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140211 EX Exkursion: Buddhistische Traditionen im Kathmandu-Tal (2018S)

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Details

max. 24 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine

Zur Zeit sind keine Termine bekannt.

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Im Sommersemester 2018 führen Prof. Gaenszle und Prof. Mathes im Rahmen des Bachelor-Studiengangs (Modul 15a) eine Exkursion im Kathmandu-Tal durch, die während der vor-lesungsfreien Zeit stattfinden wird (26.03.18-05.04.18).
Zwar ist Kathmandu vor allem als Hauptstadt des ehemaligen und letzten Hindu-Königreichs bekannt, doch auch für das Studium des Buddhismus ist das „Nepāl Maṇḍala“ von zentraler Bedeutung: erstens ist das Tal geprägt von einer langen Tradition des Newar-Buddhismus; zweitens ist der tibetische Buddhismus nicht erst seit der Präsenz tibetischer Flüchtlinge ein fester Bestandteil der lokalen Kultur. Beide Formen des Buddhismus sind Gegenstand der Exkursion.

A. Newar-Buddhismus (Prof. Dr. Martin Gaenszle)
Die Newar, die indigenen Bewohner des Kathmandu-Tales in Nepal, sind zwar stark vom Hinduismus geprägt: so pflegen die Newar zahlreiche Feste und Rituale der sanskritischen Tradition, insbesondere Ahnenkulte, Lebenszyklusriten, Stadtprozessionen und Tempelfeste.
Gleichzeitig aber findet man bei den Newar auch die letzte erhaltene Tradition des indischen Buddhismus (die sich u.a. in den Bāhā ‚Klöstern’ und den damit assoziierten Riten manifestiert). Tatsächlich reicht der Buddhismus mehr oder weniger ungebrochen in die Zeit vor unserer Zeitrechnung zurück und ist vor allem seit der Licchavi-Herrschaft vielfach dokumentiert. Besonders deutlich zeigt sich die buddhistische Tradition in einer außergewöhnlichen Stadtarchitektur, in der sich urbane Formen Südasiens mit Elementen aus dem Norden verbinden.

B. Tibetischer Buddhismus (Prof. Dr. Klaus-Dieter Mathes)
Zu den bedeutendsten buddhistischen Sakral- und Pilgerstätten im Kathmandu-Tal zählen der Bauddhanātha-stūpa und der Svayambhū-caitya. Diese monumentalen Bauwerke wurden bevorzugte Orte der Ansiedlung tibetischer Immigranten. Unsere ersten Kenntnisse über den Bauddhanātha-stūpa im Kontext der Geschichte des tibetischen Buddhismus in Nepal beginnen mit einer Renovierung, die sNgags ‘chang Śākya bzang po, ein Lama der rNying ma-Schule, am Beginn des 16. Jahrhunderts durchgeführt haben soll. Die Rechte der Verwaltung dieses Bauwerks blieben anschließend über mehrere Jahrhunderte in den Händen der Nachfolger in der Existenzenkette dieses Lamas, die nach der Stätte ihres Wirkens als Yol mo sPrul skus bekannt wurden. Später erfahren wir von weiteren Renovierungen dieses Bauwerks. Nach dem Erdbeben, das sich im Jahr 2015 in Nepal ereignete, wurden starke Schäden am Bauddhanātha-stūpa festgestellt, die eine aufwendige Renovierung erforderten. In dessen Verlauf wurde das Bauwerk geöffnet und die „Schätze“, die in seinem Inneren lagen, wurden geborgen und in einer Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert. Die Untersuchung dieses Bauwerks in seinen religiösen, sozialen und wirtschaftlichen Bezügen in Gegenwart und Geschichte ist Gegenstand der Exkursion.
Die Exkursion soll einen ethnographischen und kulturgeschichtlichen Zugang zu diesen Traditionen ermöglichen. Die Teilnehmer werden Stadtkultur, rituelle Praxis und Traditionen in bestimmten Lokalitäten (insbesondere in Lalitpur/Patan und Bauddha) kennenlernen und sich in Einzelprojekten oder Gruppenprojekten unterschiedlichen Themenkomplexen widmen.

Die Teilnehmerzahl ist auf 12 begrenzt. Die Kosten der Exkursion (einschließlich Flug- und Aufenthaltskosten) werden auf ca. 1.500,- Euro geschätzt. Ein Zuschuss zu den Reisekosten in Höhe von 600,- Euro kann von der Universität Wien refundiert werden.
Die Unterkunft für die beiden Exkursionsgruppen in Patan und Bauddha wird vom Institut organisiert (im Einzel- oder im Doppelzimmer). Die Flüge müssen von den TeilnehmerInnen selbst gebucht werden. Um die Kosten möglichst niedrig zu halten, empfiehlt sich eine frühzeitige Buchung.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Voraussetzung für die Exkursion ist die Teilnahme am vorbereitenden Proseminar.

Interessenten sind gebeten, bis zum 26. November 2017 in einem kurzen Motivations-schreiben an die Exkursionsleiter ihr Interesse und ihre Qualifikationen (bisherige relevante LV, Sprachkenntnisse) zu erläutern. Es ist ratsam das Motivationsschreiben zeitnah einzureichen, so dass bei einer Bestätigung der Teilnahme bereits ein Flug gebucht werden kann. Das endgültige Auswahlergebnis wird bis zum 28. November 2017 per E-mail bekannt gegeben.
Die Vorbesprechung findet statt am 30. November 2017 (T&B, SR 1, 17:00).

Prüfungsstoff

Themen
A. Newar-Buddhismus
1. Einführung: Geschichte und Kultur des Newar-Buddhismus
2. Soziale Organisation und Kaste
3. Religiöse Institutionen (Tempel, Klöster)
4. Stadtraum und sakrale Architektur
5. Ritual und Ritualspezialisten
6. Newar-Feste
7. Moderne Entwicklungen: Theravāda
B. Tibetischer Buddhismus
1. Der Bauddhanātha-stūpa: das Bauwerk heute vor seinem historischen Hintergrund
2. Die Renovierung des Bauddhanātha-stūpa im Jahr 2016 (inkl. Ausstellung)
3. Aufsicht und Verwaltung des Bauddhanātha-stūpa
4. Der Entstehungsmythos des Bauddhanātha-stūpa
5. Der Ritualkalender des Bauddhanātha-stūpa
6. Der Bauddhanātha-stūpa im Vergleich mit dem Svayambhū-caitya
7. Die Yol mo sPrul sku-Linie
Programm
Mo 26.03.: Beginn der Exkursion (18:00)
Di 27.03.: Patan-Tour
Mi 28.03.: Patan Museum, Palast
Do 29.03.: Theravāda-Klöster
Fr 30.03.: Bhaktapur (Bisket Jātrā)
Sa 31.03: Lutī Punhī: Bālāju Nāgārjun Jātrā
So 01.04.: -
Mo 02.04.: Bauddha-Tour
Di 03.04.: Svayambhū-Tour
Mi 04.04.: -
Do 05.04.: Ende der Exkursion (16:00)

Literatur


Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

BA15a, IMAK1, IMAK4, IMAK7, MATB5, MATB6

Letzte Änderung: Fr 31.08.2018 08:42