Universität Wien

170235 UE Übung "Inszenierte Räume" (2025W)

Inszeniertes Wissen. Performative Wissenschaftspopularisierung in der Wiener Volksbildung 1900-1938

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 40 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

  • Montag 06.10. 09:45 - 13:00 Seminarraum 1 2H316 UZA II Rotunde
  • Montag 20.10. 09:45 - 13:00 Seminarraum 1 2H316 UZA II Rotunde
  • Montag 03.11. 09:45 - 13:00 Seminarraum 1 2H316 UZA II Rotunde
  • Montag 17.11. 09:45 - 13:00 Seminarraum 1 2H316 UZA II Rotunde
  • Montag 01.12. 09:45 - 13:00 Seminarraum 1 2H316 UZA II Rotunde
  • Montag 26.01. 09:45 - 13:00 Seminarraum 1 2H316 UZA II Rotunde

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

ZIELE
Diese Lehrveranstaltung soll Studierenden die Möglichkeit geben, einen Einblick in das Forschungsfeld der populären und performativen Wissensvermittlung des beginnenden 20. Jahrhunderts zu erhalten. Aufbauend auf der gemeinsamen Lektüre wissenschaftlicher Basistexte soll in Einzel- und Gruppenarbeiten historisches Quellenmaterial recherchiert, analysiert und diskutiert werden. Ziel ist es, anhand von Original-Dokumenten aus Archiven eine vergessene Aufführungspraxis der Wissensvermittlung wiederzuentdecken und in ihrem historischen Kontext anhand von Fallbeispielen beschreibbar zu machen.

INHALT
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts und im Roten Wien der Zwischenkriegszeit galten die Wiener Volksbildungseinrichtungen als innovative Zentren der Wissenschaftspopularisierung. An drei Standorten wurde eine Vielfalt an künstlerischen und wissenschaftlichen Veranstaltungs- und Unterrichtsformaten niederschwellig für ein breites Publikum angeboten. Prominente Persönlichkeiten wie Albert Einstein, Thomas Mann und Hermann Hesse hielten hier Vorträge und sogar Bert Brecht wurde im Februar 1933 angefragt, war zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits ins Exil geflüchtet. Neben einmaligen Vorträgen und wöchentlichen Kursen von Künstler:innen und Wissenschaftler:innen erfreuten sich Repertoire-Vorträge mit Lichtbildern, sogenannte 'Projektionsstücke', besonderer Beliebtheit. 1911 gab es bereits rund 500 dieser Vorträge, die aufgrund der eindrucksvollen Fotografien eine Alternative zur Boulevard-Unterhaltung der Kinos boten.
Im Österreichischen Volkshochschularchiv sind rund 10 Repertoire-Vorträge erhalten, die einen konkreten inhaltlichen Bezug zu Themen und Orten des Theaters, des Schauspiels und der Unterhaltung aufweisen. Sie vermitteln Wissen über Ballett und Tanz, Pierrot und Colombine, Hanswurst und den Wiener Prater, oder ganz allgemein über das Theater vor und hinter den Kulissen. Zusätzlich zu Lichtbildern wurden in diesem Vortragsformat auch performative Elemente eingesetzt: Sänger:innen, Schauspieler:innen und Tänzer:innen traten auf und illustrierten das vermittelte Wissen in kurzen Szenen live vor Ort.
Die Vielfalt an Formen der Wissensvermittlung und ihrer künstlerischer Vortragspraktiken bieten ein umfangreiches Forschungsfeld mit hohem Potential unbekannte theaterhistorische Aspekte in der Wissensvermittlung zu entdecken und herauszuarbeiten. Grundlage unserer Forschung bilden Bühnenmanuskripte und Glasbilder aus dem Bestand der Lichtbildvorträge der Wiener Urania. Dazu werden Ankündigungen, Programmzettel, Rezensionen ausgewertet, in der Folge die Texte analysiert und inhaltlich kontextualisiert.
Diese Lehrveranstaltung findet in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Volkshochschularchiv statt.

