Universität Wien FIND
Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

170511 UE »Die totale Weltkomödie«. Das Theater Thomas Bernhards (2017W)

The theatre of Thomas Bernhard

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Anmeldung: Die selbstständige Anmeldung über u:space innerhalb der Anmeldephase zu Semesterbeginn ist für die Teilnahme an dieser Lehrveranstaltung verpflichtend. Eine nachträgliche Anmeldung ist nicht möglich. Die Anmeldezeiten entnehmen Sie bitte unserer Homepage unter https://spl-tfm.univie.ac.at/studium/

Anwesenheitspflicht in der ersten Einheit: Studierende, die der ersten Einheit unentschuldigt fern bleiben, verlieren ihren Platz in der Lehrveranstaltung. Studierende von der Warteliste können nachrücken.

Plagiate: Prüfungsleistungen und Prüfungszugänge, die durch das Verwenden unerlaubter Hilfsmittel oder durch absichtsvolles Plagiieren erlangt werden, werden laut Satzung der Universität Wien (§13, §74) nicht beurteilt, sondern im Sammelzeugnis untilgbar mit (X) bewertet. Dies ist auch nach bereits erfolgter Benotung rückwirkend möglich, wenn sich der Tatbestand des Plagiats erst im Nachhinein erweisen sollte. Als Plagiat gilt die absichtsvolle und undeklarierte Übernahme von fremdem geistigen Eigentum ohne Angabe der Quelle; der Begriff des Plagiats umfasst dabei wörtliche Zitate ebenso wie übersetzte Übernahmen und Paraphrasen.

Weitere Infos zum Studium finden Sie unter https://spl-tfm.univie.ac.at/

Details

max. 30 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Freitag 06.10. 15:00 - 16:30 Seminarraum 3 2H467 UZA II Rotunde
Samstag 02.12. 09:00 - 13:00 Seminarraum 3 2H467 UZA II Rotunde
Sonntag 03.12. 09:00 - 13:00 Seminarraum 3 2H467 UZA II Rotunde
Samstag 16.12. 09:00 - 13:00 Seminarraum 3 2H467 UZA II Rotunde
Sonntag 17.12. 09:00 - 13:00 Seminarraum 3 2H467 UZA II Rotunde
Samstag 20.01. 09:00 - 13:00 Seminarraum 3 2H467 UZA II Rotunde
Sonntag 21.01. 09:00 - 13:00 Seminarraum 3 2H467 UZA II Rotunde

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Wien im Herbst 1988: Die Uraufführung von Thomas Bernhards Heldenplatz am Burgtheater unter Claus Peymann geriet zum größten Theaterskandal der Zweiten Republik und erreichte nahezu staatstragende Ausmaße. Vorab zitierte Passagen wie Österreich sei ein »Volk von 6,5 Millionen Debilen«, dessen nationalsozialistische, antisemitische Einstellung jetzt »noch viel schlimmer / als vor fünfzig Jahren« sei, riefen Proteste in allen politischen Lagern hervor. Verstärkt durch ein lautstarkes Presseecho schien sich ein ›Theater‹ abzuspielen, das die eigentliche Uraufführung weit in den Hintergrund zu rücken drohte. Andererseits löste Bernhards Stück vor dem Hintergrund der ›Waldheim-Affäre‹ und des ›Bedenkjahres 1988‹ jedoch auch eine weitreichende öffentliche Auseinandersetzung über Österreichs Rolle im Nationalsozialismus aus: Heldenplatz hielt sich mit 119 Vorstellungen bis 1999 im Spielplan und wird wie kaum eine zweite Produktion mit der jüngeren Geschichte des Wiener Burgtheaters assoziiert.
Angesichts der gegenwärtigen politischen Lage in Europa scheint Heldenplatz ebenso wie anderen Stücken des umstrittenen österreichischen Dramatikers wieder eine aktuelle Brisanz zuzukommen – und eine ›Bernhard-Renaissance‹ im deutschsprachigen Gegenwartstheater der letzten Jahre mag dies bestätigen. Dennoch drängt sich die Frage auf, inwiefern Bernhard aktuelle politische Ereignisse, auf die er in seinem dramatischen Werk häufig zurückgriff, nur als ›Folie‹ dienten: Der Dramatiker Bernhard, der sich gerne als Stückezertrümmerer stilisierte und stets betonte, Theater immer gehasst zu haben, nahm jene konkreten Ereignisse wiederholt zum Anlass, um die gegenwärtige Gesellschaft als ein verkommenes, fremdbestimmtes ›theatrum mundi‹, als die »totale Weltkomödie« oder eben auch -tragödie anzuprangern. Das hierhinter verborgene Ideal von einem Leben ohne jegliche ›Theaterei‹ stellt Bernhards dramatisches wie auch episches Werk jedoch in eine lange kulturhistorische Tradition und lässt es aus einer ganz neuen, unerwarteten Perspektive betrachten.
Den Studierenden sollen in der Auseinandersetzung mit dem Theater Thomas Bernhards verschiedene Wissensbereiche und Kompetenzen vermittelt werden. Verfolgt werden dabei drei thematische Leitlinien:

I. Bernhards Dramen und deren Uraufführungen sollen in ihrem politischen und sozialen Kontext als exemplarische Beispiele für deutschsprachiges Theater der 1970er und -80er Jahre betrachtet werden. Die Studierenden erwerben dabei Kompetenzen zu einem wesentlichen Kapitel der jüngeren deutschsprachigen Theatergeschichte.
II. Adaptionen von Bernhards Dramen und Romanen im Gegenwartstheater werden unter dem Gesichtspunkt untersucht, inwiefern sie sich affirmativ zu den stilprägenden (meist von Claus Peymann verantworteten) Uraufführungen verhalten oder dramaturgisch und ästhetisch andere, neue Wege einschlagen.
III. Als Ausblick soll Bernhards dramatisches und auszugsweise auch episches Werk unter dem Gesichtspunkt seiner vordergründigen ›Theaterfeindlichkeit‹ im Kontext einer längeren theater- und kulturhistorischen Tradition bzw. eines philosophischen Ideals betrachtet werden.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Übernahme einer Moderation, schriftliche Ausarbeitung/Hausarbeit nach Modulordnung

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Lektüre der grundlegenden Texte (Primär und Sekundärliteratur), regelmäßige aktive Teilnahme an den Seminardiskussionen.

Prüfungsstoff

Themen und Inhalte der Lehrveranstaltung

Literatur

Literaturliste wird vor Seminarbeginn auf Moodle bekannt gegeben.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Fr 31.08.2018 08:42