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160051 SE Heinrich Isaac (2014W)

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine

Montag, 14:15-15:45, Seminarraum, Institut für Musikwissenschaft
1. Termin: 06.10.2014
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Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Von Heinrich Isaac (um 1450-1517, geb. in Flandern, tätig v.a. in Florenz und am Hof Kaiser Maximilians I.) sind mehr Stücke überliefert als von jedem anderen Komponisten um 1500. Im Seminar wird es darum gehen, ein umfassendes Bild dieses berühmten Komponisten auf der Basis aktuellster Forschungsergebnisse zu erarbeiten: Sehr lange war Isaac von der deutschen Musikwissenschaft recht einseitig als "typisch deutscher" Komponist - prototypisch sein Lied "Innsbruck ich muß Dich lassen" - vereinnahmt worden.
Gewünschte Vorkenntnisse: Interesse am Gegenstand; Kenntnisse der STEOP-LV "Einführung in die Musikwissenschaft I" und der UE "Grundlagen der Notation und Komposition 4" sind hilfreich, aber nicht zwingend.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

eigenständige Lektüre und aktive Mitarbeit im Seminar; eigenständige Ausarbeitung eines Themas, das zunächst als Referat vorgestellt und diskutiert, sodann als schriftliche Seminararbeit ausgearbeitet wird (Abgabetermin: 14. März 2015)

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Ziel ist es, Isaacs kompositorische Versatilität an ausgewählten Beispielen aus unterschiedlichen Gattungen (Messe, Proprium, Motette, italienisch- und deutschsprachiges Lied) analytisch zu fassen, wobei einzelne Kompositionen auch in ihren regionalen, rituellen und soziologischen Verknüpfungen verortet werden (z.B. Trauerkompositionen, "private" Musik von Herrscherpersönlichkeiten, Gestaltung von Staatsereignissen oder Kirchenfesten, "italienische" versus "deutsche" Traditionen, etc.). Isaacs Sequenz "Sanctissimae virginis votiva", deren Aufzeichnung in der Handschrift D-B Mus.ms. 40021 als frühestes Autograph der Musikgeschichte gilt, wird zudem Gelegenheit bieten, über Kompositionsprozesse um 1500 und die Rolle von Schrift und Memoria nachzudenken.

Prüfungsstoff

Einführung in das Thema durch die Lehrende; Diskussion vorbereiteter Texte und Problemstellungen im Seminar; Diskussionen und Kommentare im moodle-Forum; Referate mit Diskussionen.
Bei Interesse können einzelne Kompositionen im Anschluss an die Seminarsitzungen auch gesungen werden.

Literatur

David J. Burn, Blake Wilson, and Giovanni Zanovello, "Absorbing Heinrich Isaac", in: The Journal of Musicology 28/1 (2011), S. 1-8.
Reinhard Strohm und Emma Kempson, Art. "Isaac, Henricus", in: The New Grove Dictionary of Music and Musicians, London 2/2001, Bd. 12, S. 576-590; vgl. auch die aktualisierte und revidierte Online-Version in Grove Music Online vom 9.11.2009
Martin Staehelin, Art. "Isaac, Heinrich", in: MGG2, Personenteil Bd. 9, Kassel u.a. 2003, Sp. 672-691.
sowie: Ulrich Tadday (Hrsg.), Heinrich Isaac (Musik-Konzepte 148/149), München 2010.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

B08, B09, B16, B17; M01, M04, M05, M06, M13, M14

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:35