METHODEN
Archiv- und Bibliotheksrecherche, historisches Arbeiten mit Original-Dokumenten, Erarbeiten von historischem Kontext, dramaturgische Lektüre.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Kontinuierliche, aktive Mitarbeit und die Bereitschaft zur Lektüre und eigenständigen Recherche werden vorausgesetzt;
Die LV wird durch die Erbringung von mehreren Teilleistungen abgeschlossen, diese umfassen aktive Mitarbeit, Rechercheaufgaben (Archiv und digital), Textanalyse, Textproduktion und Präsentation.
Teilnahme an voraussichtlich zwei Exkursionen (in Wien).

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Hinweis der Studienprogrammleitung: Wir möchten faire Bedingungen für alle Studierenden sicherstellen. Im Zuge der Beurteilung kann eine Plagiatssoftware (Turnitin in Moodle) zur Anwendung kommen. Die Verwendung von KI-Tools (z. B. ChatGPT) für die Produktion von Texten ist nur dann gestattet, wenn dies ausdrücklich eingefordert wird. Alle Informationen zu Ihren Rechten und Pflichten finden Sie in der Satzung, https://satzung.univie.ac.at/studienrecht/.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Drei Teilleistungen werden wie folgt benotet:
1. aktive Mitarbeit im Plenum (peergefeedbackte Erarbeitung / Analyse von Texten sowie Wissens- und Erfahrungsaustausch): 20%
2. schriftliche Ausarbeitung von themenspezifischen Übungsaufgaben wie Textrezension, Literatur- und Archivrecherche: 40%
3. Präsentation einer ausformulierten Forschungsidee (abstract) oder eines kurzen Essays: 40%
Für eine positive Gesamtnote wird vorausgesetzt, dass alle drei Teilleistungen erbracht werden.

Die Anwesenheit in der ersten Unterrichteinheit und zum Abschlusstermin (Abschlusspräsentation) ist verpflichtend. Die maximal konsequenzlose Fehlzeit sind zwei Unterrichtseinheiten.

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Hinweis der Studienprogrammleitung: Prüfungsimmanente Lehrveranstaltungen in der Theater-, Film- und Medienwissenschaft sind in der Regel Präsenzveranstaltungen, in denen die aktive Mitarbeit oder die Zusammenarbeit der Studierenden zur Erreichung der Lehr- und Lernziele erforderlich ist und in denen Teilleistungen erbracht werden müssen. Daher gilt eine generelle Anwesenheitspflicht, mit bis zu 3 Fehleinheiten (6 SWS) im wöchentlichen Format bzw. mit bis zu max. 20% Prozent der Gesamtzeit in Blockformaten. Für Fehlstunden können Lehrende eine Ersatzleistung einfordern; weitere Fehlstunden können, gegen eine Kompensationsleistung, angefragt werden, ihre Bewilligung liegt aber im Ermessen der jeweiligen Lehrperson in Hinblick auf die Kursziele und deren didaktische Vermittlung. Die Gleichbehandlung der Studierenden ist zu gewährleisten.
In Übereinstimmung mit §10, Abs. 1 des studienrechtlichen Teils der Satzung sind diese Anwesenheitsregelungen auf u:space jedem Kurs hinzugefügt. Sie können jedoch ersetzt werden durch individuelle Regelungen seitens der jeweiligen Lehrperson, in Hinblick auf die Kursziele und deren didaktische Vermittlung. Diese Regelungen müssen in Ersatz dieser Notiz auf u:space eingetragen werden und gelten verbindlich für den jeweiligen Kurs.

Prüfungsstoff

Inhalt der Lehrveranstaltung; die genauen Anforderungen betreffend die Teilleistungen werden auf Moodle bekannt gegeben.

Literatur

Literatur wird sukzessive und gemeinsam in der LV erarbeitet und auf Moodle bereitgestellt.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mo 06.10.2025 00:02