Universität Wien FIND

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170310 VO Vorlesung zu Filmgeschichte (2021S)

Transkulturelle Filmwissenschaft

DIGITAL
Mo 17.05. 11:30-13:00 Digital

An/Abmeldung

Details

Sprache: Deutsch

Prüfungstermine

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Montag 08.03. 11:30 - 13:00 Digital
Montag 15.03. 11:30 - 13:00 Digital
Montag 22.03. 11:30 - 13:00 Digital
Montag 12.04. 11:30 - 13:00 Digital
Montag 19.04. 11:30 - 13:00 Digital
Montag 26.04. 11:30 - 13:00 Digital
Montag 03.05. 11:30 - 13:00 Digital
Montag 10.05. 11:30 - 13:00 Digital
Montag 31.05. 11:30 - 13:00 Digital
Montag 07.06. 11:30 - 13:00 Digital
Montag 14.06. 11:30 - 13:00 Digital
Montag 21.06. 11:30 - 13:00 Digital

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Anfänge und Ursprünge sind nicht nur nachträgliche Konstruktionen. Sie implizieren die Fiktion eines Zentrums, von dem aus Geschichte auszugehen hat und geschrieben wird. Zu lange wurde Filmgeschichte von einem europäischen Zentrum aus geschrieben, im Singular verfasst, vom ›Westen‹, ›Okzident‹ oder ›globalen Norden‹ entworfen, zu wenig wurden Filmgeschichten in Begriffen der Migration und Transkulturation, Appropriation und Kolonisation, der Risse und dritten Räume (Bhabha) zwischen den Kulturen gefasst.
Filme machen nicht nur virtuelles Reisen möglich. Sie reisen selbst, zirkulieren, inkludieren und exkludieren, benötigen Infrastrukturen. Hierbei wurde Filmtechnologie immer wieder als koloniale ›epistemische Gewalt‹ (Spivak) erfahren oder aber als Mittel des Empowerments anverwandelt und als dekoloniale Maschine der Umschriftung von Gedächtnis eingesetzt. Filmgeschichte aufgesplittert in transkulturelle Filmgeschichten hat keine kontinuierliche, sondern eine verzweigte Geschichte, voller Bruchkanten und Interferenzen, Übersetzungen und Widerstände, Synchronisierungen und Ungleichzeitigkeiten. Sie ist ein Netzwerk aus Ästhetiken, Techniken und Praktiken, aus Interessen und Gewalten, Grenzen und Möglichkeiten.
Die Vorlesung bietet Gelegenheit, Filmgeschichte von pluralisierten Anfängen, zentrumslosen Rändern, Kontaktzonen und Verflechtungsgeschichten her neu aufzurollen. ›Transkulturalität‹ eröffnet hierbei einen Rahmen, der nicht auf eine Kultur beschränkt werden kann: »A work is not the property of any single culture, but mediates in at least two directions« (Laura Marks), wobei dieser Raum des Austauschs niemals frei von Machtstrukturen ist. Auch diese Vorlesung kann nicht anders, als Akzente zu setzen. Es wird einerseits um ein möglichst breites Spektrum an Aspekten interkultureller Produktions-, Distributions- und Rezeptionsstrukturen gehen. Gleichzeitig wird die Vorlesung im letzten Drittel die Möglichkeit eines westöstlichen Blickwechsels (Belting) anbieten und die Geschichte des Kinematographen im Iran in den Blick nehmen, als Geschichte einer aus dem Westen importierten Technologie, die es neu zu kodieren galt.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

schriftliche Prüfung 100%,
positiv ab 51% der möglichen Punkte

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Prüfungsstoff

Inhalt der VO plus Begleittexte und die Kenntnis der Filme, die in der VO bekannt gegeben werden

Literatur

(Grundlage)

Ella Shohat / Robert Stam: Unthinking Eurocentrism. Multiculturalism and the Media, London/New York: Routledge 2014.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mi 21.04.2021 11:26