Universität Wien FIND

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142157 SE Nationalismus im kolonialen Indien (2020S)

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Details

max. 36 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Mittwoch 04.03. 10:00 - 11:30 Seminarraum 6 ISTB UniCampus Hof 4 2C-O1-37
Mittwoch 11.03. 10:00 - 11:30 Seminarraum 6 ISTB UniCampus Hof 4 2C-O1-37
Mittwoch 18.03. 10:00 - 11:30 Seminarraum 6 ISTB UniCampus Hof 4 2C-O1-37
Mittwoch 25.03. 10:00 - 11:30 Seminarraum 6 ISTB UniCampus Hof 4 2C-O1-37
Mittwoch 01.04. 10:00 - 11:30 Seminarraum 6 ISTB UniCampus Hof 4 2C-O1-37
Mittwoch 22.04. 10:00 - 11:30 Seminarraum 6 ISTB UniCampus Hof 4 2C-O1-37
Mittwoch 29.04. 10:00 - 11:30 Seminarraum 6 ISTB UniCampus Hof 4 2C-O1-37
Mittwoch 06.05. 10:00 - 11:30 Seminarraum 6 ISTB UniCampus Hof 4 2C-O1-37
Mittwoch 13.05. 10:00 - 11:30 Seminarraum 6 ISTB UniCampus Hof 4 2C-O1-37
Mittwoch 20.05. 10:00 - 11:30 Seminarraum 6 ISTB UniCampus Hof 4 2C-O1-37
Mittwoch 27.05. 10:00 - 11:30 Seminarraum 6 ISTB UniCampus Hof 4 2C-O1-37
Mittwoch 03.06. 10:00 - 11:30 Seminarraum 6 ISTB UniCampus Hof 4 2C-O1-37
Mittwoch 10.06. 10:00 - 11:30 Seminarraum 6 ISTB UniCampus Hof 4 2C-O1-37
Mittwoch 17.06. 10:00 - 11:30 Seminarraum 6 ISTB UniCampus Hof 4 2C-O1-37
Mittwoch 24.06. 10:00 - 11:30 Seminarraum 6 ISTB UniCampus Hof 4 2C-O1-37

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Oft wird davon ausgegangen, dass es so etwas wie „natürliche“ Nationen gibt: eine zusammengewachsene, homogene Bevölkerung, die konsequenterweise einen eigenen souveränen Staat beansprucht. Aber gerade im Falle des indischen Subkontinents, wo es mehr als tausend Sprachen und zahlreiche Religionen gibt, zeigt sich deutlich die Problematik eines solchen Nationenbegriffs. Nationen entstehen als Idee und in der politischen Auseinandersetzung. Am sinnfälligsten wird dies besonders am Resultat der nationalen Unabhängig¬keits¬¬bewegung in Indien: am Ende der kolonialen Herrschaft entstand nicht ein Nationalstaat, sondern es waren zwei Nationen, die staatliche Souveränität beanspruchten – Indien und Pakistan. Die Lehrveranstaltung befasst sich mit dem politischen Prozess der Herausbildung dieser Identitäten, sowohl in ideengeschichtlicher Hinsicht als auch im Hinblick auf die politischen Strategien und Ereignisse.

Durch die Lektüre von Quellentexten der Nationalbewegung soll der Blick für die Konzeption und rhetorische Begründung der nationalen Einheit geschärft werden. Zu den Quellen gehören Texte, die vor dem biographischen Hintergrund der jeweiligen Autoren zu lesen sind (z.B. Dayananda Sarasvati, Vivekananda, Bal Gangadhar Tilak, Bankim Chandra Chatterjee, Rabindranath Tagore, V.D. Savarkar, M.K. Gandhi, B.R. Ambedkar, Mohammed Iqbal und Jawaharlal Nehru). Eine besondere Rolle spielt immer wieder die Verbindung von politischen und religiösen Ideen, die es näher herauszuarbeiten gilt.

Ausgehend von den Diskursen der politischen Anführer und Ideengeber soll der Frage nachgegangen werden, wie die Ideen des indischen Nationalismus in der politischen Praxis des anti-kolonialen Widerstands umgesetzt wurden. Hierbei geht es insbesondere um die Politik des Indian National Congress, die jedoch keineswegs einheitlich war. Vielmehr gab es von Anfang an Auseinander-setzungen zwischen radikalen, militanten Kräften und Befürwortern der Gewaltlosigkeit, zwischen Anhängern eines religiösen Nationalismus und sozialistischen Internationalisten, zwischen Traditionalisten und sozialen Reformern. Viele dieser Auseinander¬setzungen prägen bis heute die Debatten und Kampagnen im postkolonialen Indien.

Themen
• Neo-Hinduismus
• Nationalistische Diskurse in der Literatur
• Hindutva-Ideologie
• Nationalsprache
• Swaraj
• Satyagraha
• Dalit-Bewegung
• Pakistan
• Congress Raj
• Kommunalismus und Gewalt
• Hindu-Fundamentalismus und Säkularismus heute

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Art der Leistungskontrolle

Die Beurteilung erfolgt auf der Basis von regelmäßiger Teilnahme, aktiver Mitarbeit, einem Referat mit Thesenpapier und einer Hausarbeit. Lehrmaterial wird auf Moodle bereit gestellt.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Hindi-Kenntnisse sind erwünscht.
Beurteilungsmaßstab: Teilnahme und Mitarbeit 30%, Referat und Thesenpapier 20%, Hausarbeit 50%

Prüfungsstoff

Literatur

Chakrabarty, Dipesh. 1998. “Postcoloniality and the artifice of history: who speaks for "Indian" pasts?,” in A Subaltern Studies Reader, 1986-1995. ed. Ranajit Guha, pp. 263-293. Delhi: Oxford University Press.

Gottlob, Michael (ed.) 2003. Historical thinking in South Asia: a handbook of sources from colonial times to the present. New Delhi: Oxford University Press.

Jaffrelot, Christophe. 1996. The Hindu nationalist movement in Indian politics. New York: Columbia University Press.

Jaffrelot, Christophe (ed.) 2007. Hindu nationalism: a reader. Princeton: Princeton University Press.

Mann, Michael. 2005. Geschichte Indiens: Vom 18. bis zum 21. Jahrhundert. Paderborn, München, Wien, Zürich: Schöningh.

Masselos, Jim. 2005. Indian nationalism: a history. New Delhi: New Dawn Press.

Metcalf, Barbara Daly and Thomas Metcalf. 2002. A concise history of India. Cambridge: Cambridge University Press.

Rothermund, Dietmar. 2002. Geschichte Indiens: vom Mittelalter bis zur Gegenwart München: Beck.

Wolpert, Stanley A. 1985. Jinnah of Pakistan, 1. Indian impr. edition. Delhi u.a.: Oxford Univ. Press.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

IMAK4

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:20