Universität Wien

160059 UE Musikgeschichte bauen (2015S)

Wie Wien im "langen 19. Jahrhundert" zu einer dt.-österr. Musikhauptstadt wurde

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Die Unterrichtssprache ist Deutsch, und die Bereitschaft zur sorgfältigen Lektüre und Diskussion englischsprachiger Texte wird vorausgesetzt. Falls Unsicherheiten im Umgang mit englischsprachigen wissenschaftlichen Texten bestehen, sollte das keinesfalls ein Grund sein, den Kurs bei entsprechendem Interesse nicht zu belegen. Z.B. im Rahmen der Sprechstunde können Unsicherheiten gern gemeinsam besprochen werden.

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine

Mittwochs, 16:00-17:30, HS 2, Institut für Musikwissenschaft
1. Termin: 04.03.2015
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Die Teilnahme am 1. Termin ist für alle TeilnehmerInnen verpflichtend!
Personen, die dem 1. Termin unentschuldigt fernbleiben, werden von der Lehrveranstaltung abgemeldet.


Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Diese Lehrveranstaltung fragt nach den Konstruktionsmechanismen von Musikgeschichte im urbanen Raum am Beispiel Wiens. Obwohl Wiens Musikkultur auch im 19. Jahrhundert international breit aufgestellt war, wurde im Zuge des Historismus eine genuin deutsch-österreichische Musikidentität in den Vordergrund gerückt. Davon ausgehend beschäftigt sich diese Übung auf verschiedenen, sich ergänzenden Ebenen (musikalischer Alltag, Institutionengeschichte, Hörkultur, Mythosbildung, Musikhistoriographie, Ästhetik des "Konservativen") mit der Frage, welche Faktoren dazu beigetragen haben, dass Wien über den Aspekt des Sprachraums hinaus im 19. Jahrhundert zu einer "deutsch-österreichischen Musikmetropole" wurde.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Während des Semesters gibt es regelmäßige Pflichtlektüre, die anschließend diskutiert wird und teilweise mit kleinen schriftlichen Hausarbeiten verbunden ist. Gelegentlich sollen kurze Impulsreferate zur gemeinsamen Gestaltung der Expeditionen durch Wien gehalten werden. Am Ende des Semesters erarbeitet jeder Studierende ein Abschlussprojekt. Die Note setzt sich aus diesen Teilleistungen zusammen. Weitere Informationen folgen beim ersten Termin.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Die verschiedenen Materialisierungen von Musikgeschichte in Wien sensibilisieren für die Interdependenz von musikalischer Geschichte und Gegenwart nicht nur innerhalb der Fachdisziplin, sondern auch im uns alltäglich umgebenden urbanen Raum. Die kritische Auseinandersetzung sowohl mit schriftlichen, architektonischen als auch musikinstitutionellen Zeugnissen schult das Denken und Sprechen über komplexe historische Prozesse. Gleichzeitig bekommen die Studierenden einen Zugang zu grundlegenden Phänomenen und ästhetischen Debatten der zentraleuropäischen Musikgeschichte des 19. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum.

Prüfungsstoff

Expeditionen durch Wien (u.a. mit Dr. Martina Nußbaumer, Kuratorin am Wien Museum), Hintergrundlektüre, Impulsreferate, kleinere Schreibprojekte, ausführliches Feedback zum Entwickeln eines eigenen Schreib- und Vortragsstils

Literatur

Elisabeth Fritz-Hilscher / Helmut Kretschmer (Hrsg.): Wien Musikgeschichte. Von der Prähistorie bis zur Gegenwart. Wien 2011.

Martina Nußbaumer: Musikstadt Wien. Die Konstruktion eines Images. Freiburg im Breisgau u.a. 2007.

Pamela Potter / Celia Applegate (Hrsg.): Music and German National Identity. Chicago und London 2002. [dort insbes. die Beiträge von Applegate + Potter, Sponheuer, Riethmüller]

Carl Dahlhaus: "Die Musikgeschichte Österreichs und die Idee der deutschen Musik." In: Robert Kann / Friedrich E. Prinz (Hrsg.): Deutschland und Österreich. Wien 1980, S. 322-349.

Außerdem:
Theophil Antonicek u.a.: [Artikel] "Vienna." In: Grove Music Online. Oxford Music Online. Oxford University Press. [Online-Quelle / letzter Zugriff: 15.01.2015]

Harmut Krones u.a.: [Artikel] "Wien." In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart. 2. Auflage, hrsg. von Ludwig Finscher, Bd. 9 (Sachteil), Kassel u.a. 1998, Sp. 2003-2034.

Weitere Lektürehinweise gern per Email!

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

B03 (nach 1600), B10, B16, B18

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:35