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170223 UE Übung "Medienübergänge" (2018S)

Filmwissenschaft und Comicforschung im Austausch: Mediale Übergänge anhand von Watchmen

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Anmeldung: Die selbstständige Anmeldung über u:space innerhalb der Anmeldephase zu Semesterbeginn ist für die Teilnahme an dieser Lehrveranstaltung verpflichtend. Eine nachträgliche Anmeldung ist nicht möglich. Die Anmeldezeiten entnehmen Sie bitte unserer Homepage unter https://spl-tfm.univie.ac.at/studium/

Anwesenheitspflicht in der ersten Einheit: Studierende, die der ersten Einheit unentschuldigt fern bleiben, verlieren ihren Platz in der Lehrveranstaltung. Studierende von der Warteliste können nachrücken.

Plagiate: Prüfungsleistungen und Prüfungszugänge, die durch das Verwenden unerlaubter Hilfsmittel oder durch absichtsvolles Plagiieren erlangt werden, werden laut Satzung der Universität Wien (§13, §74) nicht beurteilt, sondern im Sammelzeugnis untilgbar mit (X) bewertet. Dies ist auch nach bereits erfolgter Benotung rückwirkend möglich, wenn sich der Tatbestand des Plagiats erst im Nachhinein erweisen sollte. Als Plagiat gilt die absichtsvolle und undeklarierte Übernahme von fremdem geistigen Eigentum ohne Angabe der Quelle; der Begriff des Plagiats umfasst dabei wörtliche Zitate ebenso wie übersetzte Übernahmen und Paraphrasen.

Weitere Infos zum Studium finden Sie unter https://spl-tfm.univie.ac.at/

Details

max. 40 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Sonntag 04.03. 09:00 - 15:00 Hörsaal 2H510 UZA II Rotunde
Freitag 13.04. 09:45 - 18:15 Hörsaal 2H510 UZA II Rotunde
Sonntag 15.04. 09:45 - 18:15 Hörsaal 2H510 UZA II Rotunde
Samstag 05.05. 14:15 - 20:15 Hörsaal 2H510 UZA II Rotunde
Sonntag 06.05. 09:45 - 18:15 Hörsaal 2H510 UZA II Rotunde

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Comicfiguren, insbesondere Superhelden, verbreiten sich mit zunehmender Geschwindigkeit in den weltweiten Kinosälen. Seit den X-Men Filmen der frühen 2000er Jahren und spätestens mit den filmischen Universen von Marvel, DC und Fox dominieren comicbasierte Filme mittlerweile die internationalen Kinoprogramme. Damit einher ging auch ein zunehmend wachsendes Interesse der deutschsprachigen Wissenschaft an einer Auseinandersetzung mit der Ästhetik und den Narrativen von Comics. Zeitgleich fordern die zunehmend inter- und transmedial arbeitenden Filmuniversen nach ebenso übergreifenden Ansätzen in der wissenschaftlichen Beschäftigung mit ihnen.
In dieser Übung soll ein kritischer Austausch zwischen Comicforschung und Filmwissenschaft stattfinden. Wie kann die Comicforschung von den Methoden und Theorien der Filmwissenschaft profitieren und inwieweit kann die analytische und theoretische Betrachtung von Comics der Filmwissenschaft neue Wege aufweisen?
Diesen Fragen soll sich anhand einer detaillierten theoretischen und analytischen Auseinandersetzung mit zwei Werken genähert werden: Zum einen der zwölfbändigen Comicreihe Watchmen (1986/87) von Alan Moore und Dave Gibbon und zum anderen Zack Snyders gleichnamiger Film Watchmen (US/CA/UK 2009, Ultimate Cut, 215 Minuten). Beide Werke sind äußerst medien- und genrereflexiv und eignen sich in ihrer Ästhetik und ihrem Narrativ als exemplarischer Zugang zu einem Austausch zwischen Comicforschung und Filmwissenschaft.

Nach der Übung sollen die Teilnehmenden
(1.) Grundlagen der analytischen und theoretischen Auseinandersetzung mit dem Medium Comic kennengelernt haben,
(2.) darauf aufbauend ihre Fähigkeit zur kritischen Betrachtung bereits erworbener Kenntnisse der Filmanalyse und –theorie ausbauen und
(3.) die Analyse und theoretischen Auseinandersetzung mit intermedialen Bezügen erprobt haben.

