Universität Wien FIND

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150118 SE Jap. Seminar I (Gruppe 3): Krankheit und religiöse Erneuerung in Japan (2020W)

8.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 15 - Ostasienwissenschaften
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine

DO 11:20-12:50, Studierraum der Japanologie (1. Stock links)
Beginn: 8.10.2020


Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Dieses japanologische Seminar widmet sich dem Thema "Krankheit und religiöse Erneuerung in Japan." Wir gehen dabei der Frage nach, wie Krankheiten und insbesondere Epidemien, also plötzliche, massenhafte, katastrophenartige Krankheitsfälle aus einer religiösen bzw. vor-wissenschaftlichen Sicht in Japan wahrgenommen und erklärt wurden, welche gesellschaftlichen Reaktionen sie hervorriefen und wie sich Epidemien in das kulturelle Gedächtnis Japans einschrieben.
Waren die Krankheiten Strafen der Götter? Und wenn ja, welche Götter straften die Menschen mit Krankheiten und aus welchem Grund? Was musste man tun, um den Zorn der Götter zu besänftigen? Welche religionsphilosophischen Modelle (Buddhismus, Konfuzianismus, Daoismus) standen im Hintergrund der entsprechenden Maßnahmen? Spiegeln gesellschaftliche Reaktionen auf Krankheiten generelle historische Prozesse und Veränderungen wider? Oder können Krankheiten zum Motor historischer Veränderungen werden?
Um derartige Fragen zu beantworten bieten sich Chroniken und Ursprungslegenden von Tempeln und Schreinen in besonderer Weise an. Es ist aber auch notwendig, sich anhand einschlägiger Studien einen Überblick über die Geschichte der Krankheiten in Japan zu verschaffen. Beide Aspekte werden einführend durchbesprochen, bevor die Teilnehmer selbstgewählte Aspekte des Themas in eigenen Arbeiten herausgreifen.
Das Lesen und Anwenden wissenschaftlicher Texte zum Kursthema in Kombination mit Daten „weicher“ Quellen aus dem Internet sowie deren quellenkritische Überprüfung und Bewertung sind die wichtigsten methodischen Voraussetzungen für den erfolgreichen Abschluss der Seminararbeit. Das Seminar wird für die meisten Teilnehmer eine praktische Übung in Quellenkritik sein, die gerade bei religiösen Quellen unumgänglich ist. Das bedeutet nicht nur eine Beurteilung, wie plausibel eine Erzählung ist, sondern auch zu recherchieren und darzustellen, woher die gefundenen Informationen stammen und welche Varianten es gibt. Bei älteren historischen Beispielen wird die historische Entwicklung der Legendenbildung (also zum Beispiel auf unterschiedliche Versionen einer Legende) oder allgemeiner die Quellengeschichte einen wichtigen Teil der Arbeit einnehmen.
Die Seminararbeit kann z.B. aus einer Einzelstudie eines Tempels, Schreins oder einer Gottheit bestehen, sofern diese mit Krankheiten und/oder deren Heilung in Beziehung stehen. Die Arbeit kann aber auch aus einer historisch-demographischen Perspektive angegangen werden (wann gab es welche Epidemien und wie wirkten sie sich auf die Bevölkerungsstruktur aus?) oder religionsphilosophisch abgehandelt werden (welche Primärquellen enthalten Anweisungen, wie mit Krankheiten umzugehen ist?). Der zeitliche Schwerpunkt des Seminars liegt auf der Vormoderne (vor 1868), kann aber auch religiöse Phänomene der jüngeren Zeit einschließen, sofern sie mit Krankheiten in Verbindung stehen.

Lernziele
- Vertiefung und konkrete Anwendung der in Proseminar II erlernten Fähigkeiten sowie der dort vermittelten Grundkenntnisse formal-korrekten wissenschaftlichen Arbeitens (Systematik, Kritik, Recherchemöglichkeiten von Sekundärliteratur, Kenntnis und Umgang mit westlich-sprachigen Hilfsmitteln der Japanologie, Zitiervorschriften, Präsentationstechnik).
- Umsetzung der erworbenen Kenntnisse zur Produktion wissenschaftlicher Texte in sprachlich adäquater und kohärenter Weise für das Verfassen einer Seminararbeit.
- Eigenständiges Recherchieren des Forschungsstandes.
- Das Erlernen und selbstständige Anwenden der Inhaltsanalyse in ihren Grundzügen für die Beantwortung der Fragestellung und die adäquate Analyse der Daten
- Arbeiten mit der Datenbank Kikuzo II der Asahi Shinbun.
- Erweiterte Kenntnisse zum Kursthema Protest in Japan

