Universität Wien FIND

170210 PS Proseminar "Konzepte und Techniken von Schau/Spiel" (2018S)

Gegenwarten technologischer Bedingungen

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Anmeldung: Die selbstständige Anmeldung über u:space innerhalb der Anmeldephase zu Semesterbeginn ist für die Teilnahme an dieser Lehrveranstaltung verpflichtend. Eine nachträgliche Anmeldung ist nicht möglich. Die Anmeldezeiten entnehmen Sie bitte unserer Homepage unter https://spl-tfm.univie.ac.at/studium/

Anwesenheitspflicht in der ersten Einheit: Studierende, die der ersten Einheit unentschuldigt fern bleiben, verlieren ihren Platz in der Lehrveranstaltung. Studierende von der Warteliste können nachrücken.

Plagiate: Prüfungsleistungen und Prüfungszugänge, die durch das Verwenden unerlaubter Hilfsmittel oder durch absichtsvolles Plagiieren erlangt werden, werden laut Satzung der Universität Wien (§13, §74) nicht beurteilt, sondern im Sammelzeugnis untilgbar mit (X) bewertet. Dies ist auch nach bereits erfolgter Benotung rückwirkend möglich, wenn sich der Tatbestand des Plagiats erst im Nachhinein erweisen sollte. Als Plagiat gilt die absichtsvolle und undeklarierte Übernahme von fremdem geistigen Eigentum ohne Angabe der Quelle; der Begriff des Plagiats umfasst dabei wörtliche Zitate ebenso wie übersetzte Übernahmen und Paraphrasen.

Weitere Infos zum Studium finden Sie unter https://spl-tfm.univie.ac.at/

Details

max. 40 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Freitag 09.03. 13:15 - 16:30 Hörsaal 2H510 UZA II Rotunde
Samstag 28.04. 14:15 - 18:15 Hörsaal 2H510 UZA II Rotunde
Sonntag 29.04. 09:00 - 16:30 Hörsaal 2H510 UZA II Rotunde
Samstag 12.05. 15:00 - 20:00 Hörsaal 2H510 UZA II Rotunde
Sonntag 13.05. 15:00 - 18:15 Hörsaal 2H510 UZA II Rotunde

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

In diesem Seminar widmen wir uns der Frage nach gegenwärtiger Problemlagen und Problemwahrnehmungen „technologischer Bedingung“. Der Begriff der „technologischen Bedingung“ (Erich Hörl) geht dabei im Kern von der Annahme aus, dass die Frage nach der Technik heute im Sinne medientechnologischer Ökologien gestellt, dass von einer umfassenden, durch Techno-logie geprägten sinngeschichtlichen Verschiebung ausgegangen werden muss.

Dies schließt sowohl die These ein, dass es zu einer anderen, umfassenderen Form – und im Zuge dessen vielleicht gar zu einer Auflösung – der technologischen Vermittlung bzw. Vermitteltheit gekommen ist, als auch die These, dass sich damit eine Verschiebung dessen einstellt, was Sinn, d.h. logische Grundkonstitutionen, die Subjekt-Objekt-Relationen und die Trennung zwischen Handeln und Wissenschaft (gewissermaßen techné und logòs). betrifft.

Es ist nicht Idee bzw. Motivationshintergrund des Seminars, diese Grundthese in ihren spezifischen theoretischen Ausformungen schlichtweg zu präsentieren, sondern sie kritisch zu hinterfragen und zu diskutieren. Dabei sollen die jeweiligen historisch und geistesgeschichtlichen Bedingungen der Thematisierung von technologischer Bedingtheit ebenso eine Rolle spielen wie auch medientheoretische Grundüberlegungen.

Das Seminar ist auf folgende ungefähre Struktur angelegt:

1) Ökologie: Zur Beleuchtung der Diagnose zeitgenössischer technologischer Problemlagen ist eine wissens- und wissenschaftsgeschichtliche Herangehensweise notwendig, denn die Begriffe und daraus hervorgehenden Konzepte, mit denen man sich der Frage nach der medien-technologischen „Umwelt“ des Menschen widmen kann, haben eine Geschichte und tragen einen zeitlichen Index.

2) Kybernetik: Die Wissenskultur der Kybernetik bildet einen zweiten wesentlichen Grundstock, aus dem sich die Geltung – und damit immer auch schon die Genese – der zeitgenössischen technologischen Problemlage ergibt. Neben einem Einblick in Theorien der Umwelt(lichkeit) soll daher auch eine, wenn auch notwendig knappe, Einführung in frühere und spätere kybernetische Theorien erarbeitet werden.

3) Medientechnologische Sinnverschiebung: Zum Dritten befassen wir uns mit Theorien und Ansätzen, welche die Frage der technologisch-medialen Umweltlichkeit sowie der damit einhergehenden Sinnverschiebung. Hierbei vollzieht sich der zeitliche Rahmen zwischen Ansätzen, die der kybernetischen Phase noch zeitgenössisch sind, wie dem der „Existenzweisen“ (Gilbert Simondon/Bruno Latour), dem der „technologischen Existenz“ (Max Bense) oder der des „Ge-stells“ (Heidegger), bis hin zu aktuellen Diskussionen um Medienökologie, Anthropozän etc.

Zu jeder Sitzung soll es einen Beispieltext geben, der in Vorbereitung zum Seminar gelesen werden soll. Impulsreferate von 5 bis max. 10 Minuten sollen die Diskussion einleiten.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Ein Impulsreferat zu einer der Sitzungen (auf der Basis des von Allen zu lesenden Textes)
Hausarbeit von ca. 10 Seiten

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Bereitschaft und Versuch der Auseinandersetzung mit Texten.

Prüfungsstoff

Hausarbeit, Texte

Literatur

Die Literatur muss noch vervollständigt werden. Bisher ist folgender ungefährer Ablauf – der zur Diskussion freigegeben ist – eingeplant:

1) Georges Canguilhem: Das Lebendige und sein Milieu. In: Ders, Die Erkenntnis des Lebens. Berlin 2009 [1952], S. 233-279 (Auszug)
2) Jakob von Uexküll: Umwelt und Innenwelt der Tiere. Berlin 1909 (Auszug)
Helmut Plessner: Die Stufen des Organischen und der Mensch. Einleitung in die philosophische Anthropologie. Berlin/New York 1975 [1927] (Auszug).
3) Norbert Wiener: Kybernetik (1948), In: Ders., Futurum Exactum. Ausgewählte Schriften zur Kybernetik und Kommunikationstheorie. Hrsg. v. Bernhard Dotzler, Wien/New York 2002, S. 15-29.
4) Gregory Bateson: Form, Substanz und Differenz. In: Ders., Ökologie des Geistes. Frankfurt a.M. 1985, S. 576-599.
5) Francisco Varlea/Humberto Maturana: The Organization of Living Systems, its Characterization and a Model
6) Max Bense: Technische Existenz. In: Ders., Ausgewählte Schriften, Bd. 3: Ästhetik und Texttheorie. Hrsg. v. Elisabeth Walther. Stuttgart/Weimar 1998, S. 122-146.
7) Gilbert Simondon: Die Existenzweise technischer Objekte. Zürich 2012 (Auszug)
8) Martin Heidegger: Die Frage nach der Technik. In: Ders., Gesamtausgabe, Bd. 7: Vorträge und Aufsätze. Hrsg. v. Friedrich-Wilhelm von Herrmann. Frankfurt a.M. 2000, S. 5-36.

Bemerkung: Insbesondere die neueren Theorien müssen noch ausgewählt werden.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Fr 31.08.2018 08:42