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Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

140384 SE VM4 - VM5 - Antikolonialismus, Antirassismus und Antifaschismus zusammendenken (2015S)

Streifzüge durch das Werk des Afrikahistorikers und engagierten Intellektuellen Basil Davidson (1914-2010)

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

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Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Freitag 06.03. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Freitag 13.03. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Freitag 20.03. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Freitag 27.03. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Freitag 17.04. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Freitag 24.04. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Freitag 08.05. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Freitag 15.05. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Freitag 22.05. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Freitag 29.05. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Freitag 05.06. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Freitag 12.06. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Freitag 19.06. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Freitag 26.06. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Der 1914 in England geborene Basil Davidson entstammte einfachen Verhältnissen. Autodidaktisch sich bildend gelang es ihm in den 1930er Jahren, als Journalist Fuß zu fassen. Im Zweiten Weltkrieg arbeitete der junge dynamische Mann als Verbindungsoffizier für den britischen Geheimdienst und kämpfte aufseiten italienischer und jugoslawischer Partisanen. Diese Erfahrung des aktiven Kampfes gegen Faschismus prägte ihn für sein Leben. Das Ende des Krieges bedeutete für seine journalistische Karriere freilich einen einschneidenden Bruch, denn Davidson wurde im nun herrschenden Rahmen des Kalten Kriegs mehr und mehr als Marxist diffamiert und fand seine Publikationsmöglichkeiten arg beschnitten. Eine Reportage-Reise führte ihn zu Beginn der 1950er Jahre nach Südafrika, seine in Buchform erschienene Anklage des Rassismus im südlichen Afrika markierte den Beginn einer zweiten publizistischen Karriere, in der Davidson sich mehr und mehr der Erkundung der Afrikanischen Geschichte zuwandte. Dabei ließ er sich so tief wie kaum ein anderer westlicher Autor auf die afrikanischen Unabhängigkeitsbewegungen ein; so begleitete er in den 1960er und frühen 70er Jahren afrikanische Freiheitskämpfer in Guinea-Bissau, Angola und Mozambique über Wochen und Monate, und noch in seinen 70ern machte sich Davidson auf, um im eritreischen Unabhängigkeitskampf berichtend mitzumischen. Sein Antikolonialismus schlug sich allerdings nicht nur in derartiger persönlicher Anteilnahme und Unterstützung nieder, sondern auch in einer Reihe von Büchern, in denen er die Kolonialgeschichte Afrikas einer kritischen Revision unterzog, vor allem aber in Werken, welche einen immensen Beitrag dazu leisteten, die vorkoloniale Geschichte Afrikas wieder zu entdecken und bekannt zu machen. Der Kampf gegen Ungerechtigkeit zieht sich wie ein roter Faden durch sein Leben sei es in Gestalt der (gelebten) Kritik an Kolonialismus, Rassismus oder Faschismus. Gleichwohl verfeinerte Davidson im Lauf seines langen Lebens auch die ihm zur Verfügung stehenden analytischen Mittel, und an seiner umfangreichen Publikationstätigkeit lassen sich in konzentrierter Weise grundlegende Diskursverschiebungen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts deutlich machen.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

(1) Anwesenheit und aktive Mitarbeit
(2) Mündliche Themen-Konzept-Präsentation + schriftliches Handout (max. 2 Seiten; inklusive Literaturliste)
(3) Mündliche kritisch-konstruktive Diskussion eines Fremd-Konzepts
(4) Schriftliche Abschlussarbeit (Richtwert: 20-25 Seiten), Abgabe spätestens bis 14.08.2015

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Aus der Beschäftigung mit Davidsons Werk und Leben sollte klar werden: Die Beschäftigung mit Afrika ist kein Randphänomen, sondern ist zentral für das kritische Verständnis der globalen Weltordnung im 20. Jahrhundert.
Selbständige Verfassung einer Seminararbeit.

Prüfungsstoff

Einführung (Biographie, Kontextualisierung, Themenstränge), Diskussionen, Präsentationen.
Grundsätzliche Zielvorstellung und Aufgabenstellung: In einer individuell zu verfassenden Seminararbeit soll, ausgehend von einem der drei titelgebenden Aspekte (Koloniale Herrschaft; rassistische Diskriminierung; faschistisches System), die charakteristisch für die (Phasen der) Geschichte im 20. Jahrhundert waren/sind, eine konzentrierte Behandlung einer Fragestellung erfolgen, die aus der Beschäftigung mit Davidson gewonnen wird oder sich mit ihm beantworten lässt. Die Seminarzeit dient wesentlich der Erarbeitung der Grundlage dafür.

Literatur


Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

VM4, VM5
GA.SE.2, GA.SE.3

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:35