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Der Besuch der ersten LV gilt als Prüfungsantritt, eine Abmeldung kann nur innerhalb der Abmeldefrist erfolgen.
Für eine positive Gesamtbeurteilung sind 50 Prozent der Gesamtpunkteanzahl sowie die positive Bewertung aller Einzelbereiche notwendig: Teilnahme im Unterricht, Hausübungen und Präsentation (ca. 33%); Seminararbeit (ca. 67%).
Das Seminar ist Teil des Wiki-Projekts Kamigraphie (https://www.univie.ac.at/rel_jap/kami), das vom Seminarleiter bereits seit 2011 in Form von Lehrveranstaltungen durchgeführt wird. Hausübungen erfolgen daher in der Regel in Form von Wiki-Artikeln und sind für die Öffentlichkeit im Internet sichtbar. Auf besonderen Wunsch ist die Abgabe von Hausübungen in konventionellen Formaten jedoch möglich. Ausgewählte Seminararbeiten werden auch in PDF-Fomat über das Wiki zugänglich gemacht.
Für ausnahmslos alle (Teil-)Leistungen der Lehrveranstaltungen sind die Zitiervorschriften der Japanologie (s. Homepage) sowie die Plagiatsrichtlinien der Universität Wien zu beachten.
Plagiatsnotiz:
Mit Ihrer Anmeldung zu der Lehrveranstaltung erklären Sie, alle Leistungen eigenständig zu erbringen und alle Quellen und Hilfsmittel, die Sie benutzen, durch Zitieren/Belegen kenntlich zu machen.
Beachten Sie unbedingt IMMER: Das Plagiieren, also die Übernahme fremder Ideen und Formulierungen ohne entsprechende Quellenangaben (= Zitieren), verstößt gegen die Grundsätze des wissenschaftlichen Arbeitens und gilt als geistiger Diebstahl, der auch strafrechtliche Konsequenzen haben kann. Dies gilt ausnahmslos für alle schriftlichen Arbeiten von kleinen Hausübungen bis zu Masterarbeit oder Dissertation und Referate, die an der Universität Wien eingereicht bzw. gehalten werden.
Wird ein Plagiat festgestellt, so führt dies automatisch zu einer Nicht-Bewertung der gesamten Lehrveranstaltung; im Sammelzeugnis scheint dann der Vermerk "unerlaubte Hilfsmittel" auf.
Nähere Informationen sind der Webseite des Studienpräses zur Sicherung der guten wissenschaftlichen Praxis zu entnehmen:
https://studienpraeses.univie.ac.at/infos-zum-studienrecht/sicherung-der-guten-wissenschaftlichen-praxis/

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Alle TeilnehmerInnen sollten eine Literaturrecherche durchführen und ausführliche Exzerpte von mindestens zwei westlich-sprachigen Werken und mindestens einem jap. Buch oder Fachartikel abgeben. Abhängig vom gewählten Thema können auch Quellen aus dem Internet zur Grundlage der Arbeit werden. Das recherchierte Material soll dann in Form von einem oder mehreren Wiki-Artikeln, einem Referat und der schriftlichen Abschlussarbeit präsentiert und ausgewertet werden.
Die Hausübungen verstehen sich als Bausteine der fertigen Arbeit. Ihre termingerechte Abgabe ist daher entscheidend, um Feedback zu erhalten und methodische Fehler rechtzeitig korrigieren zu können.
Das Wiki-Format bietet Ihnen darüber hinaus vielfältige Möglichkeiten, Ihre Kreativität zum Einsatz zu bringen. Sie können z.B. Bildersammlungen zu Ihrem Thema erstellen und diese mit inhaltlichen Artikeln verlinken oder thematische Exkurse in Form neuer Artikel kreieren. Sie können auch bereits bestehende Artikel korrigieren und ergänzen. Solche Mehrleistungen außerhalb des Hausübungsformats werden in Form von Extrapunkten honoriert. Erwartet wird, dass Sie sich wöchentlich einige Stunden mit dem Seminarthema beschäftigen und dass diese Beschäftigung sich möglichst rasch in Wiki-Input niederschlägt.

Lernziele
- Umsetzung der erworbenen Kenntnisse zur Produktion wissenschaftlicher Texte in sprachlich adäquater und kohärenter Weise für das Verfassen einer Seminararbeit.
- Eigenständiges Recherchieren des Forschungsstandes.
- Das Erlernen und selbstständige Anwenden der Inhaltsanalyse in ihren Grundzügen für die Beantwortung der Fragestellung und die adäquate Analyse der Daten
- Arbeiten mit Bibliotheks- und Museumsdatenbanken.
- Erweiterte Kenntnisse zum Kursthema Krankheiten in Japan

Prüfungsstoff

Kursaufbau: Einführung in Thematik durch Seminarleitung; inhaltliche Vorbereitung durch Erarbeitung und Diskussion von Fachtexten; methodisch versierte Datensammlung und -analyse; individuelle Referate und darauf aufbauende schriftliche Seminararbeit.
Deadlines: Offizielle Abgabe der Seminararbeiten bis zum 16. Februar 2020; Vorabgabe mit Möglichkeit zur Überarbeitung bis 31. Jänner 2020. Im Falle einer negativen Bewertung Ihrer Seminararbeit werden Sie zeitnah informiert und erhalten die Möglichkeit zur Überarbeitung nach Übereinkunft.

Literatur

Wird im Seminar bekannt gegeben.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

JBA M19

Letzte Änderung: Mi 30.09.2020 13:29