Universität Wien
Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

170611 SE MA 1.2. "Theatrale und mediale Prozesse" (2026S)

Polleschs Theater

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 30 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

  • Dienstag 10.03. 15:00 - 18:15 Seminarraum 4 2H558 UZA II Rotunde
  • Dienstag 24.03. 15:00 - 18:15 Seminarraum 4 2H558 UZA II Rotunde
  • Dienstag 21.04. 15:00 - 18:15 Seminarraum 4 2H558 UZA II Rotunde
  • Dienstag 05.05. 15:00 - 18:15 Seminarraum 4 2H558 UZA II Rotunde
  • Dienstag 19.05. 15:00 - 18:15 Seminarraum 4 2H558 UZA II Rotunde
  • Dienstag 02.06. 15:00 - 18:15 Seminarraum 4 2H558 UZA II Rotunde
  • Dienstag 16.06. 15:00 - 18:15 Seminarraum 4 2H558 UZA II Rotunde

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

René Pollesch (1962–2024) hat in Gesprächen immer wieder die prinzipielle Andersartigkeit seiner Theaterproduktion/en betont. Entsprechende Begründungen thematisierten je nach Kontext mal die Akteurs- statt Publikumsbezogenheit seiner Aufführungen, mal die kollektive Arbeitsweise, mal die Voraussetzungen dafür, damit der Inhalt von im Theater gesprochener Sprache wirksam werden kann. Die Abgrenzung von einem konventionellen Theatermodell betonte Pollesch zudem in unterschiedlichen Formulierungen und mit unterschiedlichen Haltungen von entspannt ("Mich interessiert die Disziplin 'Hamlet' nicht. Ich bin nicht dagegen, aber ich möchte mich mit etwas anderem beschäftigen.") bis kämpferisch ("Die Wirkungslosigkeit der Angriffe auf das konventionelle Theater bringt einen um den Verstand. Im Grunde genommen handelt es sich um einen Kulturkrieg.") In der durchaus umfangreichen Forschungsliteratur sind vor allem sehr unterschiedliche Suchrichtungen zu erkennen, wie Polleschs Theater reflektiert wird. Von der Kommentierung der Theaterarbeit im Rahmen postdramatischer Begriffe über die Frage nach dem Moment des Politischen zur Reflexion spezifischer Aspekte (z. B. das Prekäre, die Vielstimmigkeit, der Status des theoretischen Textes in den Aufführungen, Komik und Komödie etc.). Wiederkehrende Begriffe wie "Diskurstheater" (z. B. Vrublevskaya 2022) oder "Theorietheater des Nicht-Repräsentierbaren" (Deiters 2022), aber auch der Versuch "das Theater von René Pollesch strukturell als Komödie zu begreifen" (Siegmund 2022), zielen darauf Polleschs Theater zu erfassen. Inwiefern kann das angesichts der über zweihundert Inszenierungen, die Pollesch zwischen 1999 und 2024 erarbeitet hat (rund acht Produktionen pro Jahr!), gelingen?
Zwei Jahre nach seinem Tod scheint es legitim, nach den Konstituenten von Polleschs Theater zu fragen. Die anteilig als Forschungsseminar verstandene Lehrveranstaltung (ein verlässliches Aufführungsverzeichnis oder eine Bibliographie liegen noch nicht vor), versucht dies zumindest. Über welche Fragestellungen, Fokussierungen sowie Arbeitsschritte und -methoden lässt sich dieses Theatermodell verstehen und beschreiben?
Die gemeinsame und individuelle Arbeit umfasst Lektüren, Gespräche, Referate und Diskussionen; auf Moodle stehen zudem Aufnahmen von Inszenierungen zur Verfügung.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Die Studierenden erbringen während des Semesters mindestens zwei Teilleistungen (Referat sowie Mitarbeit an einer Bibliografie und einem Aufführungsverzeichnis), zudem arbeiten alle individuell oder in einem Team an einem bilanzierenden Text. Dieser kann kürzer und essayistischer ausfallen und auf tfm-log publiziert werden, sie kann aber auch im Sinne einer Seminararbeit stärker akademisch orientiert sein und beispielsweise als Vorbereitung für ein Masterarbeits-Projekt verstanden werden.

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Hinweis der Studienprogrammleitung: Wir möchten faire Bedingungen für alle Studierenden sicherstellen. Im Zuge der Beurteilung kann eine Plagiatssoftware (Turnitin in Moodle) zur Anwendung kommen. Die Verwendung von KI-Tools (z. B. ChatGPT) für die Produktion von Texten ist nur dann gestattet, wenn dies ausdrücklich eingefordert wird. Alle Informationen zu Ihren Rechten und Pflichten finden Sie in der Satzung, https://satzung.univie.ac.at/studienrecht/.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Regelmäßige Teilnahme, aktive Mitarbeit und Referat, schriftliche Abschlussarbeit. Die Beurteilung erfolgt nach dem Kriterium, inwiefern Studierende befähigt sind, sich fundiert und reflektiert mit Polleschs Theater auseinanderzusetzen.

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Hinweis der Studienprogrammleitung: Prüfungsimmanente Lehrveranstaltungen in der Theater-, Film- und Medienwissenschaft sind in der Regel Präsenzveranstaltungen, in denen die aktive Mitarbeit oder die Zusammenarbeit der Studierenden zur Erreichung der Lehr- und Lernziele erforderlich ist und in denen Teilleistungen erbracht werden müssen. Daher gilt eine generelle Anwesenheitspflicht, mit bis zu 3 Fehleinheiten (6 SWS) im wöchentlichen Format bzw. mit bis zu max. 20% Prozent der Gesamtzeit in Blockformaten. Für Fehlstunden können Lehrende eine Ersatzleistung einfordern; weitere Fehlstunden können, gegen eine Kompensationsleistung, angefragt werden, ihre Bewilligung liegt aber im Ermessen der jeweiligen Lehrperson in Hinblick auf die Kursziele und deren didaktische Vermittlung. Die Gleichbehandlung der Studierenden ist zu gewährleisten.
In Übereinstimmung mit §10, Abs. 1 des studienrechtlichen Teils der Satzung sind diese Anwesenheitsregelungen auf u:space jedem Kurs hinzugefügt. Sie können jedoch ersetzt werden durch individuelle Regelungen seitens der jeweiligen Lehrperson, in Hinblick auf die Kursziele und deren didaktische Vermittlung. Diese Regelungen müssen in Ersatz dieser Notiz auf u:space eingetragen werden und gelten verbindlich für den jeweiligen Kurs.

Prüfungsstoff

Texte und Anschauungsmaterialien, die im Rahmen des Seminars individuell und gemeinsam erarbeitet werden.

Literatur

- Deiters, Franz-Josef. "'Mit Hamlet kann ich meinen Alltag nicht bewältigen." René Polleschs Theorietheater des Nicht-Repräsentierbaren", in: Deiters, Franz-Josef. Neues Welttheater? Berlin: Erich Schmidt Verlag, 2022, S. 85–113.
- Siegmund, Gerald. "Zappeln, Glitzern, Gestikulieren. Zum Verhältnis von Komödie, Subjekt und symbolischer Ordnung im Theater René Polleschs", in: Forum Modernes Theater, Jg. 33, Nr. 1-2, 2022, S. 7–21.
- Vrublevskaya, Olga. "René Polleschs Diskurstheater. Körper – Geschlecht – Ökonomie", in: Studia Germanica Posnaniensia, Nr. 41, 2022, S. 101–116.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Di 03.03.2026 13:47