Universität Wien

141497 SE Dekolonialisierung des islamischen Rechts: Transformationen im 19. und 20. Jahrhundert (2026S)

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung
GEMISCHT

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Die Sitzung am 05.03.2026 entfällt!

  • Donnerstag 19.03. 15:00 - 16:30 Digital
  • Donnerstag 26.03. 15:00 - 16:30 Digital
  • Donnerstag 16.04. 15:00 - 16:30 Digital
  • Donnerstag 23.04. 15:00 - 16:30 Digital
  • Donnerstag 30.04. 15:00 - 16:30 Digital
  • Donnerstag 07.05. 15:00 - 16:30 Digital
  • Donnerstag 28.05. 15:00 - 16:30 Seminarraum Arabica UniCampus Hof 4 2D-O1-27
  • Donnerstag 11.06. 15:00 - 16:30 Seminarraum Arabica UniCampus Hof 4 2D-O1-27
  • Donnerstag 18.06. 15:00 - 16:30 Seminarraum Arabica UniCampus Hof 4 2D-O1-27
  • Donnerstag 25.06. 15:00 - 16:30 Seminarraum Arabica UniCampus Hof 4 2D-O1-27

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Das Seminar untersucht die tiefgreifenden Transformationen des islamischen Rechts im Kontext kolonialer Herrschaft, rechtlicher Reformen und postkolonialer Staatsbildung im 19. und 20. Jahrhundert. Im Fokus stehen Prozesse der Kodifizierung, Säkularisierung, Hybridisierung sowie gegenwärtige dekoloniale Kritik an eurozentrischen Rechtskonzepten und Wissensordnungen. Anhand historischer Fallstudien aus verschiedenen Regionen der islamischen Welt analysieren die Teilnehmer*innen die Wechselwirkungen zwischen kolonialem Recht, lokalen Rechtstraditionen und modernen Nationalstaaten.
Ziel des Seminars ist es, den Studierenden ein vertieftes Verständnis der historischen Transformationen des islamischen Rechts im Kontext von Kolonialismus, Moderne und postkolonialer Staatsbildung zu vermitteln. Die Teilnehmer*innen erwerben die Fähigkeit, zentrale Reformprozesse des 19. und 20. Jahrhunderts kritisch einzuordnen und deren Auswirkungen auf heutige Rechtsordnungen in der islamischen Welt zu analysieren. Darüber hinaus setzen sie sich mit dekolonialen theoretischen Ansätzen auseinander und reflektieren deren Bedeutung für die Islam- und Rechtswissenschaft. Das Seminar fördert die selbstständige Lektüre und Analyse rechts-politischer Quellen sowie wissenschaftlicher Literatur und unterstützt die Entwicklung eigenständiger Forschungsfragen, die im Rahmen der Seminararbeit vertieft bearbeitet werden.
Die Lehrveranstaltung ist dialogisch und forschungsorientiert angelegt. Grundlage jeder Sitzung bildet die vorbereitende Lektüre ausgewählter wissenschaftlicher Texte und historischer Quellen, die gemeinsam diskutiert und kritisch ausgewertet werden. Die Studierenden gestalten das Seminar aktiv durch Referate zu einzelnen Themenfeldern, in denen sie zentrale Thesen der Literatur vorstellen und zur Diskussion stellen. Die eigenständige Forschungsarbeit wird durch kontinuierliches Feedback begleitet und mündet in einer schriftlichen Seminararbeit.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Die Leistungskontrolle für diese prüfungsimmanente LV setzt sich zusammen aus:
- regelmäßige und aktive Teilnahme, Lektüre des für die einzelnen Sitzungen angegebenen Stoffes sowie Diskussionsbereitschaft (20 Punkte)
- mündliche Präsentation (30 Punkte)
- Seminararbeit (50 Punkte): Im Einzelfall wird entschieden, ob ein Gespräch zur Arbeit erforderlich ist. Das Gespräch ist notenrelevant und ist positiv zu absolvieren.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

- In allen drei Kategorien muss die Beurteilung positiv sein, um die Lehrveranstaltung erfolgreich zu absolvieren.
- Dieser Kurs verwendet Turnitin. Mit der Anmeldung zum Kurs stimmen Sie der Plagiatsprüfung der eingereichten Inhalte zu.
- Die Teilnahme in der ersten Einheit am 19.03.2026 ist verpflichtend.
- Maximale Fehlstunden: 3 Sitzungen
- Frist für Abgabe der Seminararbeit: Für die Seminararbeit wird Ihnen eine Verbesserungsmöglichkeit eingeräumt. Dazu müssen Sie diese Teilleistung bis zum 01.08.2026 über Moodle einreichen. Wenn diese Teilleistung und damit auch die gesamte Lehrveranstaltung negativ beurteilt wird, erhalten Sie spätestens bis 31.08.2026 ein Feedback mit Kriterien für eine erfolgreiche Verbesserung. Sie müssen die Verbesserung bis 30.09.2026 vornehmen. Wenn Sie auf die Verbesserungsmöglichkeit verzichten, reichen Sie die Teilleistung bis spätestens 30.09.2026 über Moodle ein.
- Für eine positive Beurteilung der Lehrveranstaltung müssen als Minimum insgesamt 51% der Punkte erreicht werden.
- Beurteilungsschema:
• Note 1 (sehr gut): 90 % – 100 %
• Note 2 (gut): 75 % – 89 %
• Note 3 (befriedigend): 60 % – 74 %
• Note 4 (ausreichend): 51 % – 59 %
• Note 5 (nicht bestanden): 0 % – 50 %

Prüfungsstoff

Alle in der Lehrveranstaltung durchgenommenen Textauszüge und Materialien, insbesondere auch die wissenschaftlichen Inhalte der im Seminar präsentierten Referate. Weiterführende Literatur wird auf Moodle zur Verfügung gestellt.

Literatur

Für einen ersten Einstieg in die verschiedenen Themenfelder des Seminars empfehle ich:

1. Wael B. Hallaq (2009): Sharīʿa: Theory, Practice, Transformations. Cambridge: Cambridge University Press.
2. Wael B. Hallaq (2013): The Impossible State: Islam, Politics, and Modernity’s Moral Predicament. New York: Columbia University Press.
3. Brinkley Messick (1993): The Calligraphic State: Textual Domination and History in a Muslim Society. Berkeley: University of California Press.
4. Rudolph Peters (2005): Crime and Punishment in Islamic Law: Theory and Practice from the Sixteenth to the Twenty-First Century. Cambridge: Cambridge University Press.
5. Iza Hussin (2016): The Politics of Islamic Law: Local Elites, Colonial Authority, and the Making of the Muslim State. Chicago: University of Chicago Press.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

RP 2; WM-3; WM-14; WM-18; GRIW-2

Letzte Änderung: Mi 29.04.2026 08:46