Universität Wien FIND

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Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

170504 UE Analyse von Webseiten und Online-Communitys (2017S)

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 30 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Zu den beiden Blockterminen am Wochenende sollten Studierende möglichst eigene Laptops oder Ipads mitbringen, damit Sie Analyse-Aufgaben mit den Ihnen vertrauten Werkzeugen absolvieren können sowie Hinweise und erste Analyseschritte für Ihre eigene Hausarbeit direkt speichern und mit heimnehmen können.

Montag 06.03. 13:15 - 14:45 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde (Vorbesprechung)
Samstag 18.03. 08:00 - 18:00 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
Sonntag 19.03. 08:00 - 18:00 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
Samstag 08.04. 08:00 - 18:00 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
Sonntag 09.04. 08:00 - 18:00 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

„Our social worlds are going digital. As a consequence, social scientists around the world are finding that to understand society they must follow people‘s social activities and encounters onto the Internet and through other technologically-mediated communications“, schreibt Robert Kozinets (2010, S. 1) und hält damit einen wichtigen Aspekt aktueller medien- und kommunikationswissenschaftlicher Forschung fest: Genauso wie unsere gesellschaftlichen und medialen Sphären sich im Wandel befinden, müssen sich unsere Methoden und Untersuchungswerkzeuge stetig anpassen, um dem beforschten Gegenstand (z.B. soziale Netzwerke, Blogs, Foren) gerecht zu werden. Was unterscheidet aber eine Untersuchung von Webseiten oder online getätigter Kommunikation und Interaktion etwa von einer Filmanalyse oder einer Textinterpretation? Im Seminar erarbeiten Studierende Grundlagenwissen zur Analyse von Webseiten und Online-Communitys und erhalten konkrete Anleitung, wie sie Interaktionen von Personen und Gruppen in Online-Umgebungen qualitativ erforschen können. Anhand von gemeinsam untersuchten Beispielen und eigenständigen Forschungsübungen lernen die Teilnehmenden das Verfahren der Netnografie (auch: Online-Ethnografie) kennen und erarbeiten ethische und pragmatische Problemstellungen der Forschung in virtuellen Sphären. Zentrale Begrifflichkeiten und Konzepte, die Phänomene der virtuellen Vergemeinschaftung und Kommunikation adressieren, werden dabei genauso in den Blick genommen, wie das methodische Handwerkzeug zur Untersuchung eigener Fragestellungen. In dieser Hinsicht versteht sich das Seminar ganz klar als ein Anlass zum forschenden Lernen: Die gemeinsamen Übungen sollen in eigenen Untersuchungen münden, die in Form einer Hausarbeit fertiggestellt werden. Ein gemeinsames Hilfe-Forum soll dabei den individuellen Forschungsprozess begleiten und eine gemeinschaftliche Betreuung und Austausch auch abseits der Seminarblöcke ermöglichen. Grundlagentexte zum ethnographischen Forschen in der digitalen Sphäre (u.a. Kozinets, Boellstorff, Hine, Baym) werden gemeinsam gelesen und diskutiert. Aktive Teilnahme wird erwartet.
Ziele
Im Seminar erarbeiten Studierende wesentliche Begrifflichkeiten Konzepte von Gemeinschafts- und Kommunikationsphänomenen im Internet. Sie erwerben Grundlagenwissen zur qualitativen Analyse von Webseiten und Online-Communitys und erproben dieses gemeinsam anhand von Beispielen. Ein Bewusstsein für ethische und pragmatische Problemstellungen der Onlineforschung wird geschult und in gruppenbasierten Forschungsübungen vertieft.

