Universität Wien FIND

140359 SE Vielstimmigkeit kolonialer Diskurse in Bibliotheken. (2019W)

Eine kritische Auseinandersetzung mit Afrika-Repräsentationen in wissenschaftlichen Beständen

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Manche Termine können auch geblockt stattfinden. Es sind Exkursionen geplant (à max. 2 Stunden), die auch außerhalb der Vorlesungszeit stattfinden können. Terminliche Flexibilität ist wünschenswert, da sie zur gemeinschaftlichen Lernerfahrung positiv beitragt.
Der Termin vom 08.11.2019 findet in der SADOCC statt.

Freitag 11.10. 15:00 - 17:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Freitag 18.10. 15:00 - 17:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Freitag 25.10. 15:00 - 17:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Freitag 08.11. 15:00 - 17:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Freitag 22.11. 15:00 - 17:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Freitag 29.11. 15:00 - 17:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Freitag 10.01. 15:00 - 17:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Freitag 24.01. 15:00 - 17:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Freitag 31.01. 15:00 - 17:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Bibliotheken als Orte der Wissensaufbereitung und Dokumentation mit einem Anspruch des möglichst umfassenden Sammelns - können nicht umhin auch zu repräsentieren. Die Art und Weise wie ausgewählt, aufbereitet und zur Verfügung gestellt wird, bringt einen Prozess der Bewertung von Wissen mit sich, bei dem Hierarchien zum Tragen kommen, die nicht explizit sein können. Insbesondere im Kontext von Afrikarepräsentationen, fällt die Einrichtung von wissenschaftlichen Bibliotheken oftmals in eine Zeit kolonialer Expansionspolitik. Nicht nur die wissenschaftlichen Werke sondern auch das Wissen, auf das sich diese Bibliotheken in ihrer Systematisierung und Struktur bezogen, war daher eng mit diskriminierenden Praktiken verflochten. Bedeutend sind Differenzierungsstrategien und Rassismen, die den Anspruch von Überlegenheit legitimieren (Schlesselmann-Tarango 2017).
Bibliotheken sind zugleich aber auch Orte der Begegnung, Auseinandersetzung und Interaktion. Daher ist die Frage nach dem Umgang mit unterschiedlichen Diskursen, die auf Rassismen und homogenisierende koloniale Narrative rekurrieren, naheliegend. Eine Auseinandersetzung mit der kolonialen Vergangenheit stellt aber für wissenschaftliche Bibliotheken im europäischen Kontext oft eine Herausforderung dar, der meist mit Rückzug auf das Argument des „objektiven Sammelauftrags“ begegnet wird und somit die gesellschaftliche Relevanz des Themas aus dem Blickfeld geraten lässt. Die Frage bleibt unbeantwortet, welcher Wirkmächtigkeit und Vielschichtigkeit kolonialer Diskurse wir in Bibliotheken begegnen.
Diese Frage dient im Seminar als Ausgangspunkt für eine Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex Rassismus, Repräsentation und Wissensproduktion. Das Seminar wird interaktiv und partizipativ gestaltet, wobei Bibliotheken mit ihren unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen und AkteurInnen als Orte des kritischen Lernens und gleichzeitig als Untersuchungsfeld dienen. Die Herausarbeitung kolonialer, rassistischer und sexistischer Diskurse bietet die Grundlage für eine Spurensuche im Lernumfeld Wissensvermittlung und -aufbereitung.
Dazu erarbeiten wir uns in gemeinsamen Diskussionen von Schlüsseltexten theoretische Zugänge zu Rassismus und postkoloniale Theorien. Die Beispiele wissenschaftlicher Bibliotheken, die für die individuellen Themenstellungen ausgewählt werden, können an unterschiedlichen Institutionen wie Universitäten oder Museen angesiedelt sein, die Repräsentationen des „Anderen“ aufweisen. Neben dem Aufspüren dominierender Diskurse geht es auch um die Reflexion ihrer Wirkmächtigkeit und ihres Einflusses, den sie auf die Rezeption von Wissen haben.
Ziel ist das Üben einer kritischen Betrachtung von Wissensproduktionen. Anhand von konkreten Diskursbeispielen werden Ausschlussmechanismen und Differenzbildungen analysiert, die zum Tragen kommen. Darüber hinaus gilt es Handlungsoptionen (und Utopien) gemeinsam zu erörtern, wie Ordnungsmechanismen von Machtdiskursen durchbrochen werden können und epistemische Gewalt in öffentlichen Einrichtungen thematisiert werden kann.
Studierende entschließen sich in den ersten vier Wochen zur Bearbeitung eines Themas anhand eines Fallbeispiels ihrer Wahl. Für die individuelle Erarbeitung der Themenstellung und Bearbeitung der Fallbeispiele stehen qualitative sozial- und kulturwissenschaftliche Forschungsmethoden im Vordergrund, ergänzt durch gemeinsame Diskussionen von Schlüsseltexten, Exkursionen in Museen und Austausch mit antirassistischen Projekten und wissenschaftlichen Vorträgen.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

- Lesen von im Seminar definierter Pflichtliteratur
- Durchgehende und regelmäßige Anwesenheit
- Mündliche Präsentation des eigenen Themenkonzepts (inklusive Handout)
- Aktive Teilnahme an Diskussionen und Präsentationen
- Schriftliche Seminararbeit (15-20 Seiten, Times New Roman 12 oder 11, Zeilenabstand 1,5), spätestens abzugeben am 15.3.2020

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Prüfungsstoff

Literatur

Texte zur Pflichtlektüre und weiterführende Literaturhinweise werden im Rahmen der Lehrveranstaltung bekannt gegeben.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

SAL.SE.1, SAL.SE.2, SAS.SE.1, SAS.SE.2, SAG.SE.1, SAG.SE.2
MA Zeitgeschichte und Medien: M4b Wahlbereich

Letzte Änderung: Do 10.10.2019 18:28