Universität Wien FIND

Bedingt durch die COVID-19-Pandemie können kurzfristige Änderungen bei Lehrveranstaltungen und Prüfungen (z.B. Absage von Vor-Ort-Lehre und Umstellung auf Online-Prüfungen) erforderlich sein. Melden Sie sich für Lehrveranstaltungen/Prüfungen über u:space an, informieren Sie sich über den aktuellen Stand auf u:find und auf der Lernplattform moodle. ACHTUNG: Lehrveranstaltungen, bei denen zumindest eine Einheit vor Ort stattfindet, werden in u:find momentan mit "vor Ort" gekennzeichnet.

Regelungen zum Lehrbetrieb vor Ort inkl. Eintrittstests finden Sie unter https://studieren.univie.ac.at/info.

170225 UE Übung "Medienübergänge" (2021S)

Sozialistischer Realismus intermedial

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung
DIGITAL
Fr 11.06. 15:00-20:00 Hörsaal 2H510 UZA II Rotunde

An/Abmeldung

Details

max. 40 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Samstag 06.03. 09:30 - 15:45 Digital
Samstag 12.06. 09:00 - 15:15 Hörsaal 2H510 UZA II Rotunde
Samstag 19.06. 15:45 - 20:30 Hörsaal 2H510 UZA II Rotunde
Sonntag 20.06. 09:30 - 15:45 Hörsaal 2H510 UZA II Rotunde

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Inhalt
Der Sozialistische Realismus gilt als ein vorbildloses Projekt der totalen politischen Instrumentalisierung von Kunst und Medien in der Moderne. Die Einführung des Sozrealismus in der Sowjetunion als offizielle Kunstform zunächst in der Literatur (und Literaturkritik) und dann in den anderen Künsten bzw. Medien bedeutete einen großen Einschnitt. Dieser wird nicht nur vor dem Hintergrund der künstlerischen Avantgarde der 1920er Jahre deutlich, dem ein Kampf mit dem Schlagwörtern des Formalismus und Naturalismus angesagt wurde, sondern auch in der politischen Umstrukturierung der künstlerischen Organisationen. Unter dem Banner einer dem Realismus verpflichtete Kunst mit ideologischem und politischem Unterbau galt es Werke zu erschaffen, in denen der Kommunismus nach einem historischen Kampf zu seiner Erfüllung kam. In seiner abgebrühtesten Form, in den Hochphasen des Stalinismus, kaprizierte sich der Sozrealismus vor allem auf die Feier sowjetischer Staatssymbole bzw. des Staatskörpers (allen voran Stalins). Im Seminar soll es um die vielfältigen Erscheinungsformen des Sozrealismus in den verschiedenen Medien gehen, vor allem jedoch im Film. Dabei ist eine der zentralen Fragen, die nach der politischen Instrumentalisierung von Kunst und Medien. Es sollen überblicksartig historische und politische Epochenzäsuren des Sozrealismus, ein Ausschnitt des Kanons aus Architektur, Theater, Literatur, der bildenden Kunst und Film der internationalen künstlerischen Moderne sowie (in vergleichender Perspektive) verbindende Merkmale der Darstellung und narrativer Formen vermittelt werden. Denn der Sozrealismus erfand keine neuen ästhetischen Formen - so die zentrale These -, sondern eignete sich bereits bestehende Narrative und Genres (den Bildungsroman, den positiven Helden sowie Erzählformen des Hollywoodkinos) an und überformte sie. Neben der zentralen Verortung des Sozrealismus im politischen System der Sowjetunion sollen seine Wahrnehmung im Ausland sowie seine (verordneten) ‚Ausstrahlungen‘ in andere sozialistische Länder, vor allem in die DDR, kursorisch betrachtet werden. Literaturliste (Auswahl) Clark, Katerina u.a. (2005). Soviet Culture and Power: a History in Documents, 1917-1953. New Haven, Conn. u.a.: Yale Univ. Press Dobrenko, Evgeny (2007). Political Economy of Socialist Realism. New Haven: Yale UP Groys, Boris (1998). Gesamtkunstwerk Stalin. Die gespaltene Kultur in der Sowjetunion. München: Hanser u. a. Miller, Jamie (2010). Soviet Cinema. Politics and Persuasion under Stalin. London/New York: I.B. Taurus

Ziele
- Vermittlung von historischen Kenntnissen sowie Kenntnissen der Theater-, Film- und Mediengeschichte im politischen Kontext - Einführung in das Feld Politik und Kunst (Instrumentalisierung von Kunst) - (Kultur-)historische Einordnung des Phänomens des Sozrealismus (historische Zäsuren und Konjunkturen) und seiner Erscheinungsformen - Kennenlernen und Vertiefen des künstlerischen Kanons der Moderne in ihren verschiedenen Ausprägungen - Vermittlung und Anwendung, zum großen Teil in selbstständiger Erarbeitung, von ästhetischen Konzepten und analytischem Werkzeug - Analyse (close reading) von ausgewählten Werken zu Darstellung, Narration und Inszenierung - Identifizierung von intermedialen Strukturmerkmalen des Sozrealismus

Methoden
- selbstständige Erschließung von Themen (Konzepte, Begriffe, Werke und historische Kontexte) durch Sekundärtexte - intensive Arbeit mit Sekundärtexten mithilfe Exzerpte und Kurzzusammenfassungen sowie mit Gegenständen mithilfe von Analyseprotokollen, individuell und in Gruppen - Anwendung der erarbeiteten Konzepte, Begriffe und Analysewerkzeuge an Gegenständen - Präsentation der Ergebnisse/Themen in der Blockveranstaltung - gemeinsame Seminardiskussionen und Analysen in der Blockveranstaltung

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Kombination aus zwei Teilleistungen (Gewichtung 40 zu 60 %)
- 1 Themenpräsentation bzw. Präsentation eines Seminartextes aus dem Seminarreader (ca. 15 Minuten, mündlich, Thesenpapier) (40 %)
- 1 Werkkritik zu einem Werk des Sozrealismus im Bezug zu Konzepten und Theorien der Sozrealismus sowie der geschichtlichen Kontexte (schriftlich, ca. 8 Seiten) (60 %)

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Die Lehrveranstaltung setzt Grundkenntnisse der Theater-, Film- und Medienwissenschaft und -geschichte voraus und vertieft geschichtliche und theoretische Kenntnisse der Moderne unter spezifischen sozialen und historischen Bedingungen. Neben der historischen Entwicklung des ästhetischen Paradigmas des Sozrealismus in den unterschiedlichen Medien stehen die intermedialen Ausprägungen des Sozrealismus und seine medienspezifischen narrativen Merkmale und Ausdrucksformen im Zentrum. Die historischen Entwicklung und ästhetischen Ausprägungen sollen stets in einem engen Zusammenhang betrachtet werden. Studierende sollten Kenntnisse der grundlegenden Begriffe und Konzepte zur Analyse der Fachgegenstände der Theater-, Film- und Medienwissenschaft mitbringen.

- regelmäßige Teilnahme an Seminarsitzungen (Blocksitzungen)
- unentschuldigtes Fehlen von max. 2 Sitzungen (2 x 90-Minuten-Lehreinheiten) möglich
- Lektüre der Seminartexte, mündliche Mitarbeit in den Seminarsitzungen
- Erbringung der zwei Teilleistungen

Prüfungsstoff

Literatur


Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mi 21.04.2021 11:26