Methoden
ca. 30% Textarbeit und Textdiskussion im Plenum anhand von Beispielen und vorab eingereichten Fragen der Studierenden (Feedback-Mechanismus durch Lesekarten-Einreichung vorab)
ca. 20 % Input durch Impulsvorträge der Dozentin (Forschungsanlässe/-beispiele aus der eigenen Forschung)
ca. 30% forschendes Lernen unter Anleitung (Entwicklung eigener Fragestellungen und explorative Untersuchungen dieser; Erprobung und Überprüfung der durch Textarbeit erworbenen Kenntnisse am Gegenstand)
ca. 20% eigenständige Gruppenarbeit

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Die Seminartexte für den jeweiligen Seminarblock sollen in Lesekarten zusammengefasst werden (Zusammenfassung und eigene Diskussions-Fragen zum Text) und an die Seminarleitung jeweils vor dem jeweiligen Sitzungstermin übermittelt werden.
Eine Hausarbeit (8 Seiten) soll eine eigene Forschungsfragestellung und Möglichkeiten ihrer Bearbeitung vorstellen. Ein Beispiel (Forums-Thread, Twitterfeed o.ä.), das für die Fragestellung von zentraler Bedeutung ist, soll darin explorativ analysiert werden.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Zu allen Texten müssen bis zum Kursende (9.4. 2017) Lesekarten vorliegen.
Lektüre der Texte & Erstellen von zusammenfassenden Lesekarten, Anwesenheit bei den Blockterminen und der Vorbesprechung, regelmäßige Teilnahme am E-Learning zwischen den beiden Blockveranstaltungen sowie Abgabe einer 8-seitigen Hausarbeit, sind Mindestanforderungen des Kurses.
Benotet werden die Hausarbeit und die Lesekarten. Sollte der/die Kandidat_in zwischen zwei Noten stehen, werden aber die mündlichen Leistungen und die im E-Learning erbrachten Leistungen zusätzlich zur Notenentscheidung herangezogen.

Bewertung:

Sehr gut: Eine Arbeit, die dem Prüfungsstoff in alle Aspekten (1-6 s.u.) voll gerecht wird und darüber hinaus eigenständige Erkenntnisse produziert.

Gut: Eine Arbeit, die dem Prüfungsstoff in alle Aspekten (s.u.) voll gerecht wird, aber keine eigenständigen Erkenntnisse produziert ODER eine Arbeit, die dem Prüfungsstoff nur im Wesentlichen gerecht wird, dafür aber eigenständige Erkenntnisse produziert.

Befriedigend: Eine Arbeit, die dem Prüfungsstoff in den wesentlichen Aspekten (s.u.) gerecht wird.

Ausreichend: Eine Arbeit, die erkennen lässt, dass der Prüfungsstoff im wesentlichen verstanden wurde, aber in seiner Wiedergabe und Anwendung Mängel aufweist.

Nicht ausreichend/nicht bestanden: Die Arbeit lässt nicht erkennen, dass der Prüfungsstoff verstanden oder sinnvoll angewandt wurde.

Prüfungsstoff

Die Hausarbeit soll zeigen, dass die Kandidat_innen gelernt haben, eine Themen- und Fragestellung aus dem Feld der Onlineforschung zu spezifizieren (1) und eigenständig anhand eines selbstgewählten Gegenstandes zu bearbeiten (2). Zentrale Kenntnisse über den Onlineforschungsvorgang (strukturierte Beschreibung und Analyse) (3) sowie das reflektierte Umgehen mit forschungsethischen Fragen (4) sollen hier sichtbar werden. Der sinnvolle Einsatz von Literatur wird ebenfalls erwartet (5), sowie das Einhalten formaler Richtlinien (Zitation nach MLA-Styleguide) (6).

Literatur

Monografien (in Auszügen):

• Baym, Nancy K. Personal connections in the digital age. John Wiley & Sons, 2015.
• Boellstorff, Tom. Ethnography and virtual worlds: A handbook of method. Princeton University Press, 2012.
• Hine, Christine. Virtual ethnography. Sage, 2000.
• Kozinets, Robert V. Netnography: Doing ethnographic research online. Sage publications, 2010.
Artikel:
• Androutsopoulos, Jannis K. „Online-Gemeinschaften und Sprachvariation. Soziolinguistische Perspektiven auf Sprache im Internet.“ Zeitschrift für germanistische Linguistik 31.2 (2003): S.173-197.

• Bizzarri, Sarah. „Vergemeinschaftung und Mutterschaft im Zeitalter des vernetzten Individuums. Zum Stellenwert digital gestützter sozialer Vernetzung im Familienalltag.“ Studies in Communication Sciences 16.2 (2016): S.163-173.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:36