Die Übung beginnt mit einer organisatorischen Einführungssitzung und der gemeinsamen Sichtung von Watchmen am 04. März von 9.00-15.00 Uhr. Anschließend findet die Übung an zwei Wochenenden statt (13. & 15. April / 05. & 06. Mai). Hier steht die gemeinsame Gruppendiskussion im Mittelpunkt. Diskussionsgrundlage sind neben der eigenständigen Lektüre des Comics und der Sichtung des Films vor allem das intensive Studium der bereitgestellten Literatur. Ein Teil der Literatur, bestehend aus Grundlagen der Comic- und Filmtheorie und –analyse, gehört zur obligatorischen Vorbereitung für alle Teilnehmenden der Übung. Ein anderer Teil soll durch Expert*innengruppen aus je 3-4 Studierenden für das Plenum vorbereitet werden. Die Lektüre dieser Gruppen-Texte ist für die anderen Teilnehmenden fakultativ.

Die Expert*innengruppen sollen in einem Impulsreferat von maximal (!) 15 Minuten den anderen Teilnehmenden die Thesen und Argumentation der Texte verständlich vermitteln und damit in die Gruppendiskussion einleiten. Zusätzlich erstellt jede Expert*innengruppe ein einseitiges Thesenpapier, dass den anderen Teilnehmenden bereits vor der jeweiligen Sitzung zur Verfügung gestellt wird (Abgabe 5 Tage vor dem jeweiligen Wochenende).

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Die Bewertung der Übung setzt sich aus drei Teilnoten zusammen: Zwei Noten für die Arbeit der Expert*innengruppen (Präsentation 20%, Thesenpapier 20%) und einer Note für eine schriftliche Hausarbeit (3.000-4.000 Wörter) im Anschluss an die Übung (60%). Die schriftliche Ausarbeitung sollte sich dabei an den Fragen und Themen der Übung orientieren und in Absprache mit dem Dozierenden geplant werden.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Mit dem Wechsel theoretischer oder analytischer Perspektiven, aus denen ein Gegenstand betrachtet wird, verändern sich nicht nur die Fragen, die sich an diesen richten und die Antworten, die dabei entstehen, sondern auch die Wahrnehmung des Gegenstandes an sich. Voraussetzung zur Teilnahme ist daher das genuine Interesse an diesem Zusammenhang und der damit verbundenen, intensiven und wiederholten Auseinandersetzung mit demselben Gegenstand. Dazu gehört auch der Wille zur detaillierten Auseinandersetzung mit Fragen der Theorie, Ästhetik und Analyse von Comics und Filmen im Austausch. Auf die Vorbereitung und Durchführung der Arbeit der Expert*innengruppen (Thesenpapiere und Präsentationen) wird besonderes Augenmerk gelegt, da sie wichtige Grundlage für das Gelingen der Gruppendiskussion sind.

Prüfungsstoff

Literatur

Primär- und Sekundärliteratur wird laufend in der Lehrveranstaltung bekanntgegeben. Die Studierenden werden dazu aufgefordert, die für ihre jeweiligen Arbeiten relevanten Texte EIGENSTÄNDIG zu recherchieren.

Zur Einführung oder für einen ersten Eindruck emfpielt sich ein Blick in:

McCloud, Scott: Understanding Comics, New York 1994.
Schüwer, Martin: Wie Comics erzählen. Grundriss einer intermedialen Erzähltheorie der grafischen Literatur, Trier 2008.
Bakels, Jan-Hendrik: Audiovisuelle Rhythmen : Filmmusik, Bewegungskomposition und die dynamische Affizierung des Zuschauers, Berlin 2017.
Scherer, Thomas/Sarah Greifenstein/Hermann Kappelhoff: "Expressive movements in audiovisual media: Modulating affective experience", in: Cornelia Müller/Alan Cienki/Ellen Fricke/et al. (Hg.): Body – Language – Communication: An international handbook on multimodality in human interaction, Berlin/New York 2014, 2081-2092.
Sina, Véronique: “Comic – Film – Gender. Zur (Re-)Medialisierung von Geschlecht im Comicfilm”, Bielefeld 2016.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Fr 31.08.2018 08:42