Universität Wien

170600 SE MA 1.1. "Inszenierungsformen und ästhetische Wahrnehmung" (2020S)

Narrative und Szenen sozialer Mobilität

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 30 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine

FR 24.04.2020 13.15-16.30 Seminarraum 3 2H467 UZA II Rotunde
FR 05.06.2020 13.15-19.00 Seminarraum 3 2H467 UZA II Rotunde
SA 06.06.2020 09.00-16.00 Seminarraum 3 2H467 UZA II Rotunde
FR 26.06.2020 13.15-19.00 Seminarraum 3 2H467 UZA II Rotunde
SA 27.06.2020 09.00-16.00 Seminarraum 3 2H467 UZA II Rotunde


Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

„Meritocracy today entails the idea that whatever your social position at birth, society ought to offer enough opportunity and mobility for ‘talent’ to combine with ‘effort’ in order to ‘rise to the top’. This idea is one of the prevalent social and cultural tropes of our time.“ (Jo Littler, Against Meritocracy)

In ihrem Buch Against Meritocracy. Culture, Power and Myths of Mobility deutet die Jo Littler die Thematisierung individueller sozialer Mobilität und der positiven Umdeutung des Konzepts der Meritokratie in der sozialdemokratischen Politik vor allem der 1990er Jahre, als eine Form der Affektpolitik. In gewisser Weise ist die Vorstellung sozialer Mobilität, der Aufstiegschancen, das Postulat der Chancengleichheit so etwas wie das positive Gegenstück zu der affektiven Verunsicherung, die von der Bedrohung durch prekäre Beschäftigungsverhältnisse und sozialen Abstieg ausgeht. Vorstellungen sozialer Mobilität sind mit der linearen Zeitlichkeit biografischer Entwicklung eng verknüpft, sie haben insofern eine spezifische narrative Struktur, die dem Roman (und dem klassischen Hollywoodkino) verwandt ist. Während die Narration eine zeitliche Abfolge generiert, etwas folgt aus etwas anderem, kommt mit der Szene und dem Szenischen nicht erst mit den audiovisuellen Medien etwas nichtlineares, nichtsubjektives ins Spiel, das von der Narration nicht zu trennen ist und dennoch auf etwas anderes verweist. Das Szenische verhandelt die affektiven, kollektiven Dimensionen von Erfahrung, aus denen die Narrative schöpfen, die sie aber umwandeln und integrieren müssen. Das Szenische erweitert also nicht nur das Narrative, es verweist auf andere Dynamiken, Kausalitäten und Zeitlichkeiten. Erzählungen handeln vom Gelingen oder Misslingen von Entwicklungen, Szenen müssen nicht in Entwicklung übergehen, sie liegen damit den prekären Konstellationen der Nichtentwicklung näher, wie sie in der medienwissenschaftlichen Prekaritätsforschung entwickelt wurden. In diesem Seminar wollen wir uns mit Texten, Serien und Filmen beschäftigen, sie sich auf die ein oder andere Weise mit dem Versprechen – oder dem Ausbleiben - sozialer Mobilität beschäftigen.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Präsentation im Seminar (40%)
Mündliche Beteiligung (10%)
Hausarbeit (50%)

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Prüfungsstoff

Literatur


Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Di 07.04.2020 19:08