsstiftende Ideen und Menschen, die sie vertreten und verbreiten: Es braucht, in einem Wort, Agitatoren.

Afrikanische Agitatoren, panafrikanische Agitatoren - von denen gab (und gibt) es zahlreiche im 20. (und 21.) Jahrhundert.
- Grob lassen sie sich für die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts in einer (politisch-weltanschaulichen) Rechts-Mitte-Links-Matrix klassifizieren: Garveyismus - Kongressbewegung - International African Service Bureau als drei unterschiedliche ideologische Orte, von denen aus panafrikanische Visionen in die Welt hinausgetragen wurden.
- Zwischen 1945 und 1963 kam es zur panafrikanischen Fokusierung auf den afrikanischen Kontinent als Schauplatz des politischen Kampfes um Einheit und Befreiung, und zu einer gewissermaßen untypischen ideologischen Einstimmigkeit unter den Agitatoren. Diese war auch nicht dauerhaft.
- Mit den Unabhängigkeiten wurden manche Agitatoren zu Regierenden, andere zu Oppositionellen am Kontinent. Die OAU von 1963 und die AU von 2002 als panafrikanische Vertretungen afrikanischer Regierungen stellten nur sehr bedingt Einheit und Solidarität her.
- Panafrikanische Agitatoren aus der Diaspora verloren an Bezug zu den afrikanischen politischen Realitäten. Versuche um neuerliche Schulterschlüsse in Anlehnung an den historischen Moment des Manchester-Kongresses von 1945 in den Jahren 1974, 1994, 2013 scheiterten. Keine neue panafrikanische Allianz konnte gestiftet werden.

Diese verkürzte Darstellung einschneidender Änderungen in der Geschichte des Panafrikanismus und Afrikas im 20. Jahrhundert ermöglicht eine erste Orientierung für die SeminarteilnehmerInnen, die angehalten sind, sich im Sinne einer kontextuellen Intellectual History in ihrem individuellenArbeitsvorhaben auf einen Agitatoren ihrer Wahl zu stürzen. Der Zeitrahmen, der lebensgeschichtlich bedingt gegeben ist, kann hier die Wahl von vorneherein sinnvoll leiten.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

- Anwesenheit und Mitarbeit
- allfällig definierte Pflichtliteratur

- Themen/Konzept-Präsentation (inklusive Handout)
- Diskussionsleistung eines anderen vorgetragenen Konzepts

- Schriftliche Seminararbeit (15-20 Seiten, Times New Roman 12 oder 11, Zeilenabstand 1,5), spätestens abzugeben am 11.08.2019

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Erfüllung der Teilleistungen

Prüfungsstoff

Literatur

Adi, Hakim (2018): Pan-Africanism: A History. London u.a.: Bloomsbury Academic.

Appiah, Kwame Anthony (1992): In My Father`s House: Africa in the Philosophy of Culture. Oxford, New York: Oxford University Press.

Appiah, Kwame Anthony (2014): Lines of Descent: W.E.B. Du Bois and the Emergence of Identity. Cambridge/Mass., London: Harvard University Press.

Davidson, Basil (2007 [1973]): Black Star: A View of the Life and Times of Kwame Nkrumah. Oxford: James Currey.

Decraene, Philippe (1964): Le Panafricanisme. Paris: Presses Universitaires de France.

Derrick, Jonathan (2008): Africa's "Agitators": Militant Anti-Colonialism in. Africa and the West, 1918-1939. New York: Columbia University. Press and London: I.B. Tauris.

Geiss, Imanuel (1968): Panafrikanismus: Zur Geschichte der Dekolonisation. Frankfurt am Main: Europäische Verlagsanstalt.

Legum, Colin (1965): Pan-Africanism: A Short Political Guide. New York, Washington, London: Frederick A. Praeger.

Kohn, Hans / Sokolsky, Wallace (1965): African Nationalism in the Twentieth Century. New York et al.: Van Nostrand Reinhold Company.

Padmore, George (ed., 1963 [1947]): Colonial and…Coloured Unity: A Programme of Action: History of the Pan-African Congress. London: The Hammersmith Bookshop Ltd.

Padmore, George (1972 [1956]): Pan-Africanism or Communism. Garden City, NY: Anchor Books, Doubleday.

Sonderegger, Arno (2010): Atlantische Wellen Afrikanische Positionen: Zur panafrikanischen Idee bis 1945. In: Schmieder, Ulrike/ Nolte, Hans-Heinrich (Hg.): Atlantik. Sozial- und Kulturgeschichte in der Neuzeit. Wien: Promedia, 172-192.

Sonderegger, Arno (2011): Der Panafrikanismus im 20. Jahrhundert. In: Sonderegger, Arno/ Grau, Ingeborg/ Englert, Birgit (Hg.): Afrika im 20. Jahrhundert: Geschichte und Gesellschaft. Wien: Promedia, 98-116.

Sonderegger, Arno (2013): Antirassismus und Antikolonialismus unter afrikanischen Intellektuellen, 1850 bis 1970: Ideengeschichtliche Anmerkungen. In: Stichproben, Vienna Journal of African Studies 25: 53-74.

Sonderegger, Arno (ed., 2015): African Thoughts on Colonial and Neo-Colonial Worlds: Facets of an Intellectual History of Africa. Berlin: Neofelis.

Soyinka, Wole et al. (2015): Reimagining Pan-Africanism. Distinguished Mwalimu Nyerere Lecture Series 2009-2013. Dar-es-Salaam: Mkuki Na Nyota Publishers.

Thiong`o, Ngugi wa (2009): Something Torn and New: An African Renaissance. New York: Basic Civitas Books.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

SAG.SE.1, SAG.SE.2
IE: VM5

Letzte Änderung: Do 29.10.2020 00:21