Universität Wien
Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

143181 KU Virtuelle 3D-Modelle von Objekten ethnografischer Sammlungen zur Vermittlung kulturellen Erbes (2022S)

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 20 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine

Montag, 11.00-13.00 Uhr, 07.03.-27.06.2022
Ort: Seminarraum 41 im Weltmuseum am Heldenplatz (Dachgeschoss)!


Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Bei der Programmierung von Datenbanken ethnologischer Museen spielen Fragen der Provenienzforschung eine besondere Rolle. So können Informationen zu den Umständen erforscht und bereit gestellt werden, unter denen Objekte Eingang ins Museum nahmen. Mitglieder von Urheber*innengesellschaften können Anfragen auf Zugang zu oder falls koloniale Unrechtskontexte im Zusammenhang mit dem Erwerb des Objekts vorliegen, auf Rückgabe von Objekten stellen, die durch die kolonialen Strukturen in ihrer Gemeinschaft als kulturelles Erbe fehlen. Anfragen vor allem aus afrikanischen Ländern sind medial vielfach diskutiert und prägen die Museumsarbeit auch im Weltmuseum mit. Zusammen mit der dortigen Kuratorin der Sammlungen Afrika südlich der Sahara, Nadja Haumberger wird im Seminar die Frage diskutiert, wie Online-Datenbanken der Museen einerseits wissenschaftlichen Forschungsanforderungen und andererseits öffentlichen Informationsansprüchen des Zugangs zu Objektinformationen genügen können und welchen besonderen Stellenwert der Informationsgehalt für Mitglieder der Urheber*innengesellschaften einnimmt. Diesbezüglich gehen wir davon aus, dass 3D Modelle der Objekte insbesondere für die letzgenannte Gruppe von hohem Wert sein können, da Zuschreibungen von Namen oder Charakteristika der Objekte aus der musealen Datenbank nicht aussagekräftig oder falsch sein können und die Objekte deswegen nicht auffindbar sind.
Im Seminar arbeiten sich die Studierenden in die Problematik ein, indem sie zu einem Objekt Informationen recherchieren, die für die Provenienzforschung relevant sind und ihre Eintragung in eine Datenbank reflektieren. Zudem werden sie ein 3D Modell des Objekts anfertigen. Dazu erproben sie im Seminar verschiedene Wege der Modellierung.
Die Studierenden reflektieren Methoden und Ergebnisse der Provenienzforschung, Überlegungen zur Datenbankeintragung und 3D Modellierung in einer Seminararbeit, wobei sie durch ihre eingrenzende Fragestellung einen Schwerpunkt setzen.
Während des Semesters nehmen die Studierenden als Vorbereitung für die Seminararbeit einen Vortragstermin wahr, an dem sie den bisherigen Recherchestand aufzeigen und ihre Fragestellungen diskutieren. Dazu fertigen sie ein Handout mit Fragestellung, zentralen Thesen, angedachten Methoden sowie bis dato recherchierte Literatur an.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

aktive Teilnahme an der Diskussion und darin erkennbare Reflektion der empfohlenen Literatur, Vortrag mit Handout zum Schwerpunkt der Seminararbeit, Seminararbeit

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Eine positive Bewertung setzt voraus:
1. die regelmäßige, aktive Teilnahme am Seminar (20% der Benotung),
2. Vortrag mit Handout zum Schwerpunkt der Seminararbeit (25% der Benotung)
3. Seminararbeit (55% der Benotung, (Details zum Beurteilungsmaßstab erfolgen per Handout)
Nur wenn alle drei Punkte erfüllt sind, kann eine positive Bewertung stattfinden.

Prüfungsstoff

s.o.

Literatur

Die folgende Literatur gibt einen detaillierten Einstieg als Vorbereitung auf das Seminar. Es müssen nicht alle Beiträge intensiv studiert werden. Bitte die Einführungen lesen sowie vorerst eigene Interessensschwerpunkte finden oder falls vorhanden bereits danach sondieren. Detaillierte Literaturverweise erfolgen im Seminar nach den jeweiligen Interessenschwerpunkten.
Förster, Larissa, Edenheiser, Iris, Fründt, Sarah, Hartmann, Heike (2018) Provenienzforschung zu ethnografischen Sammlungen der Kolonialzeit. Positionen in der aktuellen Debatte. Berlin: hu-berlin edoc: DOI: 10.18452/19029
Iris Edenheiser, Larissa Förster (2019) Zum Auftakt: Shifting Grounds. In Iris Edenheiser, Larissa Förster (Hrsg.) Museumsethnologie Eine Einführung. Theorien, Debatten, Praktiken. Berlin: Dietrich Reimer: 13-27. https://www.carmah.berlin/wp-content/uploads/2019/10/Einleitung-mit-Titelei-Inhaltsverzeichnis.pdf
Förster, Larissa (2019) Der Umgang mit der Kolonialzeit: Provenienz und Rückgabe. In Iris Edenheiser, Larissa Förster (Hrsg.) Museumsethnologie Eine Einführung. Theorien, Debatten, Praktiken. Berlin: Dietrich Reimer: 78-103.
Hahn, Hans Peter, Lueb, Oliver, Müller, Katja, Noack, Karoline (Hrsg.) (2021) Digitalisierung ethnologischer Sammlungen
Perspektiven aus Theorie und Praxis. Bielefeld: Transcript. Online: https://www.degruyter.com/document/doi/10.1515/9783839457900/html?lang=de

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

SAG.KU.1, SAG.KU.2, SAG.KU.3

Letzte Änderung: Fr 03.10.2025 00:15